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Die Renten-Versprechen der SPD : Wie Manna vom Himmel

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Was wird aus unserer Rente? Vor allem Transparenz und Information fehlt in manchen Bereichen des Systems, sagt der renommierte Wissenschaftler Börsch-Supan. Bild: dpa

Höhere Renten für alle? Union und Sozialdemokraten locken mit neuen Versprechen und tun so, als spiele Geld keine Rolle. Doch diese Zeiten sind vorbei, findet Deutschlands großer Renten-Experte.

          Statt aus Manna muss die Rente aus den Beiträgen und Steuern der jüngeren Generation finanziert werden. Wer in Zeiten des demographischen Wandels das Rentenniveau für alle Rentner stabilisieren will, gibt den Älteren sowie den durchschnittlich und besser Verdienenden Geschenke auf Kosten der Jüngeren und wenig Verdienenden. Ob das sozial ist, darüber werden die Matadore der beiden Parteien, die doch auf ihr „S“ im Kürzel stolz sein sollten, noch Rechenschaft ablegen müssen.

          Aber der Reihe nach: Um die Jahrhundertwende 1999/2000 war es um die Rentenversicherung Deutschlands schlecht bestellt. Das Finanzierungsdefizit wuchs aufgrund der schlechten Beschäftigungslage, und Besserung war wegen des demographischen Wandels nicht in Sicht, im Gegenteil. Da Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten weit weniger Geburten hatte, als zur Bestandserhaltung nötig gewesen wären, fehlten zur Rentenfinanzierung ungefähr ein Drittel junger Menschen relativ zur Vorgeneration.

          Die Vorhersage über die Anzahl der jungen Menschen, die in den nächsten 20 Jahren die Rente finanzieren muss, ist auch keine mit großer Unsicherheit behaftete Prognose, denn diese Menschen sind schon geboren. Daher gilt: Auch die demographische Entwicklung bis 2035 beruht weitgehend auf Fakten, an denen sich nichts mehr ändern lässt. Auch wenn die Sonne scheint, sieht man auf dem Radarschirm schon die Schlechtwetterfront - schlecht beraten sind die, die trotz Wetterbericht keinen Regenschirm mitnehmen. Im Übrigen wird der jüngste Ansturm junger Flüchtlinge das Geburtendefizit nur geringfügig verringern, weil selbst diese großen Migrantenströme im Vergleich zum Fehlen eines Drittels der jüngeren Generation klein sind.

          Schadensbegrenzung, keine Begeisterung

          Wegen des Umfangs der demographischen Herausforderung wäre es unklug, auf sie mit einer einzigen sozialpolitischen Gegenmaßnahme zu reagieren. Stattdessen braucht man ein Paket mehrerer Maßnahmen, das die vielen Betroffenen möglichst gleichmäßig belastet und die Gefahr der Altersarmut minimiert. Dieses Paket wurde zwischen 2001 und 2007 durch die Rentenreformen von einer breiten Allianz rot-grün-schwarzer Politiker geschaffen; es hat die Finanzierung der deutschen Altersvorsorge auf nachhaltige Füße gestellt und dazu beigetragen, die Beschäftigungslage so zu verbessern, dass Deutschland vom Land mit der roten Laterne zum EU-Mitgliedstaat mit der dynamischsten Beschäftigungsentwicklung wurde.

          Das Paket besteht aus vier Elementen, die sich ergänzen und erst in ihrer Gesamtheit wirken. Kein einziges der vier Elemente erfreut sich großer Beliebtheit. Das ist kein Wunder, denn es gilt, den demographischen Mangel einigermaßen gerecht zu verwalten, also alle, die es können, an der demographischen Finanzierungslast zu beteiligen. Diese Last durch Manna vom Himmel scheinbar zu erleichtern, ist natürlich eine große Versuchung für Populisten; dazu später.

          Element Nummer 1 ist der Nachhaltigkeitsfaktor, der die demographische Last gleichmäßig zwischen der älteren und der jüngeren Generation aufteilt, indem der Beitragssatz und das Rentenniveau um etwa den gleichen Prozentsatz steigen oder sinken, wenn die demographische Last zunimmt. Hier bestand die Weisheit darin, dass dies regelgebunden geschieht und damit den wechselnden Launen und wahlbedingten Panikattacken der Politiker entzogen ist.

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