http://www.faz.net/-gqe-xw2e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 01.01.2011, 14:48 Uhr

Was sich 2011 alles ändert Weniger Elterngeld, aber mit 17 Jahren ans Steuer

Einen der wichtigsten Pläne muss die Bundesregierung auf die lange Bank schieben: Die Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze. Dagegen bekommen Bürger und Unternehmen die Auswirkungen des Sparpakets zu spüren. Wir dokumentieren die wichtigsten Änderungen.

von und
© Greser & Lenz

SOZIALVERSICHERUNG

Corinna Budras Folgen: Joachim Jahn Folgen:

Arbeitslosenversicherung

Im neuen Jahr steigt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 2,8 auf 3,0 Prozent. Er wird zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Das summiert sich bei einem Monatseinkommen von 2500 Euro auf jeweils 2,50 Euro für den Arbeitnehmer und die Firma.

Rentenversicherung

Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt unverändert 19,9 Prozent in der allgemeinen Rentenversicherung und 26,4 Prozent in der knappschaftlichen Rentenversicherung.

Auch der Abgabensatz der Künstlersozialabgabe bleibt auf 3,9 Prozent festgesetzt.

Krankenversicherung

Der Beitragssatz steigt für die 50 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Anstieg belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit jeweils 0,3 Prozentpunkten zusätzlich. Die Beitragslast ist aber ungleich verteilt: 8,2 Prozent vom Bruttoeinkommen entfallen auf Arbeitnehmer und Rentner; für die Arbeitgeber sind es 7,3 Prozent. Für sie wird der Satz bei diesem Stand eingefroren. Bei einem Monatseinkommen von 2500 Euro brutto verteuert sich die GKV damit um 7,50 Euro monatlich.

Beitragsbemessungsgrenzen: In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sinkt die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 3750 Euro auf 3712,50 Euro Monatseinkommen. Wer mehr verdient, zahlt für das darüber liegende Einkommen keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Durch die Absenkung werden Einkommen im Bereich zwischen 3712,50 Euro und 3750 Euro geringfügig entlastet.

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt es nach Ost und West differenzierte Beitragsbemessungsgrenzen: Im Westen bleibt sie unverändert bei 5500 Euro Monatseinkommen, im Osten steigt sie von 4650 auf 4800 Euro. Für Ost-Beschäftigte mit einem Verdienst von derzeit 4650 Euro oder mehr wird die Sozialversicherung in diesem Bereich also um bis zu 17 Euro im Monat teurer. Das gleiche gilt für deren Arbeitgeber.

ARBEITSMARKT

Hartz-IV-Regelsatz

Der Regelsatz für das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) sollte eigentlich im Januar um 5 Euro von 359 auf 364 Euro im Monat steigen. Allerdings liegt die Erhöhung auf Eis, nachdem der Bundesrat die Pläne gestoppt hat. Derzeit verhandeln Regierung und Opposition über einen Kompromiss. Außerdem sollen die mehr als 1,7 Millionen Kinder von Hartz-IV-Empfängern besser gefördert werden. Zum Bildungspaket gehören Schulessen, Angebote für Nachhilfeunterricht sowie für Sport- und Musikstunden am Nachmittag. Für Vereinsbeiträge stehen je Kind etwa 10 Euro monatlich zur Verfügung. Zum warmen Mittagessen in Schule oder Kita soll es monatlich bis zu 26 Euro dazugeben.

Zuschläge für Arbeitslose

Beim Übergang vom Arbeitslosengeld I ins Arbeitslosengeld II erhalten Erwerbslose bisher Zuschläge für zwei Jahre. Doch dieses Übergangsgeld fiel dem umfassenden Sparpaket der Bundesregierung zum Opfer. Von Januar an rutschen Langzeitarbeitslose deshalb in der Regel nach einem Jahr vom Arbeitslosengeld I in den Bezug von „Hartz IV“.

Rentenbeiträge

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Renten-Debatte CDU-Politiker Spahn plädiert für Anhebung des Rentenalters

Die Lebenserwartung steigt, also muss auch das Renteneintrittsalter steigen, sagt CDU-Politiker Jens Spahn. Bei der Riester-Rente sieht er ebenfalls Änderungsbedarf. Mehr

22.08.2016, 11:21 Uhr | Wirtschaft
Frankfurt VW und Zulieferer setzen Streit fort

Durch den Streit zwischen zwei Zulieferungsfirmen und VW wird die Produktion in sechs VW-Werken in Mitleidenschaft gezogen. Fast 30.000 Beschäftigte können nicht wie gewohnt arbeiten. An der Börse zeigte der Streit keine großen Auswirkungen - die VW-Aktie ist fast unverändert in die neue Woche gestartet. Mehr

22.08.2016, 15:09 Uhr | Wirtschaft
Ruhestand in Deutschland Rente mit 73

Die Deutschen leben immer länger. Und immer gesünder. Was spricht dagegen, auch immer länger zu arbeiten? Mehr Von Dyrk Scherff

22.08.2016, 15:01 Uhr | Finanzen
Tierischer Würdenträger Pinguin wird Brigadegeneral

Ein Pinguin namens Sir Nils Olav III ist zum Brigadegeneral der norwegischen Garde befördert worden. Der Brauch hat lange Tradition - seit mehr als 40 Jahren dient ein Königspinguin der norwegisch-königlichen Leibgarde als Maskottchen. Mehr

23.08.2016, 15:37 Uhr | Gesellschaft
Finanzplanung Mitte fünfzig Wer sich den vorzeitigen Ruhestand leisten kann

Wann ist man alt genug für die Rente? Einige simple Kalkulationen zeigen, auf welche wichtigen Entscheidungen es wirklich ankommt. Damit der Ruhestand nicht teuer zu stehen kommt. Mehr Von Markus Frühauf

23.08.2016, 10:41 Uhr | Finanzen

Resterampe der Energiewende

Von Helmut Bünder, Düsseldorf

Die Eon-Aktionäre können sich nicht mehr dagegen wehren, dass ihnen bald Anteile an Uniper gehören. Das Papier bleibt nach den neuen Zahlen eine riskante Wette für Wagemutige. Mehr 3 6

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“