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Umfrage : Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

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Die Schweizer Initiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ wirbt für ihre Sache. Bild: Picture-Alliance

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus.

          Geld vom Staat von der Wiege bis zur Bahre? Einerseits klingt das bedingungslose Grundeinkommen wie eine kuriose und wenig realistische Idee. Andererseits beschäftigen sich offenbar immer mehr Menschen mit ihr - und nicht nur das: Sie sind sogar der Ansicht, dass das eine sinnvolle Sache sein könnte.

          In der Schweiz gibt es eine eigene Volksinitiative, am 5. Juni stimmen die Eidgenossen ab, ob sie ein Grundeinkommen einführen wollen oder nicht. Die Umfrage deuten ziemlich klar darauf hin, dass sich eine große Mehrheit dagegen aussprechen wird - Zustimmungswerte von bis zu 30 Prozent gelten allerdings schon als möglich. Würden die Bürger andere, wesentlich größerer europäischer Länder befragt, könnte ein Volksentscheid möglicherweise sogar ein ganz anderes Ergebnis bringen - eine überwiegende Zustimmung zum Grundeinkommen.

          Das legt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Dalia Research nahe, über die „Spiegel Online“ berichtet. Die Meinungsforscher haben Bürger in allen 28 EU-Mitgliedsländern befragt und ermittelten: 64 Prozent der Befragten würden sicher oder wahrscheinlich für ein bedingungsloses Grundeinkommen stimmen, 24 Prozent würden sicher oder wahrscheinlich dagegen sein und zwölf Prozent würden gar nicht wählen gehen.

          Interessant und überraschend dabei ist auch, dass in allen großen EU-Ländern mehr als die Hälfte der Befragten für ein Grundeinkommen wären. In Frankreich beträgt die Zustimmung der Umfrage zufolge 58 Prozent, in Großbritannien, Deutschland, Polen und Italien mehr als 60 Prozent, in Spanien sogar mehr als 70 Prozent.

          In der Schweiz beinhaltet die Grundeinkommens-Initiative eine Verfassungsänderung, ein Gesetz soll die Einzelheiten regeln, insbesondere „die Finanzierung und die Höhe des Grundeinkommens“. Mindestens 2500 Franken (2268 Euro) pro Erwachsenem und 625 Franken (567 Euro) pro Kind müssten es dann schon sein, erklärt Daniel Häni, der Sprecher der Grundeinkommen-Initiative. Im Gegenzug sollen andere staatliche Sozialleistungen wegfallen, also die Renten-, Sozialhilfe- und Arbeitslosenzahlungen.

          Neu ist die Idee einer Existenzsicherung für jedermann durch Vater Staat nicht. Und sie ist auch keine alleinige Domäne der Linken. Schon der „Vater des Liberalismus“, der englische Philosoph John Locke (1632-1704), meinte, alle Menschen hätten einen Rechtsanspruch auf vollkommene Freiheit und Gleichheit. Thomas Paine (1737-1809), einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, plädierte dafür, dass

          amerikanische Bürger jährliche Entschädigungen für das Land erhalten, das anfangs naturbelassen war und allen gemeinsam gehörte.

          In Deutschland wirbt der Milliardär Götz Werner als einer der
          prominentesten Befürworter schon seit dem Jahr 2005 für ein bedingungsloses Grundeinkommen. „Die Wirtschaft hat die Aufgabe, die Menschen von der Arbeit zu befreien“, meint der Gründer der Drogeriemarkt-Kette dm.

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