Home
http://www.faz.net/-gqe-rxgs
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Welthandel Auf dem Weg nach Doha

Ein Abschluß der Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels 2006 liegt nach der WTO-Konferenz in Hongkong wieder im Bereich des Möglichen. Die eigentliche Arbeit wird im kommenden Jahr zu leisten sein.

Es brauchte 350 Tassen Kaffee und viel guten Willen, damit sich die 149 Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) in einer langen Nachtsitzung während der Ministerkonferenz in Hongkong doch noch auf eine gemeinsame Abschlußerklärung einigten. Ein Abschluß der Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels 2006 liege damit wieder im Bereich des Möglichen, lautete das Fazit des WTO-Generaldirektors Pascal Lamy. Der Franzose weiß indes nur zu gut, daß die eigentliche Arbeit im kommenden Jahr zu leisten sein wird.

Denn die Zusage der Europäer, bis zum Jahr 2013 sämtliche Exportsubventionen für die Landwirtschaft zu kappen, diente ebenso wie die Zugeständnisse der Amerikaner im Baumwollstreit mit Westafrika vor allem als politisches Signal: Die Entwicklungsländer, denen diese Handelsrunde eigentlich gewidmet war, sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die eigentliche Kernfrage - die Verbesserung des globalen Marktzuganges durch Reduzierung von Einfuhrzöllen - hatte Lamy vorsorglich schon von der Tagesordnung genommen (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: WTO-Konferenz in Hongkong)

Mehr zum Thema

Von einem raschen Abschluß der Runde können in der Tat auch die Entwicklungsländer profitieren - schließlich geht es darum, ihre Einbindung in den Welthandel, der in diesem Jahr um mehr als 6 Prozent zugenommen hat, zu stärken. Im vergangenen Jahr erreichten sie einen Anteil von zusammen 31 Prozent - soviel wie seit 50 Jahren nicht. Im Frühjahr werden also die Unterhändler der 149 Mitgliedstaaten neuerlich zusammenkommen, um darüber zu verhandeln, wer wie schnell seine Märkte für welche Produkte öffnet.

Den Freihändlern könnte zugute kommen, daß das Verhandlungsmandat des amerikanischen Kongresses für Präsident George Bush im Juni 2007 ausläuft. Das erhöht die Kompromißbereitschaft, sofern Bush den Abschluß noch in die Bilanz seiner zweiten und letzten Amtszeit einfließen lassen will. Die Frage ist allerdings, wie groß das Interesse der großen Handelsmächte an einer globalen Regelung noch ist: Der Trend zur Regionalisierung in der internationalen Handelspolitik ist ausgeprägt.

Quelle: svs., F.A.Z., 02.01.2006, Nr. 1 / Seite 14

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Handelsabkommen CETA Hormonfreie Steaks und griechischer Wein

Kanada und die EU schließen das Freihandelsabkommen Ceta und machen einander dabei Zugeständnisse. Gegen den Investorenschutz regt sich jedoch Widerstand. Nicht nur in Europa. Mehr Von Hendrik Kafsack und Patrick Welter, Text, und Patrick Bernau, Vertragsführung

26.09.2014, 19:13 Uhr | Wirtschaft
Stoppok Popschutz

Hörproben: Kalter Kaffee, Ruhige See Mehr

15.09.2014, 19:41 Uhr | Feuilleton
Demokratie und freier Handel Hongkong bebt, die Wirtschaft kuscht

Hongkonger Banken und Industrielle lehnen die Proteste für mehr Demokratie ab. Auch die westliche Wirtschaft will das chinesische Regime nicht verärgern. Aber kann der autoritäre Kapitalismus langfristig klappen? Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

30.09.2014, 07:06 Uhr | Wirtschaft
Mit 100 noch mal umziehen

Eigentlich will man mit 100 Jahren ja nicht noch mal neu anfangen. Aber da wird Emerson gar nicht groß gefragt. Die Riesenschildkröte zieht von San Diego nach Toldedo um. Mehr

04.09.2014, 09:39 Uhr | Gesellschaft
Freihandelsabkommen Das Problem mit den Geheimgerichten

Am Streit um die Schiedsgerichte darf das Freihandelsabkommen mit Amerika nicht scheitern. Es bietet vielmehr die Chance, die großen Schwächen dieser oft geheimen Gerichte zu beheben. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Robert Basedow

27.09.2014, 16:34 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2006, 16:15 Uhr

Paris erfrischend kaltblütig

Von Christian Schubert, Paris

Die französische Familienpolitik verschlingt viel Geld. Jetzt will die sozialistische Regierung einige Leistungen kürzen. Gut so! Sie sollte auch noch andere Wohltaten unter die Lupe nehmen. Mehr 3


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wo die Milliardäre wohnen

In den Vereinigten Staaten wohnen mit Abstand die meisten Superreichen der Welt. Deutschland ist unter ihnen aber auch beliebt - in Europa liegt nur ein Land vor der Bundesrepublik. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden