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Wechsel im Frühjahr Deutscher Top-Manager Enders wird EADS-Chef

26.01.2012 ·  Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wird künftig von dem deutschen Spitzenmanager Thomas Enders geleitet. Der derzeitige Chef der größten EADS-Tochtergesellschaft Airbus mit dem Spitznamen „Major Tom“ gilt als knallharter Manager.

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Der Verwaltungsrat des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS hat am Donnerstag den Aufstieg des derzeitigen Airbus-Chefs Thomas Enders an die Konzernspitze bekannt gegeben. Wie das Unternehmen mitteilte, soll zudem der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, in den Verwaltungsrat aufrücken. Er übernimmt den Sitz des Unternehmers Arnaud Lagardère, der ab 1. Juni Verwaltungsrat-Vorsitzender werden soll. Neuer Chef des Flugzeugherstellers Airbus soll wiederum der Franzose Fabrice Brégier werden.

Paris sorgte sich um „zu viele Deutsche“

Enders löst den Franzosen Louis Gallois als Chef von EADS ab. Eine Entscheidung über die Nachfolge war zunächst aufgeschoben worden. Bei dem Streit ging es um die alten deutsch-französischen
Reibereien in dem Konzern: Der französische Staat, der mit 15 Prozent an EADS beteiligt ist, wollte angeblich Enders’ Personaltableau für die neue Führungsriege bei EADS und Airbus nicht akzeptieren. Zu viele Deutsche, zu wenig Franzosen, hieß es.

Letzten Endes wollte die Regierung in Paris aber nicht riskieren, dass es Enders zu bunt wird und er den Konzern verlässt, denn Enders ist unumstritten einer der Top-Manager. Der frühere Fallschirmjäger bei der Bundeswehr, der deshalb den Spitznamen „Major Tom“ trägt, gilt als knallharter Manager, der strategisch denkt und sich gegen zu viel staatliche Einflussnahme zur Wehr setzt. Als Airbus-Chef konnte er zuletzt glänzende Bilanzen vorlegen. Im vergangenen Jahr schnellten die Bestellungen auf eine Rekordzahl von 1419 Maschinen, der amerikanische Konkurrent Boeing wurde zum wiederholten Male abgehängt.

Sohn eines Schäfers

Enders, der als direkt und zuweilen auch undiplomatisch bekannt ist, setzte bei Airbus ab 2007 ein umfassendes Sanierungs- und Rationalisierungsprogramm um. Trotz vieler Erfolge - insbesondere mit dem spritsparenden Mittelstrecken-Kassenschlager A320neo - bestehen allerdings eine Reihe von Baustellen fort: technische Probleme beim Riesen-Airbus A380, Lieferprobleme beim Militärtransporter A400M und Verzögerungen beim Langstreckenflugzeug A350.

Der vierfache Familienvater Enders spricht aus persönlicher Erfahrung, wenn er darüber redet, wie man sich unermüdlich an die Spitze kämpft: Der Älteste von vier Brüdern wuchs im Westerwald als Sohn eines Schäfers auf. Zuhause musste er von klein auf mithelfen und hart anpacken. Dank einer Lehrerin, die seine Begabung erkannte, kam er aufs Gymnasium. Später studierte er Politik, Volkswirtschaft und Geschichte, 1987 erhielt er den Doktortitel. Zunächst arbeitete er als Sicherheitsexperte in der Politik, anfangs bei der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, später für den Planungstab des Verteidigungsministeriums.

Abneigung gegen nationalistisches Denken

Zur Industrie kam Enders erst 1991, als er zur Deutschen Aerospace (Dasa) wechselte. Auch dort legte er eine steile Karriere hin, war am Ende Chef der Unternehmensentwicklung und dadurch bis 1999 an den Verhandlungen beteiligt, die zur Gründung der europäischen EADS führten. Ab 2000 leitete er dort die Sparte Rüstung. Einige Jahre später stieg er in die damals noch bestehende EADS-Doppelspitze als Ko-Vorstandschef auf.

Aus seiner Abneigung gegen nationalistisches Denken machte Enders nie einen Hehl. Und als die konfliktträchtige Doppelspitze 2007 abgeschafft wurde, begrüßte dies auch Enders, obwohl nicht er, sondern der Franzose Louis Gallois neuer EADS-Chef wurde. Zuletzt arbeiteten die beiden vergleichsweise reibungslos bei EADS und Airbus zusammen. Wenn es nach Enders geht, soll dies auch mit der neuen Führungsspitze so bleiben.

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