Home
http://www.faz.net/-hod-75yzd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Davos Medwedew stellt russischen Kredit für Zypern in Aussicht

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat jüngst daran gezweifelt, dass ein Hilfspaket für Zypern wirklich erforderlich ist. In Davos hat der russische Ministerpräsident Medwedew derweil gesagt, Russland könnte Zypern helfen, aber nur wenn auch die EU hilft.

© dpa Vergrößern Dimitri Medwedew am Dienstag in Davos

Russland könnte dem überschuldeten Zypern mit Krediten zur Seite stehen, wenn auch die EU einen Beitrag leistet. Das kündigte der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in einem Interview mit Bloomberg-TV an. Neues Geld werde aber nur fließen, wenn Russland zuversichtlich sein könne, dass Zypern die von der EU vorgegebenen Wirtschaftsziele erreiche, sagte der Regierungschef. Als zweite Bedingung nannte er, dass die Europäer ebenso Kredite bewilligen.

Russland hatte Zypern bereits 2011 mit 2,5 Milliarden Euro aus der Patsche geholfen. Die Regierung des Inselstaats hofft, Moskau noch einmal zu einer Geldspritze von 5 Milliarden Euro bewegen zu können. Das Euro-Mitglied braucht vor allem wegen des maroden Bankensektors über 17 Milliarden Euro, was nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht.

Viele wohlhabende Russen verwalten einen Teil ihres Vermögens bei zyprischen Banken. In der EU gibt es massive Vorbehalte gegen die Rettung der zyprischen Geldhäuser. Befürchtet wird, bei einem Rettungseinsatz das Schwarzgeld russischer Oligarchen zu schützen.

Am Montag hatte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Systemrelevanz Zyperns für den Euroraum in Zweifel gezogen. Er sei nicht sicher, ob ein Hilfspaket für Zypern notwendig sei. Nach dem Treffen der Eurogruppe am Montagabend hatten aber der scheidende Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, EU-Währungskommissar Olli Rehn und EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen die Erwartung geäußert, dass der Antrag Zyperns auf Hilfe im März genehmigt werde.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/Bloomberg

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechenland-Programm Weiter Streit über Hilfen für Hellas

Die Euroländer verlängern das auslaufende Hilfsprogramm um zwei Monate. Es gibt weiter Krach wegen der nötigen Reformen. Und auch über den aktuellen Haushalt Athens sind die Experten uneins. Mehr Von Hendrik Kafsack und Werner Mussler, Brüssel

08.12.2014, 19:27 Uhr | Wirtschaft
Bundesfinanzminister Schäuble Weniger Steuern, mehr Investitionen

Die Finanzexperten tagten schon seit Dienstag in Wismar. Die neusten Zahlen zur Steuerschätzung präsentierte dann am Donnerstag Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin. Im kommenden Jahr dürfte der Fiskus demnach 6,4 Milliarden Euro weniger in der Kasse haben als gedacht. Mehr

07.11.2014, 09:19 Uhr | Politik
Streit um Finanzen Merkel: Wir brauchen den Soli auch nach 2019

Wer trotz Rekordeinnahmen noch den Soli braucht, gibt vielleicht zu viel Geld aus, mutmaßt FDP-Chef Lindner. Derweil streiten die Länder um die Verteilung der Einnahmen. Mehr Von Henrike Roßbach, Berlin

08.12.2014, 08:11 Uhr | Wirtschaft
Trotz Urteil Schäuble hält an Steuerprivilegien für Betriebs-Erben fest

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält an den Plänen zur Änderung des Erbschaftsteuerrechts fest. Er will es nur so viel ändern wie nötig. Mehr

17.12.2014, 16:50 Uhr | Politik
Währungsabsturz Rubel-Verfall belastet Aktienkurse

Der Rubel-Absturz trifft einige Unternehmen in Westeuropa besonders hart. Dazu zählen Österreichs Raiffeisenbank, der Arzneimittelhersteller Stada und Adidas. Am meisten steht aber für den britischen Ölkonzern BP auf dem Spiel. Mehr Von Markus Frühauf und Marcus Theurer

18.12.2014, 08:28 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.01.2013, 13:18 Uhr

.