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Weltbank Zoellick gibt sein Amt ab

15.02.2012 ·  Der Weltbank-Chef Robert Zoellick tritt am 30. Juni ab. Er werde zum Ende seiner fünfjährigen Amtszeit sein Amt aufgeben, teilte die internationale Organisation am Mittwoch in Washington mit. Der Amerikaner hatte die Führung der Weltbank 2007 übernommen.

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Weltbank-Präsident Robert Zoellick tritt am 30. Juni nach fünf Jahren an der Spitze der Finanzinstitution ab. Zoellick erklärte am Mittwoch in Washington, dass er keine zweite Amtszeit anstrebe. „Es ist für mich an der Zeit weiterzuziehen“, sagte der 58-Jährige.

Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Mögliche Kandidaten für seine Nachfolge sind laut amerikanischen Medien Außenministerin Hillary Clinton und der frühere Wirtschaftsberater der amerikanischen Regierung, Larry Summers. An der Spitze der Weltbank steht traditionell ein Amerikaner, während der Internationale Währungsfonds (IWF) von einem Europäer geführt wird. Allerdings drängen Schwellenländer - zuletzt bei der Vergabe des IWF-Chefsessels - auf eine Besetzung der Spitzenposten. Staaten wie Brasilien und China dürften sich daher nun erneut zu Wort melden. Brasiliens Finanzminister Guido Mantega betonte am Mittwoch bereits, die Nationalität sollte keine Rolle bei der Auswahl des nächsten Präsidenten spielen. Zugleich räumte er ein, es sei wahrscheinlich, dass erneut ein Amerikaner den Posten einnehmen werde.

Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie die Schwesterorganisation, der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Zoellick war im Juli 2007 auf Paul Wolfowitz gefolgt, der seinen Posten wegen der Verwicklung in eine Begünstigungsaffäre hatte niederlegen müssen.

Zuvor war Zoellick in mehreren Funktionen Mitglied der Regierung des früheren amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Zudem war er Manager bei Goldman-Sachs. Als Außenhandelsbeauftragter führte er unter anderem die Verhandlungen mit China und Taiwan über deren Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO zum Abschluss.

Zudem war er Ansprechpartner für die EU in Handelsfragen. In Deutschland war Zoellick zuvor durch seine Rolle als amerikanischer Chefunterhändler in den Verhandlungen über die deutsche Einheit bekannt geworden.

Der Republikaner Zoellick könnte nach Einschätzung von Experten ins Weiße Haus wechseln, sollte sich ein Parteifreund bei der Wahl in den Vereinigten Staaten Ende 2012 im Rennen gegen Präsident Barack Obama durchsetzen. Zoellick hatte als Weltbank-Präsident seinen Fokus auf die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise gelegt und in dem Zusammenhang vor sozialen Unruhen in den ärmsten Ländern gewarnt. Erst jüngst hatte er die Bundesregierung aufgefordert, die Führung bei der Lösung der Schuldenprobleme in der Euro-Zone zu übernehmen.

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