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Wachstumskritiker Tim Jackson „Wohlstand besteht nicht nur aus Einkommen“

18.04.2011 ·  Der ehemalige Umweltberater der britischen Regierung, Tim Jackson, hält weiteres Wachstum für ökologisch schädlich. Gerade ist sein Bestseller „Prosperity without Growth“ auf Deutsch erschienen. Ein Interview.

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Professor Jackson, „Wohlstand ohne Wachstum“ heißt Ihr Buch. Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Nein. Besonders wenn Sie das englische Wort „prosperity“ nehmen. Damit ist Wohlergehen gemeint. Die Wurzeln des Begriffs liegen im lateinischen Wort für Hoffnung. Das nur in Geld zu übersetzen, ist eine sehr moderne Konstruktion. Spricht man von Wohlstand nur als einem wachsenden volkswirtschaftlichen Einkommen, verwechselt man die Ziele mit den Mitteln. Lange Zeit hat der Zuwachs des materiellen Durchsatzes von Gütern dabei geholfen. Aber das ist heute nicht mehr der Fall, weil wir an ökologische Grenzen stoßen – und auch auf Probleme sozialer Ungleichheit. Selbst die Expansionsfähigkeit der Wirtschaft selbst scheint begrenzt zu sein. Weiteres Wachstum kann den Wohlstand also sogar unterhöhlen.

Studien zeigen, dass ein Wachstum von rund 1,5 Prozent notwendig ist, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Welche Lösung gibt es bei Nullwachstum: weniger Arbeitsstunden und damit eine deutliche Verteuerung des Faktors Arbeit?

Diese Dynamik zeigt ein echtes Dilemma, das durch nicht-nachhaltiges Wachstum entsteht. Wachsende Nachfrage lässt sich bedienen mit einem Produktivitätzuwachs des Faktors Arbeit. Unser Verständnis von Innovation erlaubt es, mehr mit weniger Mitteleinsatz zu produzieren. Wenn die Wirtschaft nicht um 1,5 Prozent wächst, werden Menschen arbeitslos. Wir sind in einer Produktivitätsfalle. Mathematisch gibt es nur zwei Auswege: entweder akzeptieren wir, dass wir produktiver werden und arbeiten weniger...

... was Arbeit deutlich verteuert...

Okay, Unternehmen zahlen dann etwas mehr für die Arbeit. Aber diese Diskussion führen wir schon lange. Seit gut 150 Jahren wurden Produktivitätsgewinne eingesetzt, um Arbeitszeit zu verkürzen. Dieser Trend könnte sich mit einem schwächeren Wachstum etwas verstärken. Wenn die Nachfrage durch natürliche Grenzen des Wachstums beschränkt wird, muss ein geschicktes Arbeitszeitsmodell deshalb danach fragen, wie die Arbeitszeit in gleichem Maße in der Erwerbsbevölkerung aufgeteilt wird. Es kann nicht sein, dass die Leistungsstarken ihre Anteile sichern und andere arbeitslos werden. Die einzige Alternative ist zu hinterfragen, ob Produktivitätswachstum immer der richtige Pfad ist. Es gibt starke Argumente, die dafür sprechen, Arbeitskraft umzulenken in Bereiche mit weniger Aussichten auf einen Produktivitätszuwachs: vor allem in dienstleistungsorientierte Segmente.

Dann gilt es, Menschen an den Produktivitätszuwächsen der Industrie zu beteiligen. Sie aber nehmen gar nicht an der ökonomischen Wertschöpfung teil.

Wenn Löhne immer nur mit den Produktivitätszuwächsen steigen dürfen, stimmt das. Aber wir entscheiden als Gesellschaft schon jetzt darüber, wie viele Ärzte wir benötigen. Damit stellt sich die Frage des Werts verschiedener Arbeiten. Lohnpolitik müsste zu einem Teil des neuen Wohlstandskonzepts werden. Produktivität muss ja nicht nur bezogen werden auf die finanziellen Umsätze, die sich damit erzeugen lassen. Auch Gesundheit, Bildung, Gemeinschaft, die Pflege und die Betreuung älterer und jüngerer Menschen tragen zum Wohlstand bei. Vielleicht stehen wir kurz davor, einen breiteren Gesellschaftsvertrag auszuhandeln.

Hat die Finanzkrise nicht gezeigt, dass Wachstum der beste Weg hinaus aus einer ungünstigen ökonomischen Lage ist? Deutschland wird überall bewundert.

Es ist ein Ausweg, wie man kurzfristig mit der Krise umgehen kann, aber keiner um aus der langfristigen Krise herauszukommen. Deutschland ist ökonomisch stärker als etwa Großbritannien. Aber wir waren schließlich auch die Architekten einer Deregulierung und Expansion des Finanzmarktes, die sehr zerbrechlich und unnachhaltig war. Deutschland dagegen hatte immerhin seine Industriestruktur aufrechterhalten und stützte den Wohlstand weniger auf einen schuldengetriebenen Konsum, sondern auf den Technologieexport. Peter Hall, der über die Vielfalt des Kapitalismus geforscht hat, sagte voraus, dass Deutschland schneller aus der Krise herauskäme. Das begründete er unter anderem damit, wie die sozialen Marktwirtschaften ihre Tarifpartnerschaft organisieren, während freie Marktwirtschaften eher auf individuelle Freiheit und Deregulierung setzen.

Aber der Erfolg misst sich durch nichts anderes als das Bruttoinlandsprodukt.

Ja, aber Deutschland hat immer noch Schwierigkeiten mit der Binnennachfrage. Es gelingt der Politik kaum, die Bevölkerung zu überzeugen, weniger zu sparen und mehr zu konsumieren. In konventioneller ökonomischer Sicht ist das ein Problem. Wirtschaftliche Erholung misst sich anhand des Bruttoinlandsprodukts. Aber woher kommt das Wachstum? Immer noch zu stark vom Wachstum weitgehend destruktiver Branchen mit extraktiven Technologien und einer wachsenden Binnennachfrage an anderen Orten der Welt. Deutschland ist besser aus der Krise herausgekommen. Das sollte ihm die Möglichkeit geben, mehr über die langfristige Dynamik nachzudenken.

Braucht man nicht ein bestimmtes Wohlstandsniveau, um überhaupt über Umweltqualität nachzudenken, das heißt: ist Wachstum nicht Voraussetzung einer guten Umweltpolitik?

In der Ökonomik wird meist mit einer sogenannten Umwelt-Kuznets-Kurve argumentiert. Sie besagt, dass mit steigender Produktion irgendwann eine Spitze des Umweltverbrauchs erreicht wird. Danach wird es besser, weil man mehr in Effizienz investieren kann. Diese Sicht ist aus verschiedenen Gesichtspunkten problematisch. Vieles von dem, was als Umweltverbesserung erscheint, ist nur eine Folge der Auslagerung emissionsreicher Produktionszweigen. In Großbritannien haben sich die Kohlendioxidemissionen vermindert. Bezieht man aber den Außenhandel mit ein, steigen sie weiter. Die Konsumenten in reichen Ländern sind ja auch beileibe nicht weniger materialistisch. Sie wollen die Verschmutzung nicht vor ihrer Haustür, aber sie wollen von den Konsumgütern profitieren. Und auch nachdem die Spitze des Umweltverbrauchs im Inland erreicht ist, werden die negativen Folgen einer Wachstumsgesellschaft ja nicht einfach abgestellt. Wachstum ist also keine Voraussetzung, um sich für die Umwelt einzusetzen. Es gibt Zeiten, in denen Produktivitätswachstum immer noch Vorteile bringt – heute beispielsweise in den armen Ländern. Das heißt aber nicht, dass Wachstum in den reichsten Ländern für sie der beste Weg ist.

Müssen wir nicht den ärmeren Ländern denselben kohleintensiven Entwicklungspfad zugestehen? Ist er nicht sogar eine Voraussetzung eines funktionierenden Wohlfahrtstaats?

Diese moralische Frage stellt sich: Wer erlaubt uns, sie an ihrer Entwicklung zu hindern? Wir müssen alles tun, um Technologien anzubieten, die mit weniger Kohlendioxid auskommen. Das ist ein Teil unserer Verantwortung. Der andere Teil ist es, unser Modell zu hinterfragen. Denn wenn wir nicht in der Lage sind, die ökologischen Folgen zu tragen, können wir niemandem Vorschriften machen. Wir müssen Raum lassen für Wachstum dort, wo es wirklich noch einen Nutzen hat.

Wachstumskritiker der Vergangenheit wie John Stuart Mill oder John Maynard Keynes haben von einem Zustand geträumt, in dem ökonomische Fragen hinter der Kunst, dem Theater und der Musik zurückfallen. Ist Nullwachstum nicht die Tagträumerei von satten Menschen mit sicheren Einkommen und hat wenig zu tun mit der Realität vieler Menschen?

Wir haben uns inzwischen zu einer Gesellschaft entwickelt, in der wir uns den Luxus von Kunst und Unterhaltung leisten können. Sie haben auch schon in viel ärmeren Gesellschaften in der Vergangenheit existiert. Kreativität ist also nicht die göttliche Beigabe des Wachstums. Selbst wenn nur wohlhabende Menschen über die Probleme der Wachstumsgesellschaft nachdenken können, hält sie das nicht von der Pflicht ab, genau das zu tun. Es ist absolut notwendig, den zwei Milliarden Menschen, die mit weniger als 2 Dollar am Tag leben müssen, mehr materielle Güter zur Verfügung zu stellen. Ein Modell, das sie besser mit Kleidung und Nahrungsmitteln ausstattet, ist essentiell. In den reichen Volkswirtschaften ist es anders. Hier können wir darüber nachdenken, welche Art des sozialen Fortschritts wir wollen. Kann er bedeuten: immer mehr für immer?

Wie überzeugen Sie Menschen mit weniger Einkommen und Sicherheit?

Es geht mir nicht darum, anderen Verzicht zu predigen, die weniger Macht haben. Wir müssen aber darüber nachdenken, wie wir Institutionen und Technologien bereitstellen können, die ihnen eine ökonomische Blüte ermöglichen ohne die perversen Anreize, miteinander anhand materieller Güter um Status zu streiten.

Warum sollen wir das Jahr 2011 zum Maßstab des Wohlstands machen. So hätte man auch 1972 argumentieren können, als „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlicht wurden. Hätten wir uns daran gehalten, hätten wir keine schnellen ICE-Verbindungen, keinen iPad und keine Bankgeschäfte über das Internet.

Das schlage ich aber auch gar nicht vor. Es wird weiter Entwicklung geben. Eine Wirtschaft, in der die Nachfrage nicht mehr expandiert, ist doch keine Wirtschaft, in der sich nichts mehr bewegt. Was sich bewegt, ist fokussiert auf Lebensqualität. Innovationen unterscheiden im Wohlstand ohne Wachstum zwischen gutem und schlechtem Wachstum und was Menschen wirklich weiterbringt: für die Gesundheit, Bildung, die Gemeinschaft. Denn es gibt auch viele Innovationen, die irrelevant für unsere Entwicklung sind.

Ist es möglich, Innovationen in einer Nullwachstumsgesellschaft zu haben?

Es ist notwendig. Eine Nullwachstumsgesellschaft ist doch keine ohne Kreativität und Veränderungen. Es ist eine Wirtschaft, in der Wohlstand zunimmt, selbst wenn sich die Einkommen nicht erhöhen. Hier müssen die Investitionen sorgsam getätigt werden, um die Werte zu schützen, die in der Zukunft von Bedeutung sind. Das sind beispielsweise Technologien, die die Energieeffizienz und die Ressourcenproduktivität steigern.

Wer soll darüber entscheiden, was die besten Investitionen sind? Ist nicht der Markt das effizienteste Verfahren, die besten Technologien zu identifizieren?

Wie hat denn dieser effiziente Markt während der Krise entschieden? Er hat zugelassen, dass Kapital bei wenigen Akteuren akkumuliert wurde, während die Risiken vom Staat getragen wurden. Wir haben eine Finanzkrise erlebt, die beinahe das ganze System zum Einsturz gebracht hätte. Sie hat die gesamte wachstumsorientierte Wirtschaft zeitweise zum Erliegen gebracht. Die Idee, dass der Markt alleine entscheiden sollte, überzeugt nicht. Ihm muss immer ein Rahmen gesetzt werden, der akkumulative Prozesse bestraft oder privilegiert. Wenn der Rahmen ressourcenintensives Wirtschaften mit hohen sozialen Kosten bestrafen soll, ist das eine gesellschaftliche Entscheidung – darum geht es beim Regieren: Freiheiten einzuschränken im Dienste des Allgemeinguts.

Wenn man Publikationen wie das Buch „Postwachstumsgesellschaft“ liest, denkt man schnell an eine Ökodiktatur: genossenschaftliche Unternehmen sollen gegenüber Aktiengesellschaften, ökologische Investments gegenüber ethisch fragwürdigen privilegiert werden. Dürfen wir das in liberalen Staaten?

Innerhalb des Rahmens bleiben doch alle Freiheiten des Marktes bestehen. Man reguliert die finanzielle Vernunft, indem man die Umsätze extraktiver Wirtschaftssegmente begrenzt. Das kann dadurch geschehen, dass man die Kosten solcher Aktivitäten wieder einpreist. Man kann Aktiengesellschaften dazu verpflichten, ihren schädigenden Einfluss auf Ökologie und Gesellschaft zu beziffern. Regierungen erschaffen solche Regeln permanent.

Wie soll das geschehen: indem man für jede Ressource wissenschaftlich eine Grenze setzt, die nicht überschritten werden darf?

In Zeiten knapper Ressourcen müssen wir über Kappungen und den bestmöglichen Einsatz von Ressourcen nachdenken. Wir können die Kosten ihrer Verwendung internalisieren. Wir müssen aber gleichzeitig auch über die Rahmenbedingungen dieser Märkte nachdenken. Denn bislang unterstützen Regierungen durch ihr Handeln permanent eine unkontrollierte Ausbeutung: indem sie expansives unreguliertes Wachstum zulassen. Gerade die Länder sind doch am besten durch die Finanzkrise gekommen, die in ihrer Ausgabenpolitik am vorsichtigsten waren. Eine faschistische Ökodiktatur, die nur die Umwelt berücksichtigt, ist nicht die Alternative. Es geht darum, dass souveräne Staaten über ihr soziales und natürliches Kapital frei entscheiden. Genossenschaftlich organisiertes Eigentum hat viele Vorteile, weil es Risiken anders verteilt und gleichere Ergebnisse befördert.

Treten Sie für ein Ende von Aktiengsellschaften ein?

Nein. Denn auch sie beginnen, die Grenzen unseres Modells zu erkennen. Es gibt Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen, die sehr strategisch über solche Fragen nachdenken, die den Einfluss auf ihre Wertschöpfungskette und die Gefahr geopolitischer Instabilität erkennen. Sie beginnen ihr Geschäftsmodell zu überdenken, weil Verbraucher nachhaltiger konsumieren wollen. Sie sind nicht angewiesen auf materielle Extraktion. Dienstleistungen bedeuten den Konsumenten mehr als materieller Zuwachs.

Aber die Finanzmärkte erwarten Wachstum. Und das sind keine anonymen Mächte, sondern Inhaber von Lebensversicherungen und Pensionsansprüchen.

