01.07.2009 · Es ist eine schleichende Umarmung - sanft, aber mit Berechnung. China, zweitgrößte Volkswirtschaft Asiens, macht seinen Yuan hoffähig. Das gelingt, indem Peking das Interesse der anderen Handelsnationen Asiens an einer einfachen Abwicklung nutzt.
Von Christoph HeinEs ist eine schleichende Umarmung, sanft, aber mit Berechnung. China, zweitgrößte Volkswirtschaft Asiens, macht seinen Yuan hoffähig. Das gelingt, indem Peking das Interesse der anderen Handelsnationen Asiens an einer einfachen Abwicklung von Geschäften und einer politischen Nähe zum großen Nachbarn nutzt.
Zudem hoffen die Händler in Asien, dass der Yuan auf Dauer weiter gegenüber dem Dollar aufwertet. Warum also sollten sie auf die Leitwährung Dollar zurückgreifen, wenn sie ihre Geschäfte mit China direkt in dessen Währung abrechnen können? Peking schafft mit der Aktion zur Aufwertung des Ansehens des Yuan Fakten. Während der Rest der Welt darüber diskutiert, ob der Vorstoß aus China zur Minimierung des Dollar als Reservewährung ernst zu nehmen sei, sind Asiaten gerne bereit, auf den Greenback zu verzichten und den Yuan zu akzeptieren.
Dabei ist es ihnen gleichgültig, dass die chinesische Währung nicht voll konvertibel ist. Asiaten sind Pragmatiker. Die schleichende Anerkennung des Yuan ist ein exzellentes Beispiel für die Politik der Vereinnahmung, die Peking betreibt. Und für den Bedeutungsverlust, den der Westen und sein System in Asien nicht ohne eigene Schuld erleiden.
Christoph Hein Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2477 | −0,09% |
| Rohöl Brent Crude | 106,40 $ | −0,42% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?