12.03.2010 · Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, gilt als Spiritus Rector des Europäischen Währungsfonds. Denn staatliche Milliardenschulden ticken als Zeitbombe in den Kreditbüchern der Banken. Der Fonds wirkt wie ein Schutzschirm für Gläubiger - und wie ein zweiter Bankenrettungsfonds.
Von Holger SteltznerSelten entfalten wenige Sätze eine solche Wirkung. Selbst Finanzminister Wolfgang Schäuble dürfte überrascht sein, welches Echo sein Vorschlag zum Europäischen Währungsfonds gefunden hat. Die EU-Bürokratie ist natürlich begeistert und greift seinen Vorschlag zur Schaffung einer zusätzlichen Behörde liebend gern auf. Auch die EU-Partner klatschen Beifall, weil sie hoffen, über den Euro-Schuldenfonds die Last ihrer Staatskredite teilen zu können. Sogar die Europäische Zentralbank pocht nicht mehr auf die Einhaltung des Maastrichter Vertrags. Wer will da noch fragen, woher die Idee eigentlich kommt? Doch das kann sich lohnen.
Spiritus Rector ist Thomas Mayer, der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Er hat vor kurzem zusammen mit Daniel Gros auf fünf Seiten den Europäischen Währungsfonds vorgestellt. Ein Schelm, wer da an griechisch-italienisch-spanisch-portugiesische Milliardenschulden denkt, die als Zeitbombe in den Kreditbüchern der Banken ticken. Der Fonds soll doch die Griechen nicht raushauen, heißt es. Aber er wirkt wie ein Schutzschirm für Gläubiger und - da die Banken die mit Abstand größten Gläubiger sind - wie ein zweiter Bankenrettungsfonds.
Weil's so schön war, noch einmal: Gewinn Privatsache, Verlust Staatssache
Gerold Keefer (solaris21)
- 12.03.2010, 11:36 Uhr
1000x wichtiger wäre
Bryan Hayes (bhayes)
- 12.03.2010, 13:43 Uhr
"und - da die Banken die mit Abstand größten Gläubiger sind - ... "
Sophia Orti (rum)
- 12.03.2010, 15:52 Uhr
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