02.08.2011 · rike. BERLIN, 2. August. Die Menschen in den Industriestaaten sollen sich auf einen weniger konsumorientierten Lebensstil einstellen. Das fordert das Denkwerk Zukunft in einem aktuellen Memorandum. Die 2007 gegründete Stiftung befasst ...
rike. BERLIN, 2. August. Die Menschen in den Industriestaaten sollen sich auf einen weniger konsumorientierten Lebensstil einstellen. Das fordert das Denkwerk Zukunft in einem aktuellen Memorandum. Die 2007 gegründete Stiftung befasst sich mit Wachstums- und Wohlstandsfragen und vertritt die These, dass Wachstum nicht automatisch zu mehr Wohlstand und einer höheren Lebensqualität führt. "Das wohlstandsmehrende Wachstum wird nicht mehr stattfinden", sagte Meinhard Miegel, Mitbegründer des Denkwerks, am Dienstag in Berlin. Zwar könne das Bruttoinlandsprodukt auch in den entwickelten Staaten weiter wachsen. Dieses Plus aber werde allein dafür gebraucht, die Schäden des vorangegangenen Wachstums - etwa an der Umwelt - zu reparieren. Zwar leugnet Miegel nicht, dass die armen Länder der Erde weiterhin klassisches, materielles Wachstum bräuchten. Es sei aber nicht möglich, die ganze Welt auf ein Wohlstandsniveau wie in Deutschland oder Amerika anzuheben. "Das gibt die Erde nicht her." Damit sich die Lebenssituation der Ärmsten also trotz begrenzter Ressourcen verbessert, setzen Miegel und seine Mitstreiter auf die Bereitschaft der entwickelten Gesellschaften, mit weniger materiellem Wohlstand auszukommen. Der technische Fortschritt allein reiche nicht aus, um die Lebensgrundlagen konstant zu halten. In dem Memorandum wird gefordert, dass der Staat den Wandel zu stärker immateriellen Verhaltensweisen der Menschen beschleunigen müsse - durch Anreize und Verbote. "Auch bei sinkenden materiellen Wohlstand kann die Zufriedenheit der Menschen steigen", fügte Miegel hinzu; das Gemeinwesen könne ebenfalls funktionsfähig bleiben. Den Wohlstandsabstieg sieht er ohnehin schon in vollem Gange. "Was wir Krise nennen, ist die neue Realität." Mit der Frage, ob Wachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden kann, beschäftigt sich seit Anfang des Jahres auch eine Enquetekommission des Bundestags, in der Miegel als Sachverständiger sitzt. Seit seinem Abschied von dem 2007 geschlossenen Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn führt er seine neue Stiftung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2369 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 103,03 $ | −0,21% |
| Gold | 1.540,00 $ | −2,50% |
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