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Veröffentlicht: 17.01.2016, 13:16 Uhr

Roboter in der Wirtschaft Millionen Jobs fallen weg

Die Roboter erobern die Arbeitswelt. Jetzt macht eine düstere Prognose des Weltwirtschaftsforums in Davos die Runde: Die Automatisierung sei schuld.

von und
© AFP Ein humanoider Roboter der Firma Toshiba

Der Einsatz von Robotern und die weitere Digitalisierung der Wirtschaft werden den Arbeitsmarkt gewaltig durcheinanderrütteln. Fünf Millionen Arbeitsplätze sollen in den nächsten fünf Jahren in den Industrieländern wegfallen. Das sagt eine Untersuchung voraus, die das Weltwirtschaftsforum in Davos am Montag veröffentlichen wird. Die Prognose beruht auf einer Umfrage unter den Top-Managern der 350 größten Konzerne der Welt. Sie liegt der F.A.S. exklusiv vor.

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Die nächste industrielle Revolution, die bereits im Gange ist und unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ läuft, soll demnach mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen – und zwar weniger in den Fabriken, die bereits weitgehend automatisiert sind, sondern in Büros und Verwaltung: Gefährdet sind die Angestellten mit „weißem Kragen“, heißt es in der Untersuchung. Dem gegenüber stehen nur zwei Millionen neue Stellen, die für Spezialisten für Computer und Technik bis zum Jahr 2020 neu entstehen sollen.

© dpa, reuters Künstliche Hotelangestellte: Japanisches Hotel setzt auf Roboter

Vernichtung vieler Arbeitsplätze

Deutschland ist laut der Studie stärker vom Wandel betroffen als andere Staaten in Europa. Und ausgerechnet Frauen sind sehr viel mehr bedroht vom Verlust des Arbeitsplatzes als Männer, was die Forscher mit der unterschiedlichen Ausbildung der Geschlechter begründen: Im Vorteil sind alle naturwissenschaftlichen und IT-Berufe, die sogenannten MINT-Fächer, unter denen der Frauenanteil noch immer zu wünschen übriglässt.

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Computer, die Auto fahren, Roboter, die Kranke pflegen und selbst Schachgroßmeistern keine Chance lassen: was für viele Menschen heute (noch) undenkbar ist, wird von Wissenschaftlern seit einiger Zeit ernsthaft prognostiziert: Die sogenannte digitale Revolution setzt gewaltige Kräfte frei. Sie macht für viele Menschen das Leben angenehmer – vernichtet aber zugleich viele Arbeitsplätze, die vormals immer als sicher galten.

Fortschritte der Digitalisierung

Schon vor knapp zwei Jahren sorgte eine große Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) über das „zweite Maschinenzeitalter“ für Furore, wonach die Automatisierung die Einkommensunterschiede zwischen den Menschen vergrößern wird und – zumindest als Übergangsphänomen – Massenarbeitslosigkeit unausweichlich werden lässt. „Es gibt mehr Branchen, die Arbeitsplätze verlieren, als Branchen, die Arbeitsplätze schaffen“, warnt der Harvard-Ökonom Larry Summers. Nicht nur Taxifahrer und Postboten, auch Krankenschwestern, Buchhalter oder Anlageberater werden wegrationalisiert. In Deutschland, wo heute in vielen Regionen annähernd Vollbeschäftigung herrscht, ist die Debatte noch nicht angekommen.

Die Experten vom Weltwirtschaftsforum in Davos gehen davon aus, dass die Branchen vom Abbau der Arbeitsplätze unterschiedlich hart getroffen werden: Besonders düster sind die Aussichten in der Mittelschicht für Angestellte im Gesundheitssektor, in der Energie- und Finanzwirtschaft. Mehr Arbeitsplätze sind dagegen, wenig überraschend, im IT-Bereich zu erwarten, dort, wo die Fortschritte der Digitalisierung erdacht und konstruiert werden. Zukunftsfelder sind unter anderem Roboter, 3D-Drucker, Nanotechnologie, Gen- und Biotechnik, mobiles Internet.

Investitionen in die Ausbildung

Auch global verschieben sich die Arbeitsmärkte: Eine wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften ist in den sogenannten Asean-Staaten in Südostasien zu erwarten, gefolgt von Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika. In Europa dürfen nur Großbritannien und – deutlich schwächer – die Türkei mit einem besseren Beschäftigungsniveau rechnen. In allen anderen Staaten soll die Zahl der Arbeitslosen wachsen. Optimistisch sind die Autoren für Deutschland nur für einzelne wenige Berufszweige: Vertrieb, Logistik, Informatik und das Ingenieurwesen allgemein.

Als Gegenmaßnahme empfehlen die Autoren der Studie Investitionen in die Ausbildung, um neue Technologien zu fördern. Kürzere Arbeitszeiten, das klassische Rezept der Gewerkschaften, also eine Verteilung der weniger werdenden Arbeit auf mehr Köpfe, löse das Problem nicht, heißt es.

Die These vom massenhaften Jobverlust ist nicht unumstritten. Fachleute verweisen darauf, dass Pessimisten immer schon davon ausgingen, dass künftig Maschinen die Arbeit machen. Bisher bewahrheitete sich das nicht. Verantwortlich für den Aufbau neuer Jobs waren in der Vergangenheit die steigende Produktivität und die menschliche Kreativität: Es entstehen neue Geschäftsmodelle, wo Menschen Arbeit finden. Auch in Zukunft dürfte es für sehr flexible Arbeiten nach wie vor den Menschen brauchen, während Routinearbeiten demnächst vom Roboter erledigt werden. Allerdings ist es immer einfacher zu sagen, welche Arbeitsplätze durch den technischen Fortschritt gefährdet sind, als zu beschreiben, welche Berufe in Zukunft entstehen.

Quelle: F.A.S.

 

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