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F.A.Z. exklusiv : Zypries-Rentenplan entlastet Eltern um 260 Euro im Jahr

Eltern sollen in der Rentenversicherung besser gestellt werden, schlägt Wirtschaftsministerin Zypries vor. Bild: dpa

Wirtschaftsministerin Zypries will Eltern in der Rentenversicherung besser stellen. Zur Gegenfinanzierung müsste es anderswo allerdings teurer werden, zeigt eine neue Studie.

          Ein Kinderfreibetrag in der Rentenversicherung würde Familien jedes Jahr um etwa 2,1 Milliarden Euro entlasten. Zur Gegenfinanzierung der Reform müssten aber die Rentenbeiträge oder die Mehrwertsteuer sichtbar erhöht werden. Das ist das zentrale Ergebnis einer Berechnung, die das Bundeswirtschaftsministerium beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) in Auftrag gegeben hat und die der F.A.Z. vorliegt. Der Vorschlag, Eltern in der Rentenversicherung besser zu stellen, ist Teil eines „Zehn-Punkte-Plans“ von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD).

          Johannes Pennekamp

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Ihr erklärtes Ziel ist es, mehr Menschen am Wirtschaftswachstum teilhaben. Hinter dem Rentenvorschlag steht die Idee, dass Eltern, deren Kinder künftig in die umlagefinanzierte Rentenversicherung einzahlen, bei den Beiträgen gegenüber Kinderlosen begünstigt werden.

          Die Forscher legen ihrer Simulationen einen Kinderfreibetrag von 7248 Euro je Kind bei den Arbeitnehmerbeiträgen in der Rentenversicherung zugrunde. Die geringeren Zahlungen für Eltern führten dazu, dass ihr verfügbares Einkommen im Schnitt um etwa 260 Euro im Jahr steigen würde. Wer zwei Kinder hat, gewinnt 290 Euro hinzu, Eltern eines Kindes 182 Euro, errechneten ZEW-Ökonom Andreas Peichl und seine Ko-Autoren. Paare ohne Kinder müssten hingegen auf 24 Euro verzichten.

          Gegenfinanzierung über höheren Beitragssatz hat mehrere Vorteile

          Allerdings ist in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt, was passiert, wenn die Kosten der Reform – bis zu 4,5 Milliarden Euro im Jahr – durch Erhöhungen an anderer Stelle finanziert werden. Um diese Summe zu stemmen, müsse entweder der Rentenbeitragssatz um 0,6 Prozentpunkte steigen oder die Mehrwertsteuer um 0,46 Prozentpunkte angehoben werden, schrieben die Forscher. Aktuell beträgt der gesetzliche Rentenversicherungsbeitrag 18,7 Prozent des Arbeitsentgelts, der reguläre Mehrwertsteuersatz 19 Prozent.

          Da diese Erhöhungen auch Eltern träfen, verkleinert sich die Entlastung für sie etwas: Paare mit Kindern hätten bei „aufkommensneutraler Gegenfinanzierung“ zwischen 218 und 243 Euro im Jahr mehr in der Tasche, kinderlose Paare hingegen müssten auf 44 bis 86 Euro verzichten. Die Simulation zeigt zudem, dass durch die Reform die Löhne geringfügig sinken und die Beschäftigung etwas zunehmen würde. Die Ungleichheit verringere sich geringfügig, da vor allem die untere Mittelschicht profitieren würde und die Gruppe der Spitzenverdiener etwas mehr zahlen müssen.

          Die ZEW-Forscher kommen zu dem Schluss, dass eine Gegenfinanzierung über einen höheren Beitragssatz mehrere Vorteile gegenüber einer Mehrwertsteuererhöhung hat. Sowohl bei den Einkommen als auch bei den Beschäftigungswirkungen schneidet diese Variante besser ab. „Ein weiterer Vorteil der Finanzierung über höhere Beitragssätze ist, dass Familien ohne rentenversicherungspflichtiges Einkommen durch diese Form der Gegenfinanzierung nicht schlechter gestellt würden“, schreiben die Forscher des Mannheimer Instituts.

          Quelle: F.A.Z.

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