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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Weltwirtschaft Die EU ist nicht mehr Chinas größter Markt

 ·  Schlechte Nachrichten für die deutschen Exporteure: Chinas Importe sind unerwartet deutlich zurückgegangen. Die Vereinigten Staaten haben Europa zudem als wichtigsten Markt des Exportweltmeisters China abgelöst.

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Wegen der Schwäche in Europa waren im ersten Halbjahr die Vereinigten Staaten Chinas wichtigster Exportmarkt und nicht länger die EU. Das geht aus Außenhandelszahlen der Zollverwaltung in Peking vom Dienstag hervor. Während die Ausfuhr nach Amerika im Juni um 10,6 Prozent zunahm, ging sie in die EU um 1,1 Prozent zurück. Weil Chinas Inlandsnachfrage nur noch schwach wächst, ist zudem der Außenhandelüberschuss im Juni unerwartet stark gestiegen. Das könnte Druck auf die Zentralbank ausüben, den Renminbi (Yuan) aufzuwerten.

Chinas gesamter Export legte im Juni um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Das war zwar deutlich weniger als im Mai, als noch 15,3 Prozent erreicht worden waren, aber mehr als die durchschnittliche Vorhersage von rund 10 Prozent. Der Import nahm hingegen nur um 6,3 Prozent zu, kaum halb so stark wie im Vormonat und wie erwartet. Der Handelsüberschuss erreichte 31,7 Milliarden Dollar statt der erwarteten 20 Milliarden. Im Mai waren es 18,7 Milliarden gewesen.

Schlechte Nachrichten für deutsche Exportwirtschaft

Auffällig ist der starke Veränderung von Importen aus Deutschland. Nachdem sie im Mai noch um 8,7 Prozent zugelegt hatten, gingen sie im Juni um 4,6 Prozent zurück. Darin drücke sich unter anderem eine „schwache Nachfrage nach Autos“ aus, schreibt Klaus Baader von Société Générale in Hongkong. Für Analysten wie Tim Condon von ING in Singapur zeigen die Gesamtzahlen eine zunehmende Schwäche in der Inlandsnachfrage des bevölkerungsreichsten Landes der Welt. Gleiches belege die stark gefallene Inflation. Die Gefahr einer „harten Landung“ Chinas sei noch nicht gebannt. Optimistischer ist Lu Ting von der Bank of America. „Es gibt keinen Grund zur Panik und auch nicht für ein großes Konjunkturpaket“, sagt er. „Aber wir dürfen eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwarten.“

Die Zentralbank hatte vergangene Woche zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Zinsen gesenkt. Lu sieht keine Analogie zu der schlechten Zeit Ende 2008 und Anfang 2009, denn die Exporte im zurückliegenden Halbjahr seien viel besser gewesen als damals. Die Importabschwächung und den Handelsüberschuss führt er auf fallende Rohstoffpreise zurück.

Am Freitag gibt China, der größte Exporteur und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal bekannt. Bankfachleute erwarten eine Abschwächung des Wachstums von 8,1 Prozent im ersten Quartal auf 7,6 Prozent. Das wäre der schlechteste Wert seit Anfang 2009 inmitten der Finanzkrise. Am Wochenende hatte Regierungschef Wen Jiabao vor dem „großen Abwärtsdruck“ auf die Wirtschaft gewarnt und angekündigt, mehr dagegen zu unternehmen.
 

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.

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