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Weltkonjunktur G8 -„Pfeifen im Wald“

23.07.2001 ·  Günstige Wachstumsaussichten bescheinigten die G8-Teilnehmer der Weltwirtschaft. Vertreter der Wirtschaft sind dagegen skeptisch.

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Günstige Wachstumsaussichten bescheinigten die Staats- und Regierungschefs der Weltkonjunktur beim G8-Gipfel in Genua. Vertreter der Wirtschaft sind dagegen wesentlich skeptischer.

„Mittelfristig sind die Aussichten nicht rosig“, widerspricht Thomas Meißner, Chefvolkswirt der GZ-Bank, der Einschätzung der Gipfelteilnehmer. Der Lackmus-Test für die Entwicklung der Weltwirtschaft stehe erst noch bevor. Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), bezeichnete die Aussagen der Staats- und Regierungschefs als „Mutmachen durch Pfeifen im Wald“. Es gebe zwar einige positive Anzeichen, aber die Schlacht sei noch nicht gewonnen, sagte Zimmermann weiter.

Dünne Ergebnisse

Im Vergleich zu den Krawallen, die den Gipfel begleiteten, hält Meißner die Ergebnisse für dünn. „Während sich die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr stärker als erwartet verlangsamt hat, schaffen gesunde Wirtschaftspolitiken und Fundamentaldaten eine solide Grundlage für stärkeres Wachstums“, hieß es im Abschluss-Kommunique des Treffens. Steuersenkungen und Strukturreformen zur Schaffung von Arbeitsplätzen sollen ein nachhaltiges, inflationsfreies Wachstum unterstützen.

„Sprachlosigkeite zwischen den Blöcken“

Bei den Gipfelgesprächen haben sich nach Ansicht des GZ-Bank-Chefvolkswirts neue Gefahren für die Weltwirtschaft aufgetan. Als problematisch schätzt er die „sture Attitüde“ des amerikanischen Präsidenten ein: „Es ist sehr schwer, mit Bush zu reden“. Meißner befürchtet daher eine neue „Sprachlosigkeit zwischen den Blöcken“. Schwer vereinbar sei auch die Entwicklung der japanischen Wirtschaft. „Japan denkt momentan nur an sich“, so Meißner. Angesichts dieser Differenzen ist der Chefvolkswirt der GZ-Bank besorgt, dass bei den Vertretern der Weltwirtschaft langfristig Sand ins Getriebe kommt.

Auch Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul kritisierte das Verhalten der USA. Präsident Bush müsse endlich sein Handeln den Notwendigkeiten anpassen, verlangte sie. Das Verhalten der USA gleiche dem eines Dinosauriers. Aus der Perspektive der Entwicklungsländer zog die Ministerin eine positive Bilanz.

Quelle: @nal, mit Material von dpa
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