Langfristige Anlageprodukte beherrschen in der Tat die Finanzmärkte. Aber sie haben auch unsere Ausgaben in falsche Richtungen gelenkt. Pensionsfonds und Lebensversicherer sind in der Finanzkrise tief abgetaucht. Die Volatilitäten werden aber auch von Hedgefonds und Spekulanten ausgelöst, die Kapital sehr kurzfristig zu hohen Risiken einsetzen – oft abgesichert vom Staat.

Aber hier handelt es sich wiederum um einen Teil des Anlageportfolios von Pensionsfonds und anderen Anbietern privater Vorsorge.

Ja. Gerade deshalb ist es so spannend, wenn ich Investoren über ethische Anlageformen berate. Ethisch anlegende Fonds müssen sich dem Renditewettbewerb mit konventionellen Produkten stellen. Das macht einen nachhaltigen Börsenhandel so aussichtsreich. Wenn Unternehmen über die ökologischen und sozialen Folgen ihres Handelns besser aufklären müssten, hätten wir hier mehr Transparenz. Das würde einige hochriskante und ressourcenintensive Investitionen beschränken. Aber genau über eine solche Bevorzugung bestimmter Investitionen müssen wir nachdenken. Ethisches Anlegen sollte der Mainstream am Finanzmarkt werden, auch wenn die Renditen nicht mithalten können.

Der Umweltökonom Hans-Christoph Binswanger hält Wachstum für notwendig, damit der Kreislauf aus Sparen, Investieren und Produzieren bestehen bleibt. Wie sollen diese makroökonomischen Fundamente aufgehoben werden?

Binswanger nimmt eine Spirale an, die einen Zwang zu wachsen auslöst. Die Höhe dieses Wachstums ist abhängig von der Rendite, die Investoren erwarten. Je niedriger sie ist, desto näher kann man einer Nullwachstumswirtschaft kommen. Das Wesen der Verschuldung aber treibt das Wachstum an, darin hat Binswanger eindeutig recht. Hier können uns Ideen von genossenschaftlichem Eigentum und langfristig geringeren Renditen weiterbringen. Dass Verschuldung Renditen erzwingt, lässt sich nicht auskehren. Sehr wohl aber, dass das mit hohen Risiken für Gesellschaft und Umwelt einhergehen muss. Wir müssen sehr intensiv über die Struktur von Unternehmen, Löhnen und des Finanzsektors nachdenken, um nachhaltige Renditen sicherzustellen.

Binswanger hält ein Wachstum von 1,8 Prozent für notwendig, um den Investitionszyklus zu stützen. Kann man so das klimapolitische 2-Grad-Ziel erreichen?

Das ist eine große Herausforderung, wenn das für alle entwickelten Länder gilt und die weniger entwickelten Länder ihren Rückstand aufholen sollen. Man benötigt eigentlich Volkswirtschaften, die Kohlendioxid aufnehmen, statt es weiter zu emittieren. Die Technologien dafür kennen wir noch gar nicht. Auf welchen Ressourcen würde eine solche Wirtschaft basieren? Wie können Menschen konsumieren? Das Problem besteht schon darin, dass wir bei weiterem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum unsere Ressourcenproduktivität um den Faktor 140 steigern müssten, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen: 14.000 Prozent bis 2050. Wenn man den CO2-Gehalt bei 350 Parts per Million stabilisieren will, kommt man nicht darum herum, Kohlendioxid aus der Atmosphäre herauszuziehen.

Wie soll das gehen?

Erneuerbare Energien und mehr Effizienz sind Mittel dafür. Und ich bin dankbar, dass Deutschland das nicht mit Atomkraft erreichen will. Aber Technologien, die Kohlendioxid aufnehmen, liegen weit in der Zukunft. Es ist nur möglich, indem wir gar keine fossilen Brennstoffe mehr verwenden und unsere intensive Landwirtschaft reformieren. Mehr Wälder, mehr Biodiversität können dabei helfen, Kohlendioxid zu absorbieren. Wie soll man damit aber Geld verdienen? Dafür haben wir noch kein erfolgversprechendes Modell.

Das Gespräch führte Philipp Krohn.

Quelle: F.A.Z.
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