21.06.2010 · Mit der Aufwertung seiner Währung handelt Peking zwar auf eigene Initiative. Der Eindruck, dass die Führung internationalem Druck nachgegeben habe, ist dennoch schwer zu vermeiden. Ökonomisch gesehen, sind viele der Hoffnungen übertrieben, die im Westen damit verbunden sind.
Von Patrick WelterChina bringt zum Gipfeltreffen der G-20-Staaten in dieser Woche ein Gastgeschenk mit. Das ist die politische Bedeutung der Ankündigung, den Wechselkurs des Renminbi allmählich aufwerten zu lassen. Peking handelt damit zwar auf eigene Initiative. Der Eindruck, dass die Führung internationalem Druck nachgegeben habe, ist dennoch schwer zu vermeiden.
Ökonomisch gesehen, sind viele der Hoffnungen übertrieben, die im Westen damit verbunden sind. Wie in den ersten drei Jahren der langsamen Aufwertung bis 2008 wird Chinas Handelsüberschuss nicht drastisch sinken. Dies ahnend, bleibt der Druck auf Peking gerade in Amerika hoch. Ohnedies gründen die scheinbaren globalen Ungleichgewichte mindestens ebenso in europäischer Schuldenpolitik und in amerikanischem Keynesianismus wie im Renminbi-Kurs.
Wichtiger ist deshalb, dass Chinas Zentralbank mit einer Aufwertung einen Teil der geldpolitischen Souveränität wiedergewinnt, die sie durch die Bindung an den Dollar und so an Amerikas Niedrigzinspolitik verloren hatte. Für die Stabilisierung des chinesischen Wachstums und indirekt der Weltwirtschaft ist damit mehr gewonnen als durch den Abbau von Handelsbilanzsalden.
Zu voreilig kommentiert - Verpäteter Aprilscherz der Chinesen!
Rüdiger Noll (krn)
- 21.06.2010, 15:41 Uhr
@christian
Frank Geiser (geiser123)
- 21.06.2010, 16:04 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2478 | −0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 106,35 $ | −0,47% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?