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Warnung vor Engpässen Arbeitsagentur wirft Ländern Pflege-Blockade vor

 ·  Altenpfleger gehören zu den am meisten gesuchten Fachkräften in Deutschland. Jetzt wirft die Bundesagentur für Arbeit den Ländern Untätigkeit im Kampf gegen diesen Fachkräftemangel vor - und warnt vor drastischen Engpässen.

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Die Bundesagentur für Arbeit wirft den Bundesländern Untätigkeit im Kampf gegen den Mangel an Pflegekräften vor und warnt vor drastischen Engpässen. „Es ist nicht zu verstehen, dass die Länder, die doch ein vitales Interesse an genügend qualifizierten Altenpflegekräften haben müssten, sich seit Jahren nicht bewegen“, sagte Vorstandsmitglied Raimund Becker der F.A.Z. Dabei gehe es vor allem um die Finanzierung des dritten Förderjahres für arbeitslose Umschüler, die Verkürzung der Ausbildung und die Öffnung der Pflegeschulen für diese Personengruppe. Dies sei „kein schönes Signal für die zu Pflegenden in den jeweiligen Ländern, sagte Becker.

Pfleger gehören schon heute zu den gesuchtesten Fachkräften in Deutschland. Die Arbeitsagentur spricht von „einem flächendeckenden Fachkräftemangel“. Derzeit dauert es im Bundesdurchschnitt 115 Tage, eine offene Stelle mit einem Altenpfleger zu besetzen. Das ist mehr als 40 Prozent über dem Durchschnitt für alle Berufe. Mit dem demographischen Wandel wird sich die Situation noch verschärfen. Deshalb wollten Bund, Länder und Arbeitsagentur mehr Arbeitslose für die Pflegeberufe umzuschulen.

Ein Problem ist dabei jedoch die Finanzierung. Harry Glawe (CDU), Wirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern, hat gerade gefordert, die Arbeitsagentur solle die komplette dreijährige Umschulung finanzieren. Dies ist laut Gesetz jedoch nur für die ersten beiden Jahre möglich. „Leider ist es bisher nicht gelungen, eine Lösung für die Finanzierung des dritten Ausbildungsjahres durch alle Bundesländer zu finden“, beklagt Becker. Eine Ausnahme stellt Hessen dar. Das hessische Sozialministerium hat nicht nur schon 2011 die Finanzierung des dritten Jahres übernommen, sondern darüber hinaus die Zahl der Schulplätze um 500 auf 4000 erhöht.

Eine andere Möglichkeit wäre die Verkürzung der Qualifizierung für Menschen mit fachlichen Vorkenntnissen. Für Agenturvorstand Becker sind die Sorgen über einen möglichen Qualitätsverlust im Falle einer Ausbildungsverkürzung zwar nachvollziehbar, jedoch unbegründet: „Wir haben viele Arbeitslose, die mehrere Jahre Erfahrung in der Altenpflege gesammelt haben und nach einer verkürzten Ausbildung ausgezeichnete Altenpfleger werden könnten.“

Dass unter Arbeitslosen grundsätzlich ein reges Interesse an einer Weiterbildung zur Pflegekraft besteht und hier derzeit Potential brach liegt, belegt die Behörde mit Daten aus den Jahren 2009 und 2010. Im Zuge des Konjunkturpakets der Bundesregierung wurde damals durch eine Ausnahmeregelung die komplette dreijährige Finanzierung durch die Arbeitsagentur ermöglicht. Im ersten Jahr verdoppelte sich die Zahl der neuen Teilnehmer auf rund 7000, im zweiten Jahr kletterte sie sogar auf 9000. Nach dem Auslaufen der Sonderreglung fiel sie 2011 auf 3500 zurück.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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