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Neue Zahlen : Weniger Interesse an neuen Dieselautos - Verbrauch steigt dennoch

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Von den 45,1 Millionen Personenwagen (Pkw), die zu Jahresbeginn in Deutschland eine Zulassung hatten, waren 66,2 Prozent Benziner und 32,2 Prozent Dieselfahrzeuge. Bild: dpa

Die Deutschen kaufen weniger neue Dieselautos als Benziner. Dennoch wird hierzulande mehr Diesel verbraucht. Das hat zwei Gründe.

          Die Nachfrage nach Dieselkraftstoff ist in diesem Jahr in Deutschland deutlich gestiegen. In der Zeit von Januar bis September erhöhte sich der Diesel-Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent auf ungefähr 29 Millionen Tonnen, wie aus der jüngsten Statistik des Mineralölwirtschaftsverbands in Berlin hervorgeht. Zum Vergleich: Bei allen Ottokraftstoffen zusammen (Benzin und Super) stieg der Absatz lediglich um 0,6 Prozent.

          Dafür gebe es zwei Hauptgründe, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Christian Küchen. Zum einen habe die gute Konjunktur zu mehr Lastwagenverkehr und damit höherer Diesel-Nachfrage geführt. Das gelte sowohl für die Transporte auf Autobahnen als auch den Lieferverkehr in Städten und Dörfern. Zum anderen wachse die Zahl und der Anteil von Diesel-Personenwagen am Gesamtbestand in Deutschland noch immer - obwohl der Diesel unter den Neuzulassungen an Bedeutung verliert gegenüber dem Benziner.

          Von den 45,1 Millionen Personenwagen (Pkw), die zu Jahresbeginn in Deutschland eine Zulassung hatten, waren 66,2 Prozent Benziner und 32,2 Prozent Dieselfahrzeuge. So weist es die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) aus. In den ersten neun Monaten 2016 wurden 1,19 Millionen Diesel-Pkw zugelassen. Das entsprach einem Anteil von 46,5 Prozent an allen Autos. Im Vorjahr waren es noch 47,9 Prozent gewesen. Die Neuzulassung von Diesel-Pkw  betrug im November sogar nur 44,9 Prozent nach neuesten Zahlen des KBA - das ist ein Minus von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

          Die Millionen-Metropolen Paris, Madrid und Mexiko-Stadt wollen unterdessen bis zum Jahr 2025 sämtliche Diesel-Fahrzeuge aus ihren Städten verbannen. Das kündigten die Bürgermeister der drei Großstädte am Donnerstag in Mexiko-Stadt in einer gemeinsamen Erklärung als ihren Beitrag zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes an.

          In Mexikos Hauptstadt hatten sich Bürgermeister von Großstädten aus der ganzen Welt versammelt, um über ihren Beitrag zum Klimaschutz zu beraten. Dabei ging es um konkrete Maßnahmen wie die verstärkte Nutzung von Fahrrädern oder den Einsatz von erneuerbaren Energien.

          Die Städte seien die Vorreiter beim Klimaschutz, müssten aber „rasch“ handeln, forderte die Präsidentin der Städte-Vereinigung C40, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. In der Vereinigung sind inzwischen rund 90 Städte zusammengeschlossen, darunter auch New York, Rio de Janeiro, Berlin, London oder Hongkong, die zusammen 650 Millionen Menschen oder 25 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes ausmachen.

          Städte gegen Klimawandel

          Einer Studie der Bürgermeister zufolge wird ein Drittel des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes in Städten verursacht. In Mexiko-Stadt legten sie nun Empfehlungen vor, wie diese Emissionen um die Hälfte reduziert werden können. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, wären demnach in den kommenden vier Jahren 375 Milliarden Dollar (353 Milliarden Euro) Investitionen nötig.

          Dem Pariser UN-Klimaschutzabkommen zufolge soll die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, mindestens aber auf weniger als zwei Grad begrenzt werden. Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump steht dem Abkommen skeptisch gegenüber. Unklar ist, ob er so weit gehen könnte, das historische Abkommen von amerikanischer Seite aufzukündigen.

          Quelle: maxw./dpa

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