Home
http://www.faz.net/-gqe-76y3y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Weidmann vor G-20-Treffen „EZB wird den Wechselkurs nicht manipulieren“

Kürzlich hatte EZB-Präsident Draghi den Eurokurs mit der Aussage belastet, die Aufwertung stelle ein Abwärtsrisiko für die Inflation dar. Vor dem G-20-Treffen will Bundesbankpräsident Weidmann nun Spekulationen über eine Zinssenkung zerstreuen.

© dapd Vergrößern Bundesbankpräsident Weidmann: „Wir werden eine geldpolitische Entscheidung nicht ausschließlich mit einem Faktor rechtfertigen.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) will laut Bundesbankpräsident Jens Weidmann den Eurokurs nicht beeinflussen. „Die EZB wird den Wechselkurs nicht manipulieren oder die Geldpolitik unmittelbar an den Wechselkursen ausrichten“, sagte Weidmann am Freitag dem Fernsehsender Bloomberg TV.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche mit seiner Aussage, dass die Aufwertung des Euro ein Abwärtsrisiko für die Inflation darstellt, den Eurokurs belastet. „Ich glaube nicht, dass Mario Draghi mit seinen Aussagen den Euro hoch oder runter reden wollte“, sagte Weidmann.

„Der Eurokurs ist lediglich ein Faktor von vielen“

Eine Aufwertung des Euro alleine werde nicht zu einer Zinssenkung führen: „Der Eurokurs ist lediglich ein Faktor von vielen, der die künftigen Inflationsraten bestimmt. Wir werden unsere Geldpolitik jedoch nicht nur an einem Faktor ausrichten.“

Im aktuellen Eurokurs sieht Weidmann auch kein großes Problem: „Ich glaube, der Wechselkurs des Euro entspricht weitgehend den Fundamentaldaten. Man kann nicht sagen, dass der Euro deutlich überbewertet ist.“

Die Aussagen von Weidmann erfolgten vor einem Treffen von Finanzministern und Zentralbankern der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Moskau. Laut Weidmann werden Wechselkurse jedoch nicht das Hauptthema der Zusammenkunft sein. Es gebe eine breite Agenda, auf der das Thema nur eines von vielen sei.

Mehr zum Thema

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußerte sich am Freitagmorgen zuversichtlich, dass sich nach den G 7 auch die G-20-Länder auf eine gemeinsame Linie in der Währungspolitik verständigen können. Es gehe um marktorientierte Wechselkurse ohne Interventionen des Staates, sagte Schäuble im Deutschlandfunk. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass dies auch die gemeinsame Position in Moskau aller G20-Staaten sein wird.“

Zugleich betonte der Bundesfinanzminister, dass die Reduzierung der Staatsfinanzierung fortgesetzt werden müsse. Dies sei in Toronto vereinbart worden. Zu den Zielen, auf die man sich damals verständigt hatte, gehört eine Halbierung der Staatsdefizite bis 2013 und eine Schuldenstandsstabilisierung bis 2016.

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EZB-Präsident Draghis deutsches Dilemma

Das Verhältnis zwischen EZB-Präsident Draghi und Bundesbank-Präsident Weidmann ist zerrüttet. Und auch das Verhältnis zu Berlin hat sich spürbar abgekühlt. Noch schweigt Merkel. Mehr

24.10.2014, 12:10 Uhr | Wirtschaft
Streit um Geldpolitik Draghi gegen Weidmann

Die negativen Stimmen zu EZB-Chef Mario Draghi werden immer lauter. Auch der Chef der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann übt Kritik. Mehr

24.10.2014, 12:53 Uhr | Wirtschaft
Nach ABS und Covered Bonds Kauft die EZB bald Unternehmensanleihen?

Die Europäische Zentralbank will mit Macht mehr Geld in die Märkte pumpen. Als nächste Stufe könnte nun ein Kauf von Unternehmensanleihen anstehen. Mehr Von Philip Plickert

21.10.2014, 17:23 Uhr | Wirtschaft
EZB überrascht Börsen mit neuer Zinssenkung

Die Aussicht auf zusätzliche milliardenschwere Geldspritzen haben den Euro auf Talfahrt geschickt. Dax und EuroStoxx50 zogen dagegen an. EZB-Präsident Mario Draghi hatte eine Senkung des Leitzinses von 0,15 auf 0,05 Prozent angekündigt. Mehr

04.09.2014, 17:57 Uhr | Wirtschaft
Covered Bonds EZB beginnt mit geplanten Pfandbriefaufkäufen

Die Europäische Zentralbank hat wie zuvor angekündigt mit dem Kauf sogenannter Covered Bonds begonnen, das sind Anleihen, die mit Forderungen gedeckt sind. Kritiker bezweifeln, dass das Programm wirkt. Mehr

20.10.2014, 11:58 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.02.2013, 10:30 Uhr

Geld rettet Japan nicht

Von Carsten Germis

Die japanische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer noch weiteren Öffnung der geldpolitischen Schleusen. Doch das rettet das Land nicht. Mehr 5 11

Umfrage

Sparen Sie angesichts der niedrigen Zinsen noch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutschland sticht in See

Das „Traumschiff“ steuert in die Insolvenz: Es erwirtschaftet schlicht zu wenig Geld – obwohl das Interesse an Kreuzfahrten so groß ist wie nie zuvor, wie unsere Grafik des Tages zeigt. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden