06.06.2009 · Da hat die Bundesregierung wohl Steuergeld versenkt. Die Wadan-Werften in Mecklenburg-Vorpommern haben Insolvenz angemeldet - und das, nachdem die Bundesregierung über dem Schiffsbauer ihren Schutzschirm aufgespannt hatte.
Von Hendrik AnkenbrandDa hat die Bundesregierung wohl Steuergeld versenkt. Die Wadan-Werften an der mecklenburg-vorpommerschen Küste haben Insolvenz angemeldet – und das, nachdem die Bundesregierung über dem Schiffsbauer in russischer Hand ihren Schutzschirm aufgespannt hat.
Ein 180-Millionen-Euro-Kredit ist bereits fast zur Gänze gezogen, weitere 40 Millionen will der Staat nun doch nicht geben. Ob das Geld fließt oder nicht, ändert nichts an der Tatsache: Staatliche Bürgschaften, so zeigt sich in Rostock und Wismar, können den Steuerzahler Geld kosten.
Regierungspolitiker behaupten immer wieder das Gegenteil
Diese Binsenweisheit muss betont werden, weil Regierungspolitiker immer wieder das Gegenteil behaupten. Opel lässt grüßen. Der Rettungsversuch für den Autobauer weist so starke Ähnlichkeiten zum Fall der Werften auf, dass man darin schon ein Muster vermuten mag: Auch die Wadan-Werften sind nicht nur Opfer der Krise, sondern sie haben schlecht gewirtschaftet.
Doch es geht um Arbeitsplätze, die im Fall der Wadan-Werft auch noch in den Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel fallen. Wahlen stehen vor der Tür. Da zählen keine ökonomischen Einwände ob der Sinnhaftigkeit millionenschwerer Staatshilfe. Das ist Politik.
Das ist schlechte Politik ....
Dieter Liepold (abraze)
- 06.06.2009, 13:14 Uhr
Wann endlich werden die Politiker zur Rechenschaft
Johann Vittel (havitt)
- 06.06.2009, 14:08 Uhr
Hendrik Ankenbrand Jahrgang 1978, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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