http://www.faz.net/-gqe-76y3y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 15.02.2013, 10:30 Uhr

Weidmann vor G-20-Treffen „EZB wird den Wechselkurs nicht manipulieren“

Kürzlich hatte EZB-Präsident Draghi den Eurokurs mit der Aussage belastet, die Aufwertung stelle ein Abwärtsrisiko für die Inflation dar. Vor dem G-20-Treffen will Bundesbankpräsident Weidmann nun Spekulationen über eine Zinssenkung zerstreuen.

© dapd Bundesbankpräsident Weidmann: „Wir werden eine geldpolitische Entscheidung nicht ausschließlich mit einem Faktor rechtfertigen.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) will laut Bundesbankpräsident Jens Weidmann den Eurokurs nicht beeinflussen. „Die EZB wird den Wechselkurs nicht manipulieren oder die Geldpolitik unmittelbar an den Wechselkursen ausrichten“, sagte Weidmann am Freitag dem Fernsehsender Bloomberg TV.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche mit seiner Aussage, dass die Aufwertung des Euro ein Abwärtsrisiko für die Inflation darstellt, den Eurokurs belastet. „Ich glaube nicht, dass Mario Draghi mit seinen Aussagen den Euro hoch oder runter reden wollte“, sagte Weidmann.

„Der Eurokurs ist lediglich ein Faktor von vielen“

Eine Aufwertung des Euro alleine werde nicht zu einer Zinssenkung führen: „Der Eurokurs ist lediglich ein Faktor von vielen, der die künftigen Inflationsraten bestimmt. Wir werden unsere Geldpolitik jedoch nicht nur an einem Faktor ausrichten.“

Im aktuellen Eurokurs sieht Weidmann auch kein großes Problem: „Ich glaube, der Wechselkurs des Euro entspricht weitgehend den Fundamentaldaten. Man kann nicht sagen, dass der Euro deutlich überbewertet ist.“

Die Aussagen von Weidmann erfolgten vor einem Treffen von Finanzministern und Zentralbankern der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Moskau. Laut Weidmann werden Wechselkurse jedoch nicht das Hauptthema der Zusammenkunft sein. Es gebe eine breite Agenda, auf der das Thema nur eines von vielen sei.

Mehr zum Thema

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußerte sich am Freitagmorgen zuversichtlich, dass sich nach den G 7 auch die G-20-Länder auf eine gemeinsame Linie in der Währungspolitik verständigen können. Es gehe um marktorientierte Wechselkurse ohne Interventionen des Staates, sagte Schäuble im Deutschlandfunk. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass dies auch die gemeinsame Position in Moskau aller G20-Staaten sein wird.“

Zugleich betonte der Bundesfinanzminister, dass die Reduzierung der Staatsfinanzierung fortgesetzt werden müsse. Dies sei in Toronto vereinbart worden. Zu den Zielen, auf die man sich damals verständigt hatte, gehört eine Halbierung der Staatsdefizite bis 2013 und eine Schuldenstandsstabilisierung bis 2016.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Eurokrise Hat Schäuble Strafen verhindert?

Ist der deutsche Finanzminister verantwortlich für die Milde der EU-Kommission gegen Spanien und Portugal? Nicht wirklich – und doch trägt Schäuble seinen Teil dazu bei. Mehr Von Werner Mussler, Brüssel

29.07.2016, 07:34 Uhr | Wirtschaft
Tanzen in der Luft Fallschirm-Athleten im Wettkampf

Hoch oben am Himmel über der Region um die russische Hauptstadt Moskau waren die 40. Militär-Weltmeisterschaften im Fallschirmspringen. Die nächste Ausgabe soll im kommenden Jahr in Deutschland stattfinden. Mehr

30.07.2016, 10:32 Uhr | Sport
Belagerung in Syrien Eingang zur Hölle

Russland und das Assad-Regime hungern Aleppo aus. Gleichzeitig machen sie den Einwohnern der geschundenen Stadt ein vergiftetes Angebot. Mehr Von Christoph Ehrhardt und Friedrich Schmidt, Moskau

30.07.2016, 12:20 Uhr | Politik
Quer durch die Niederlande Der größte Fußmarsch der Welt

Jedes Jahr im Sommer treffen sich mitten in den Niederlanden Zehntausende, um am größten Fußmarsch der Welt teilzunehmen: den Nijmeegse Vierdaagse. Dabei müssen sie Tagesetappen von 30, 40 oder 50 Kilometern bewältigen. Mehr

29.07.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Marktbericht Dax beendet gute Woche und starken Monat fest

Trotz eines festen Euro-Kurses sowie enttäuschender amerikanischer Konjunkturdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag im Plus geschlossen. Zudem verzeichnete er eine positive Wochenbilanz und einen ausgezeichneten Monatsabschluss. Mehr

29.07.2016, 18:23 Uhr | Finanzen

Man darf wieder an Gold glauben

Von Thomas Klemm

Derzeit träumen nicht nur Athleten der kommenden Olympischen Spiele in Rio von Gold. Auch Anleger fühlen sich zunehmend vom zeitlosen Edelmetall angezogen. Kommt es jetzt in Zeiten der Niedrigzinsen zum Umdenken? Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden