Home
http://www.faz.net/-gqe-6w8j5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Währungsabkommen China und Japan rücken zusammen

Die Internationalisierung des Renminbi schreitet voran: China und Japan haben verabredet, statt des Dollar künftig vermehrt die Währungen beider Länder zu nutzen. Für Peking ist das einer der größten Imageerfolge der vergangenen Jahre.

© Reuters Vergrößern Der Renminbi ist nicht frei handelbar, in China herrschen strikte Kapitalverkehrskontrollen.

Nach einem Währungsabkommen mit Japan sieht sich China einen wichtigen Schritt weiter auf dem Weg zur Internationalisierung des Renminbi (Yuan). Die Verabredung, statt des Dollar künftig vermehrt die Währungen beider Länder zu nutzen, sei für Peking einer der größten Imageerfolge der vergangenen Jahre, urteilten Fachleute. „Angesichts des riesigen Handelsvolumens zwischen den beiden wichtigsten Volkswirtschaften Asiens ist die neue Vereinbarung viel bedeutsamer als jede andere, die China mit weiteren Ländern geschlossen hat“, sagte Ren Xianfang von IHS Global Insight in Peking der Agentur Bloomberg. Kein anderer Handelspartner habe für die Japaner ein ähnliches Gewicht wie die Volksrepublik.

Suche nach Alternativen

Christian Geinitz Folgen:    

Der Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen beiden Ländern hat sich seit zehn Jahren auf 26,5 Billionen Yen (rund 260 Milliarden Euro) fast verdreifacht. Am Sonntag hatten die Regierungschefs Yoshihiko Noda und Wen Jiabao in Peking verabredet, grenzüberschreitende Geschäfte verstärkt in Yen oder Renminbi abzuwickeln. Bisher finden die Transaktionen vor allem in Dollar statt. In einer Erklärung hieß es überdies, die japanische Regierung erwäge den Kauf chinesischer Staatsanleihen. Tokio hat seine Anlagen vor allem in Dollar investiert und sucht eine Alternative; Peking geht es ebenso.

Mehr zum Thema

Wie die chinesische Zentralbank mitteilte, umfasst das Abkommen auch die Ausgabe von Unternehmensschuldtiteln in Yuan. Demnach sollen japanische Unternehmen an Orten außerhalb Chinas Anleihen in Yuan aufnehmen dürfen. Gleichzeitig werde es der Japanischen Bank für Internationale Zusammenarbeit in einem Pilotprojekt gestattet, in China Yuan-Schulden aufzunehmen. Zudem soll es Japanern erlaubt werden, Yuan für Direktinvestitionen in China zu nutzen. Nach der Ankündigung der vielfältigen neuen Optionen für den Einsatz des Renminbi stieg der Wechselkurs der chinesischen Landeswährung zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch zum Dollar.

International noch völlig unbedeutend

Freilich wird der Kurs nicht frei am Markt bestimmt, sondern schwankt in einem engen Band um einen Referenzkurs herum, den die Zentralbank festsetzt. Der Renminbi ist nicht frei handelbar, in China herrschen strikte Kapitalverkehrskontrollen. International ist die Währung noch völlig unbedeutend: Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) war sie im vergangenen Jahr nur an 0,9 aller Devisenmarkttransaktionen beteiligt. Der Dollar brachte es auf 85.

Japan und China verabredeten in Peking zudem, früh im neuen Jahr Verhandlungen über eine Freihandelszone aufzunehmen, die auch Südkorea umfassen soll. Peking fürchtet um Einfluss in der Region, seit Amerika sich immer mehr für den Pazifikraum interessiert. Japan fällt eine Schlüsselrolle zu, da Tokio sich auch interessiert gezeigt hat, Washingtons Transpazifischer Partnerschaft beizutreten.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hoffnung auf Glücksspiel Gibt es 2020 Casinos in Japan?

Der stellvertretende Ministerpräsident Taro Aso will mit Glücksspiel das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Das Parlament dürfte jetzt die notwendigen Gesetze schneller beschließen. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

17.10.2014, 06:59 Uhr | Wirtschaft
Modewoche Tokio Kimonos für Frauen mit Sexappeal

Kimonos gelten als der Inbegriff japanischer Sinnlichkeit – doch heute tragen die meisten Japanerinnen westliche Mode. Auf der Modewoche in Tokio versuchen die Designer Jotaro und Sansai Saito mit ihren neuen Kreationen, junge Frauen wieder für das traditionelle Kleidungsstück zu begeistern. Mehr

19.10.2014, 11:26 Uhr | Stil
Bis 2025 Peking plant Vorstoß zu asiatisch-pazifischer Freihandelszone

Die Verhandlungen über eine Transpazifische Partnerschaft stagnieren. Vor allem die Vereinigten Staaten und Japan tun sich schwer. China will das nutzen und macht einen Gegenvorschlag. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

15.10.2014, 07:07 Uhr | Wirtschaft
China warnt Ausland vor Einmischung

Für die chinesische Führung bedeuten die Proteste eine der größten politischen Herausforderungen seit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking vor 25 Jahren. Und die Proteste weiten sich aus. Mehr

29.09.2014, 14:22 Uhr | Politik
Nach 50 Jahren Japan baut wieder eigenes Passagierflugzeug

Zuletzt versuchte sich Japan in den 60er Jahren an einem Verkehrsflugzeug, dann wurde die Produktion eingestellt. Jetzt hat eine Tochter des Industriekonzerns Mitsubishi den Prototyp eines Regionaljets vorgestellt. Mehr

19.10.2014, 09:29 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 27.12.2011, 16:40 Uhr

Indonesiens unerfahrener Hoffnungsträger

Von Christoph Hein, Singapur

Gerade wurde Indonesiens neuer Präsident Joko Widodo eingeschworen. Die Erwartungen an ihn sind riesig. Aber ist er seinem Amt gewachsen? Mehr


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Das verdienen Einwanderer hierzulande mehr

Viele Menschen ziehen nach Deutschland, weil sie hier mehr Geld verdienen können. Wie groß die Verdienststeigerungen sind und wie sie sich je nach Herkunftsland unterscheiden – unsere Grafik des Tages. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden