05.11.2008 · Zu dem in Kürze stattfindenden Weltfinanzgipfel in Washington hat Frankreichs Präsident einen nicht eingeladen: Jean Claude Juncker, den Chef der Euro-Gruppe. Offenbar fürchtet Sarkozy, dass ihm jemand die Show stehlen könnte.
Von Werner MusslerNur mit Mühe sind die vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy vor zwei Wochen in der EU aufgetürmten Wogen geglättet worden. Sein absurder Vorschlag, die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder sollten künftig regelmäßig zusätzlich zur Euro-Gruppe (den Finanzministern) tagen, am besten mit ihm als Dauer-Chef, wurde zuerst totgeschwiegen, dann energisch zurückgewiesen.
Doch Sarkozy hat daraus nichts gelernt. Zu dem in Kürze stattfindenden Weltfinanzgipfel in Washington hat er zwar die Ministerpräsidenten Spaniens und der Tschechischen Republik hinzugebeten. Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, soll jedoch zu Hause bleiben.
Es darf keine Rolle spielen, dass Juncker nicht aus den G 20 kommt
Das ist grotesk. Es darf keine Rolle spielen, dass der Luxemburger aus keinem der G-20-Staaten kommt, die in Washington teilnehmen sollen - zumal in der G 20 dem Ratsvorsitz der EU stets ein Sitz zusteht. Wenn es in Washington tatsächlich die von Frankreich angestrebte „einheitliche Linie“ der EU zur Finanzmarktstabilisierung geben soll, wäre das ohne den auf internationalem Parkett bewährten Juncker schlicht unmöglich.
Sarkozy fürchtet wohl, dass ihm einer die Show stiehlt. Vielleicht ist ja in der deutschen Delegation noch ein Plätzchen frei.
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