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Kommentar : Was Immobilienpreise mit der EZB zu tun haben

Die Wohnungspreise steigen immer schneller, nicht nur in begehrten Städten. Das hat mit der Nullzinspolitik zu tun. Eine Spekulationsblase ist deswegen dennoch nicht entstanden.

          Die Preise für Immobilien in Deutschland steigen immer schneller. Längst sind nicht mehr nur die schicken neuen Wohnungen in begehrten Städten betroffen. Nach neuesten Daten der Gutachterausschüsse sind auch Wohnungen aus dem Altbestand in bisher wenig gefragten Regionen binnen eines Jahres um 12 Prozent teurer geworden, in den begehrtesten Orten sind es 16 Prozent.

          Der flächendeckende Preisanstieg begann 2014. Der Zusammenhang zur Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist eindeutig. Immer mehr verzinste Sparprodukte laufen aus und die Null- und Negativzinsen machen eine Neuanlage unattraktiv. Aktien kommen für die meisten Deutschen nicht in Frage und so ist eben die Immobilie als Geldanlage gefragt. Die gilt als sicher und attraktiv, obwohl sie das längst nicht immer ist.

          Eine Spekulationsblase ist deswegen dennoch nicht entstanden. Es gibt kaum Leerstand. Die Immobilien werden wirklich zu Wohnzwecken gebraucht. Und sie sind ganz überwiegend solide und langfristig finanziert. Das ist der entscheidende Unterschied zur spanischen und amerikanischen Immobilienkrise, als kurzfristige und variabel verzinste Kredite viele Finanzierungen zu Fall brachten.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

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