20.11.2012 · Bundespräsident Gauck sagt: „Die Polen sind fleißiger als die Deutschen.“ Stimmt das?
Von Sven AstheimerRichtlinien für Lesermeinungen
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2.Vielleicht sind aber einige von ihnen doch (statistisch unerfasst)
tätig (horrend hohe Selbstbeschäftigung wo keiner die
Arbeitszeit rechnet, Schwarzarbeit in Ausland…) dazu kommen auch
die demographische Unterschiede – wir haben z.B. groesseren Anteil
der Landwirtschaft an dem BSP – traegt die Frau eines Landwirtes
wirklich nicht zur Wertschöpfung bei ?? Und die Arbeit einer
Hausfrau, die auf (BSP steigende:) Kindergaerten verzichtet ??
Wieviel bringt ein in Deutschland arbeitender polnischer Fliesenleger
dem deutschen und wieviel dem polnischen BSP bei ??
und so weiter und so fort…
Summa summarum spuckt z.B. mein eigenes hastig in Excel aufgebautes
Modell ca. 1670 (pl) vs. 1480(de) aus (ich kann es aber bei Bedarf auch
anders biegen:)
Hier hab`s noch die Frage nach den Bezügen polnischer Amtsträger...
...die bekommen deutlich weniger.
Stand 2011, Quelle: Fakt
1 Euro = 4,11 poln. Zloty (zł) (Nov. 2012)
Bronisław Komorowski, Präsident der Republik Polen : 20.137 zł
Lech Wałęsa, Ex-Präsident : 6.182 zł
Aleksander Kwaśniewski, Ex-Präsident: 6.182 zł
Donald Tusk, Ministerpräsident: 19.155 zł
Waldemar Pawlak, Vize-Ministerpräsident: 16.476 zł
Radosław Sikorski, Außenminister: 15. 804 zł
Schatzminister: 16.170 zł
Landwirtschaftsminister: 19 .345 zł
Staatssekretär im Innenministerium: 12.177 zł
Chef der Grenzschutzes: 21.351 zł
Oberbürgermeister/-in Warschau: 12.740 zł
Oberbürgermeister Gdańsk / Danzig: 12.847 zł
Oberbürgermeister einer mittelgroßen Stadt: 10.170 zł
Bürgermeister einer Kleinstadt: 6600 zł
Jarosław Kaczyński, Vorsitzender der Partei PiS, Abgeordneter: 12.365 zł
Abgeordneter, Vorsitzender von zwei Ausschüssen: 15.800 zł
Zbigniew Ziobro, MdEP: 30.000 zł
Stadtrat einer Kleinstadt: 971 zł monatl. Pauschale
Marschall der Wojwodschaft Schlesien: 12.786 zł
Zugegeben – bin bis jetzt auch, nicht zuletzt aufgrund der
einfachen Zahlenvergleiche der oft publizierten und hier zitierten OECD
Statistiken der Meinung gewesen bei uns (in Polen) wird im Durchschnitt
länger gearbeitet und habe auch nie die Feinheiten wie
Arbeitslosigkeit oder die Beschäftigungsquote in meinem
täglichen lesen-merken-aufnehmen-stereotypisieren Prozess
berücksichtigt :)
Nehmen wir nun den Artikel als die (Fakten-) kritische Erweiterung der
naiven Aussage eines statistisch unerfahrenen Humanisten (der deutsche
BP) die wahrscheinlich von einem etwas mehr sachkundigen (Betriebswirt
?) vorgenommen wurde…
Vielleicht kann es aber auch weiter gehen ?
1.Angenommen das die 40% der (nichtarbeitenden) polnischen und 27,3% der
deutschen Bevölkerung überhaupt nicht zum BSP beitragen (also
vollständig auf Kosten der anderen leben :) würde die
durschnittliche Arbeitszeit pro Kopf immerhin etwa 1162(pl) versus
1027(de) p.a. betragen...
Polen arbeiten mehr, weil sie mit Ihrem Hungerlohn keine Familie ernähren können
Vielleicht sollte Herr Gauck mal die Arbeiter befragen. Polnische Arbeitnehmer werden nicht nur durch Hungerlöhne in Polen, sondern auch in Deutschland und in den Niederlanden ausgebeutet. An welche Betriebsstätte man auch immer in den Niederlanden trifft, überall findet man polnische Nummernschilder vor. Nicht umsonst ist die Chefin Randstad Venlos eine Polin. Fleissig, ja, aber warum? Anstatt Teilzeit heisst es hier Mehrfachbeschäftigung.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.11.2012 19:30 Uhrund nicht nur in den von Ihnen geannten Ländern werden Sie ausgebeutet,
auch in Süditalien zur Erntezeit, wer sich dem entziehen will, wird vom poln. Vorarbeiter auf Linie gebracht !
Es war zu der Zeit, als Nokia aus NRW abgezogen ist um stattdessen in
Rumänien zu investieren.
Da hat der Rüttgers doch gewagt zu sagen, dass die Rumänen
nicht in jedem Fall so viel und zuverlässig arbeiten wie die Deutschen.
War das ein Shitstorm, der auf ihn einbrach.
MERKE:
Bei Vergleichen zwischen den Völkern MUSS Deutschland schlecht
gemacht werden.
Alles andere kann ganz leicht den Posten kosten.
Eine gute polnische Arbeitskraft ist genauso gut wie eine gute Deutsche.
Die Polen haben nur den Vorteil das sie es sich leisten können in
Deutschland fuer wenig Geld zu arbeiten,weil sie in ihrem Heimatland
davon viel mehr kaufen können wie der deutsche Michel in Deutschland.
Dazu kommt noch das die Polen die problematischen Teile ihrer
Unterschicht nach Deutschland pumpen können wo diese dann
finanziert werden.Das machen alle anderen ost-europäischen Staaten
incl. der Tuerkei genau so.
Man muss sich nur einmal anhören,wie die Polen ueber Deutsch-Polen
reden.Auch in der Tuerkei denken die Tuerken äusserst negativ ueber
ihre Landsleute in Deutschland.
Ich hatte erst auch eine hohe Meinung von Herrn Gauck.
Immerhin hat er in der ehemaligen DDR doch tatsächlich einmal etwas
riskiert,oder stimmt das am Ende wieder nicht.
Heute sehe ich in ihm nur wieder einen typischen Buerokratieparasiten.
Solch einen Gruessaugust braucht keine Nation.
so long
Nicht nur in wirtschaftlichen Fragen fehlt unserem Bundespräsidenten der Durchblick, aber da passt er sich dem Niveau unserer Regierung an.
welchen ungeheuren Frust hier die Mehrzahl der Kommentatoren haben
müssen, sich egal um wenn es geht, so widerlich ausreihern zu
müssen.
Ich möchte so nicht leben, das muss ja die Hölle auf Erden sein.
So ganz Unrecht hat unser Bundespräsident nicht,
unabhängig statistischer Spielchen, wenn ich an das Heer von hunderttausenden polnischer Erntehelfer, Bauarbeiter usw. denke. Auch fallen mir sofort zehntausende polnische Damen ein, die unsere Eltern und Großeltern häuslich rund um die Uhr pflegen. Frage... haben sich nicht mehrere Millionen Deutsche gleichzeitig in unserer (ach so schlechten) sozialen Hängematte eingerichtet?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.11.2012 10:48 UhrErzählen sie und Herr Gauck das doch mal unseren "Neu Kölln ist überall" Mitbürgern
mit vorzugsweise muslimischer Mentalität. Die vor lauter Langweile
und Überdruss andere Bürger totschlagen.
Ansonsten gilt bei dem Erntelfer Vergleich, was ich schon Herrn Rabisch
dazu geantwortet habe, der in D verdiente Euro hat in Polen eine ganz
andere _Kaufkraft_ !!! als hier.
Vergleichen sie mal was bspw. eine Eigentumwohnung/kleines Häuschen
in Polen oder Tschechien kosten in einer Kleinstadt/Land oder hier.
Für Polen lässt sich das mittels Erntehelferjobs
erwirtschaften, hier nicht. Erntehelfer Jobs werden hier von H4
anteilmässig abgezogen ein Ausstieg/Aufstieg aus den sozialen Tief
lässt hier mittels solcher Tätigkeiten nicht erreichen.
Bekanntermassen sagen die Arbeitsstunden ja eigentlich nichts, aber auch
rein gar nichts ueber den Fleiss aus. Allenfalls laesst sich, wie auch
bereits mehrfach und gut dargelegt daraus ein Schluss zur
Arbeitseffizienz ziehen. Dann naemlich, wenn man die Arbeitszeit in
Relation zum geschaffenen Wert/Produkt setzt.
Dem hier bereits viel zitierten Fliesenleger, der schnell arbeitet, mag
man Fleiss unterstellen, vielleicht ist er aber auch nur in Eile, um
sich nicht erwischen zu lassen...oder wie sieht es mit Steuern und
Sozialabgaben aus? Aber Schwarzarbeit ist ein anderes Thema und gehoert
ja nicht hierher.
Versteht man Fleiss im eigentlichen Wortsinn als arbeitsame
Zielstrebigkeit, so mag man unseren Politikern eigentlich keine solchen
unterstellen, hier herrscht allenfalls arbeitsaRme Zielstrebigkeit vor.
Realsatire: Unterzeichner des Blanksoschecks ESM beschwert sich über angeblich mangelhaften Fleiss?
Abgesehen davon, dass der Vorwurf kompletter Unsinn ist -
selbst wenn er damit recht hätte, würde das doch nur bedeuten,
dass die Deutschen begriffen hätten, dass sich Leistung in diesem
Ausverkaufsstaat vorerst nicht mehr lohnt, und man seine Kräfte
lieber schonen sollte für den Neuanfang nach der unvermeidlichen Rettungspleite.
Die Politkaste schafft eine hoffnungslose Lage und sagt uns dann, dass
sie ernst sei.
Kann kein Kabarett toppen.
scheint mir der Herr Bundespräsident zu sein. Seine Einschätzung findet eher meine Bestätigung als die der OECD. Zugegeben, ich habe nur bei zwei Reisen Eindrücke sammeln können und nie Statistiken zu Fleiß befragt. Wenn heute etwas besonders angenehm auffällt, gerade im Dienstleistungssektor fällt das Code-Wort: Wie in Polen. Das heißt nicht, ich würde meine Landsleute nicht schätzen.
Die Frage ist natürlich ein Wespennest. Der traditionelle Deutsche
sagt "Falsch", der Neuerer sagt "Sag ich doch". Es
ist wohl in der Tat richtig, die Studie mit sehr viel Vorsicht
anzusehen. Denn wenn Frankreich bei der Jahrestundezahl mit 57%
Staatsquote und mit teilweise über 50 Werktagen Urlaub nicht hinter
Deutschland liegt, dann ist irgendetwas faul. Und dass Polen
Wachstumsraten erwirtschaftet, wenn andere stagnieren kann vielleicht
auch daran liegen, dass Polen davor 50 Jahre lang kaum messbares
Wachstum verzeichnete.
Richtig ist sicher, dass die Polen viel fleissiger sind als die
Deutschen allgemein annehmen und auch sehr gut ausgebildet sind.
Supermänner und -frauen sind sie aber auch nicht.
Unabhängig von der bereits geäußerten Kritik an unserem
Staatsoberhaupt möchte ich zum Thema anmerken:
Es befremdet schon, dass selbst in Zeiten, als wir 5 Millionen
Arbeitslose in Deutschland hatten, auf norddeutschen Spargelfeldern fast
nur Polen zu finden waren.
Nein falsch, welche Kaufkraft hat der in D verdiente Euro in Polen ?
Das wird bei der typischen Erntehelfer Argumentation wie der immer gern
vergessen. Besonders argumentieren Leute so, die selbst noch nie mit
körperlicher Arbeit ihr Brot verdient haben, sondern selbst im
warmen Büro oft mit sicherem Beamtengehalt sitzen.
Wäre der Erntehelfer Lohn, der real weit unter Mindestlohn ist,
bspw 2,5 mal so hoch entspräche das schon ehr der hiesigen
Kaufkraft, was das verdiente Geld für den Arbeiter hier wert ist
bspw. entspräche er dem was der aktuelle niedrige Lohn in Polen
wert ist. Das kann aber der Bauer nicht zahlen bei unserer GeizistGeil
Mentalität Des weiteren müsste ein solcher Erntehelfer - Lohn
auch komplett hinzuverdienbar sein und nicht von H4 anteilmässig
abgezogen werden, so kommen die Leute da nicht raus.
DIE Polen sind fleißiger als DIE Deutschen.
Das DIE stört mich. Als Bundespräsident sollte man nicht mit Allgemeinplätzen hausieren gehen. Es gibt Deutsche, die arbeiten bis sie tot umfallen und es gibt Polen, die das gleiche tun. Und es gibt Deutsche, die erst um 12 Uhr mittags von der Matratze hochkommen und ebensolche Polen. Daß die Arbeitszeit in Polen über der Deutschlands liegt hat sicherlich etwas zu tun mit der Effizienz, mit der vergleichbare Arbeitsprozesse durchgeführt werden. Wenn ein deutscher Arbeitnehmer mir einer modernen Maschine arbeitet, während in Polen vielleicht noch Knochenarbeit für die gleiche Leistung erforderlich ist, dann braucht der Pole eben länger, um sein Pensum zu schaffen. Nicht die Arbeit als solche zählt, sondern das, was dabei rauskommt.
