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Weimarer Republik Gold gab ich für Eisen - die deutsche Inflation 1923

19.08.2009 ·  Eine Ursache der deutschen Hyperinflation der frühen zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts ist in der Finanzierung des Ersten Weltkriegs zu suchen.

Von Gerald Braunberger
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Eine Ursache der deutschen Hyperinflation der frühen zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts ist in der Finanzierung des Ersten Weltkriegs zu suchen. Neben der Aktion „Gold gab ich für Eisen“, bei der die Bevölkerung ihre Edelmetallvorräte ablieferte, setzte das Deutsche Reich auf die Finanzierung durch Kriegsanleihen. Bezahlt werden sollten diese Anleihen nach dem erwarteten Sieg durch die Ausplünderung der Kriegsgegner. Der Plan besaß allerdings mindestens einen Haken: Das Deutsche Reich verlor den Ersten Weltkrieg und sah sich neben seiner eigenen Schuld hohen Reparationsforderungen der Alliierten gegenüber.

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs übertrafen die deutschen Staatsschulden mit 150 Milliarden Mark knapp das Bruttoinlandsprodukt. Weite Teile der Bevölkerung waren als Folge des langen Krieges verarmt. Wegen des niedrigen Lohnniveaus war die deutsche Wirtschaft international jedoch wettbewerbsfähig, was sich in einem recht kräftigen Wirtschaftswachstum äußerte.

Trotz der wirtschaftlichen Besserung gelang es nicht, das Staatsschuldenproblem zu lösen. Im Gegenteil: Die Politik ließ eine weitere Geldentwertung zu, die nebenher den Wert der Schulden reduzierte. Für diese laxe Politik gab es mehrere Gründe: Die politische Fragilität der jungen Weimarer Republik und die dauernde Furcht vor Unruhen nahmen den Politikern den Mut, den Menschen wirtschaftliche Lasten aufzubürden. Es wurde befürchtet, eine Bekämpfung der Inflation könne zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Plausibel ist daneben, einen Zusammenhang zwischen den Reparationen und der Inflation herzustellen. Demnach wollte die deutsche Politik durch die Entwertung der Mark den Alliierten die Unmöglichkeit aufzeigen, hohe Reparationen in Fremdwährungen aufzubringen.

Völlig aus dem Ruder lief der Inflationsprozess in den Jahren 1922 und 1923. Im November 1923 kostete ein Dollar 4,2 Billionen Mark. Besonders betroffen von der Geldentwertung waren abhängig Beschäftigte und Besitzer von Geldvermögen. Die Inflation trug damit zur politischen Radikalisierung Deutschlands bei.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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