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Wahlkampf : Lieber ehrlich

Die SPD und noch mehr die Grünen haben höhere Steuern für Top-Verdiener angekündigt - und finden sich dabei besonders ehrlich. Was sie gerne verschweigen: Zu den Top-Verdienern im Land zählen nicht nur Millionäre mit Sportwagen, sondern auch schon leitende Angestellte, Handwerksmeister und Beamte.

          Die Strategie, mit der Sozialdemokraten und vor allem Grüne im Wahlkampf punkten wollen, ist gefährlich: In zur Schau gestellter Aufrichtigkeit kündigen sie höhere Steuern an, zugleich sagen sie deutlicher als andere, was sie mit den Zusatzeinnahmen anstellen wollen.

          Die höheren Steuern, die angeblich nur eine kleine Schicht von Top-Verdienern treffen, schmecken nicht jedem. Dennoch gelingt es den Oppositionspolitikern bislang erstaunlich gut, sich als besonders ehrlich zu verkaufen: Wir sagen schon vorher, was nach der Wahl auf euch zukommt, lautet die Botschaft.

          Zum Bumerang wird diese Strategie, wenn es mit der Ehrlichkeit nicht weit her ist. Zu den Top-Verdienern im Land zählen leitende Angestellte, Handwerksmeister, Beamte und Pensionäre - und nicht nur Millionäre mit Sportwagen, zeigt eine neue Analyse. Geflissentlich verschweigen Trittin und Co., dass die von ihnen geplanten höheren Sozialversicherungsbeiträge genau diese Gruppe stärker belasten werden.

          Stattdessen beten sie gebetsmühlenartig Berechnungen her, die lediglich ihre Steuerpläne, also nur einen Teil der Wahrheit reflektieren. Ehrlichkeit zahlt sich bekanntlich aus, alles andere kostet Wählerstimmen.

          Johannes Pennekamp

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

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          Quelle: F.A.Z.

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