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Währungsreserven Bundesbank will 600 Tonnen Gold bis 2009 verkaufen

21.01.2004 ·  Die Bundesbank hat die Option angemeldet, bis 2009 insgesamt 600 Tonnen Gold verkaufen zu dürfen. Bundesbank-Präsident Welteke möchte die Erlöse in einem Fonds anlegen, Finanzminister Eichel will lieber damit den Haushalt sanieren.

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Die Deutsche Bundesbank hat im Rahmen der Verhandlungen über ein neues Goldabkommen der europäischen Notenbanken die Option angemeldet, bis 2009 insgesamt 600 Tonnen Gold verkaufen zu dürfen. Ein Sprecher der Notenbank bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht aus der “Börsen-Zeitung“.

Das neue Abkommen soll an die im September 2004 auslaufende Übereinkunft anschließen, in der sich 1999 in Washington 15 Notenbanken (Eurosystem, Großbritannien, Schweden und Schweiz) verpflichtet hatten, ihre Goldverkäufe bis zum laufenden Jahr auf rund 2.000 Tonnen bzw 400 Tonnen im Jahr zu begrenzen.

Entschluß steht im März an

Der Bundesbank-Sprecher betonte allerdings, ob von der Option Gebrauch gemacht werde, sei vom Bundesbank-Vorstand noch nicht entschieden. Ein entsprechender Beschluß steht allerdings im bis spätestens Ende März an.

Die geplanten Goldverkäufe bewegen sich damit am oberen Rand der in Finanzkreisen erwarteten Menge. Mit einem Abschluß der Verhandlungen über das zweite Goldabkommen wird für das kommende Frühjahr gerechnet.

Beobachter gehen davon aus, daß das zwischen 1999 und 2004 realisierte Verkaufsniveau von 2.000 Tonnen um 10 Prozent bis 15 Prozent überschritten werden könnte, was allerdings für den Goldmarkt keine Belastung darstellen soll. Die Bundesbank hatte 1999 auf Goldverkäufe bis 2004 weitgehend verzichtet. Aktuell verfügt sie über knapp 3.450 Tonnen Gold, die mit rund 36 Milliarden Euro bewertet werden.

Bundesbank-Gesetz muß geändert werden

Die Voraussetzung für Goldverkäufe hat allerdings Bundesbankpräsident Ernst Welteke bereits im Oktober vergangenen Jahres deutlich formuliert: Demnach müßte es der Gesetzgeber ermöglichen, daß die Bundesbank die Verkaufserlöse thesaurieren und somit am Kapitalmarkt anlegen kann. Die Erträge aus diesem Vermögen würden dann an den Bund fließen. Welteke hat dabei zusätzlich den Vorschlag gemacht, die Goldverkaufserlöse in einem von der Notenbank verwalteten Fonds einzuspeisen, dessen Zinsen für Bildung und Forschung verwendet werden sollen.

Grundsätzlich müßte in beiden Fällen das Bundesbank-Gesetz geändert werden. Hiergegen hat sich allerdings bislang vor allem Bundesfinanzminister Hans Eichel ausgesprochen, der die kompletten Gold-Veräußerungserlöse zur Konsolidierung des Bundeshaushalts nutzen möchte.

Allerdings kann Eichel die Bundesbank nicht zu Goldverkäufen zwingen und eine Mehrheit für Goldverkäufe im Bundesbank-Vorstand ist unter diesen Voraussetzungen wenig wahrscheinlich. Allerdings gibt es im Vorstand der Notenbank auch Widerstand gegen den Welteke-Vorschlag “Gold für Bildung“.

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Von Johannes Ritter

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