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Kommentar : Bisher geht es Deutschland gut

Laut der Analysen des WEF kann man von einer dauerhaften wirtschaftlichen Erholung nicht ausgehen. Bild: Reuters

Deutschland steht im Wettbewerbsranking relativ weit oben – trotz zu hoher Steuern und zu viel Bürokratie. Aber ohne Reformen lässt sich das nicht halten.

          Es ist eine pessimistische Prognose, zu der das World Economic Forum (WEF) in seiner Analyse der Wettbewerbsfähigkeit der Länder dieser Welt kommt: Von einer dauerhaften wirtschaftlichen Erholung sei nicht auszugehen. Die positive Konjunkturentwicklung sei vor allem durch die außergewöhnlich niedrigen Zinsen gestützt. Und die Banken hätten sich trotz aller Hilfen immer noch nicht vom Schock des Jahres 2007 erholt, in manchen Teilen der Welt nehme ihre Stabilität weiter ab.

          Dass das WEF zudem erhebliche Stellenverluste durch die Digitalisierung befürchtet, ist nicht neu – wenn auch in der Dimension umstritten. So oder so hat es seinen Grund, dass Deutschland im Wettbewerbsranking trotz zu hoher Steuern und zu viel Bürokratie rund um Unternehmensgründungen relativ weit oben steht. Denn in der Erwartung künftiger Verwerfungen gilt, dass die Arbeitsmärkte ein ausgewogenes Verhältnis von Flexibilität und sozialem Schutz bieten müssen.

          Das bekommt Deutschland bisher gut hin. Klar ist aber auch, dass das richtige Verhältnis ständig neu ausgelotet werden muss. Nur ohne Angst vor Veränderungen kann beides gelingen: die Flexibilität des Arbeitsmarkts und soziale Sicherheit zu bewahren. Aber auf die Tarifparteien wird in dieser Hinsicht in den nächsten fünf Jahren mehr Arbeit zukommen als in den vergangenen.

          Carsten Knop

          verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung und Unternehmen.

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          Quelle: F.A.Z.

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