http://www.faz.net/-gqe-8j73f

Rentendebatte : Müntefering für Wahlrecht ab 16

Franz Müntefering Bild: Jens Gyarmaty

Überstimmen die Alten die Jungen in den Wahlen? Franz Müntefering will jedenfalls mehr Jugendlichen das Wahlrecht geben. Doch er hat auch eine Forderung an sie.

          Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat sich vor dem Hintergrund von Brexit-Abstimmung und Rentendebatte dafür ausgesprochen, dass Jugendliche bereits zwei Jahre früher als bisher wählen können.

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Inge Kloepfer

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          „Es ist sinnvoll, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Ich kenne 16-Jährige, die mindestens so politisch sind wie manche Ältere“, fügte der frühere Politiker hinzu, der jetzt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen vorsitzt. „Damit können wir die Demokratie auf eine breitere Grundlage stellen.“

          Müntefering forderte die Jungen zudem auf, ihre Interessen offensiver zu vertreten. „Sie sind politisch sehr interessiert, müssen aber kämpfen lernen“, sagte er. An der Abstimmung über den Austritt der Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union hätten zu wenige von ihnen teilgenommen. Man müsse aber sein Abstimmungsrecht auch wahrnehmen: „Handy reicht nicht.“

          In der aktuellen Debatte um Altersarmut verlangt Müntefering Realismus. Das Thema werde von der Politik bewusst dramatisiert. „Es wird Angst gemacht, und das ist nicht gut“, sagte der frühere Arbeitsminister.

          Seiner Nachfolgerin Andrea Nahles bescheinigte er im Gegensatz zu Parteichef Gabriel Realismus. Als Ressortchefin kenne sie alle Zahlen. „Die Realität hilft einem“, sagte Müntefering, der zugleich die von ihm eingeführt Rente mit 67 verteidigte. „Ich habe nie daran gezweifelt, dass das die richtige Botschaft war“, fügte er hinzu.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In der Kritik: Innenminister Horst Seehofer (CSU)

          Fall Sami A. : Kubicki sieht „unglaubliches Versagen“ von Seehofer

          Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Kubicki macht dem Bundesinnenminister im Fall Sami A. schwere Vorwürfe. Auch in Nordrhein-Westfalen wächst die Kritik am Vorgehen der Behörden – Ministerpräsident Laschet weist das zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.