Das muss man sich als "Finanzier" dieses Herren nicht gefallen lassen
Von so etwas muss man sich ja wohl nicht beleidigen lassen. Der Mann hat es nicht verkraftet, statt ein Fuzzi in der Ex-DDR zu sein, plötzlich einen Posten bekommen zu haben. Das ist meist mit kleingeistigen Menschen so - völliger Relitätsverlust nach einer Beförderung. Treten sie zurück, Gauk(ler), lesen sie ihre Stasi-Akte "IM Larve" durch und wandern sie nach Polen aus - so etwas brauchen wir hier nicht.
Vor 15 Jahren hatte ich beruflich ein Vierteljahr in Polen zu tun.
War in Ordnung. Die polnischen Kollegen nett und fleißig. Und noch einen Aspekt möchte ich ansprechen, den der Dingsda (rein zufällig, versteht sich) nicht erwähnt. Deutschland gibt jedes Jahr 80 Milliarden aus für die Unterstützung der Ausländer. Herr Gauck, sie kennen sich doch aus. Könnten Sie uns bitte sagen, wieviel Polen ausgibt für die Unterstützung der dort lebenden Ausländer? Für Ihre Bemühungen bereits im Voraus vielen Dank.
daß wir uns einen polnischen Bundespräsidenten holen, der fleißiger Gesetze ablehnt als Herr Gauck. Und vor allem, der weiß was harte Arbeit bedeutet.
Ich war da und habe die Unternehmer, Firmen, Schulen, Universitäten
und Politiker gesehen.
Wenn die so weiter machen, werden sich hier einige recht wundern.
Und die haben keine Claudis-Roth-Großkonflikte und keine
Trittin-Flausen im Kopf.
Alle arbeiten zusammen am Wohlstand. Auch die Medien.
Hier haben wir ARD & ZDF, die sich fleißig an der
Zerstörungswut beteiligen.
Das finde ich ja wieder mal prima - eine Rotte von hämischen Kampfschwätzer fällt über den BP her. Dabei hat der Mann recht, und jede öffentliche Statistik beweist es: EUSTAT, OECD, wo immer man hinschaut. Polnische Arbeitskräfte arbeiten härter und länger und haben weniger Urlaub. Die Motivation ist durchweg hoch: ich habe viel berufliche Zeit in Polen verbracht und kann mir das Urteil auch aus eigener Anschauung erlauben.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.11.2012 17:07 UhrStimme zu
Frau Gogolok, da stimme ich Ihnen 100% zu. Wir haben (noch) die bessere Infrastruktur, was uns eine bessere Position verschafft.
Transfer und finanzieller Arbeitserlös muß nicht mit Fleiß korrelieren
Herr Klier, die Aussage bezog sich auf Fleiß. Da bleibe ich bei
meiner Aussage. Eine Versorgungsmentalität, die ich häufig
hier in Deutschland wahrnehme, finde ich dort nicht.
Was finanziell bei der Arbeit mit Fleiß über bleibt, ist eine
andere Frage - aber da holt Polen mittlerweile auch auf. Wenn Sie sich
ansehen, wie die Polen in den letzten 15 Jahren aufgeholt haben, ist das
eine eindrucksvolle Geschichte. Schauen Sie doch mal bei EUSTAT
vorbei...
Entscheidend ist was hinten rauskommt ...
... sagt einst Altkanzler Helmut Kohl. Und hier liegt Deutschland dank
technologischer Ausstattung noch deutlich vorne. Man könnte auch es
auch mit dem ungeliebten Wort "Effizienz" beschreiben.
Arbeitsmotivation und Arbeitsweise sind nach meiner Erfahrung bei
polnischen Arbeitskräften hoch bzw. durchdacht. Mir imponiert bei
meinen Besuchen in Polen immer die enorme Bereitschaft, sich für
sein Ziel, für ein besseres Leben, für die Ausbildung der
Kinder wirklich, aber auch wirklich krumm zu legen. - Immer noch
notfalls mit Hilfe des weiteren Familienkreises, zu verzichten, zu
sparen und zu improvisieren, bis man sein Haus fertig gebaut hat oder
sich ein Auto kauft und von neuem zu sparen und zu warten, bis man genug
Geld hat, die Garage dazu zu bauen.
Es herrscht immer noch etwas von dem Gründergeist, der hier
verloren gegangen ist. Ob der BP recht hat mit dem
"größeren Fleiß", weiß ich nicht. In
jedem Fall glaubt man in Polen noch an den Aufstieg durch harte Arbeit.
Klar hat Gauck recht
Deshalb leben wir ja seit Jahren von den Transferleistungen, die wir von den Polen kassieren.
Die Story belegt nur, daß wir uns den BP schenken sollten
Wenn wenigstens Herr Köhler geblieben wäre, aber den hatte die Bildzeitung gleich als Horst Wer und als Sparkassendirektor abgetan. Seither gings bergab.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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