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Veröffentlicht: 05.12.2012, 15:00 Uhr

Weihnachtsfeier-Knigge Bloß nicht im bauchfreien Top erscheinen

Knigge-Benimm-Regeln gibt es nicht nur fürs Anordnen von Besteck, sondern auch für Betriebs-Weihnachtsfeiern. So manche Weisheit (nicht zu viel Glühwein) mag auf der Hand liegen. Doch wie ist es mit dem Versicherungsschutz? Und was mache ich, wenn mein betrunkener Chef mir das Du anbietet?

© dpa Bei der Adventsfeier mit Kollegen braucht es eine gute Mischung aus Nähe und Distanz.

Normalerweise beschäftigen sich der Deutsche Knigge-Rat und die Deutsche Knigge Gesellschaft mit der Anordnung von Bestecken bei Tisch oder mit dem standesgemäßen Austausch von zwischenmenschlichen Höflichkeitsfloskeln. Passend zur Adventszeit haben die Benimm-Experten aber auch einige goldene Regeln für betriebliche Weihnachtsfeiern parat.

Muss ich unbedingt zur Weihnachtsfeier?

Ja, sagten die Experten. Das Fernbleiben ohne wichtigen Grund könnte von den Kollegen als Desinteresse an einem harmonischen Betriebsklima ausgelegt werden. Wer an der Weihnachtsfeier nicht teilnimmt, gilt womöglich als arrogant und läuft Gefahr, sich zum Außenseiter machen.

Wie viel Alkohol ist zulässig?

Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Denn es gibt auch einen Tag danach. Wer sich auf der Feier weinselig verplappert, kann sich schnell zum Gespött der Kollegen machen.

Kann ich mich locker kleiden?

Im Prinzip sollten Mitarbeiter gekleidet sein wie im Büro, vielleicht ein bisschen festlicher. Bauchfreie Teile haben auf der Weihnachtsfeier nichts verloren. Der Dress-Code lautet: Dezent und gepflegt statt aufreizend, schrill und bunt.

Flirten erlaubt?

Laut einer aktuellen Umfrage der Partnervermittlung Elite Partner hatte ein Drittel der Singles schon einmal einen Weihnachtsfeier-Flirt, und knapp die Hälfte wäre auf der Feier einer Knutscherei nicht abgeneigt. Aber Achtung: Das Risiko, am Tag danach zum Mittelpunkt des Flurfunks zu werden, ist hoch.

Welche Themen sollten auf der Weihnachtsfeier nicht angesprochen
werden?

Ärger am Arbeitsplatz und Beschwerden über Kollegen sollte man zu Hause lassen. Gespräche über betriebliche Angelegenheiten sollten generell die Ausnahme bleiben, vor allem wenn Partner, Kunden oder Lieferanten dabei sind, weil die sich sonst langweilen. Wer mit dem Chef plaudert, sollte ihn in diesem Rahmen keinesfalls nach einer Gehaltserhöhung fragen.

Darf ich meinen Vorgesetzten duzen?

Bei einer Weihnachtsfeier geht es um eine richtige Mischung aus Distanz und Nähe. Plumpe Vertraulichkeiten und alkoholgeschwängerte Duz-Angebote sind fehl am Platze. Bietet der Chef das Du an, sollte der Mitarbeiter dies aber annehmen. Nach Knigge steht dem Vorgesetzten das Anbieten auch zu. Ist sich der Mitarbeiter am nächsten Tag nicht sicher, ob der Chef sich noch daran erinnert, heißt es abwarten. Besser ist es, ihn dann vorsichtshalber in der dritten Person anzureden: „Sollte man heute nicht...“

Bin ich auf der Weihnachtsfeier versichert?

Wer sich auf einer Betriebsfeier oder dem Weg dorthin zum Beispiel das Bein bricht, ist gesetzlich unfallversichert. Voraussetzung ist, dass es sich um eine offizielle Weihnachtsfeier handelt und der Chef eingeladen hat. Aber Achtung: Alkoholkonsum gefährdet den Versicherungsschutz. Wer nach zuviel Glühwein, Bier und Schnaps auf dem Nachhauseweg stürzt oder einen Unfall mit dem Auto baut, kann nicht auf Zahlungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung bauen.

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Quelle: AFP

 

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