Home
http://www.faz.net/-gqe-6yzm9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Wachstumsdebatte Das Bruttoinlandsprodukt und das Glück

 ·  Auch im Westen zweifeln immer mehr Menschen, ob ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts überhaupt erstrebenswert ist. Sicher, die Konzeption der Kennziffer hat Schwächen. Es wäre aber völlig unrealistisch, auf das BIP zu verzichten.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (33)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

1 2  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
David Lüllemann

Geld macht nicht glücklich, aber es hilft

Geld allein macht nicht glücklich, das haben viele sehr reiche Menschen sicherlich schon bitter erfahren müssen. Aber Armut macht auch nicht glücklich - jedenfalls nicht im konsumorientierten Westen. Das werden Ihnen (fast) alle Arbeitslose und Geringverdiener sagen können. Doch der Sozialismus macht auch nicht glücklich, wie Ihnen andere bestätigen können.
Glücklich hingegen machen viele der Dinge, die die moderne Gesellschaft leider schon längst abgeschrieben hat: Ehe, Familienglück, aber auch nicht materielle Grundlagen wie der Glaube an Gott und Erlösung durch Jesus sind Faktoren die Menschen sicherlich glücklicher machen als viel Geld oder auch zu viel Freizeit. Doch für eine sinnvolle Ausgestaltung des Glücksfaktors Familie bedarf es einer gewissen finanziellen Grundlage, denn ohne Geld kann man sich viele Dinge, die der Befriedigung normaler Bedürfnisse wie Mobilität und Eigenheim dienen würden, nicht leisten und daher auch seiner Familie nicht zur Verfügunge stellen.

Empfehlen
Hans Edelmann

Das Glück ist auch in Bhutan relativ.

Bhutan wird durch den Himalaya gegenüber anderen Ländern einigermaßen sicher abgegrenzt. Da dieser Staat kaum eine Million Einwohner zählt, lassen sich diese recht einfach regieren und verwalten. Ein braver König und eine weithin harmonische Gläubigkeit der Bevölkerung tragen dazu ebenfalls bei. So wurde es dort möglich, das Nationalprodukt in Glückseinheiten auszudrücken. Vielen Bewohnern scheint das gut zu gefallen. Trotzdem hat Bhutan das Glück natürlich nicht gepachtet, sondern leidet zum Beispiel unter hoher Arbeitslosigkeit und verbreiteter Drogensucht. Auf Arbeitslose und Drogensüchtige wartet sicher auch in Bhutan nicht das absolute Glück.

Empfehlen
günther reichert

"Ein Junggeselle ist ein Mann,dem "zum Glück" die Frau fehlt mit oder ohne BIP"/frei nach Sokrates

Während man in der Antike bestimmte objektiv glückskonstitutive Faktoren anzugeben suchte(seien es äußere Güter/innere Haltungen),überläßt d moderne Auffassung d Feld weitgehend subjektiven Betrachtungen.So gesehen,dürfte BIP u Glückverständnis nicht unter e Hut zu kriegen sein.Das subjektive u episodische Glücksverständnis d Neuzeit scheint dabei keineswegs konsistent.Menschen möchten ein bewußtes,autonomes,realitätsnahes Leben,in das andere Personen wesentlich mit einbezogen sind,führen.Allerdings überproportionale Fremdbestimmung z.B.durch Arbeitgeber( selbstverschuldet wegen Broterwerb,ggf Karriere),durch Ehefrau o Ehemann,durch Kinder(Hotel Mama) verhindert ,dass auch keine wesentliche Einbeziehung anderer Personen zB Freunde etc stattfinden kann.Selbst wenn d Fremdbestimmungen ab ca 50-60 Jahren aufhören,ist e Entwicklung zum Glück z.B.der Freundschaft nicht mehr erkennbar.Die Autonomie schlägt eher in Rückzug um(Enkelpflege).Glück ist umfassenderes Gelingen d Lebens lebenslang

Empfehlen
Frank Linnhoff
Frank Linnhoff (wulewuu) - 08.04.2012 11:14 Uhr

Glückliches Bhutan

Das Wachstum des BIP wird im längerfristigen Durchschnitt bestenfalls bei 2% pro Jahr liegen. Dies reicht nicht aus, um die Zinsen und Zinseszinsen der in den letzten 50 Jahren exponentiell angewachsenen Geldvermögen zu zahlen. Unser Geldsystem, in welchem es kein Geld ohne Schuld und Zinszahlung gibt, kann nur in die Knechtschaft und ins Unglück führen für die große Masse der Menschen, die ihren Lebensunterhalt erarbeiten müssen.

Die Menschen in Bhutan schätzen sich unter anderem deswegen glücklich, weil sie die Tretmühle der Schuldentilgung sowohl für ihren kleinen Staat, als auch in ihrem privaten Leben noch kaum kennen. Man kann ihnen nur raten, nie an dem Globalisierungswahn teilnehmen zu wollen.

Empfehlen
Gerhard Rinker
Gerhard Rinker (GerdR) - 07.04.2012 20:47 Uhr

Naturgesetze nicht ignorieren!

Es liegt in der Natur des Menschen, immer mehr zu wollen. Wenn das nicht so wäre, wären wir heute noch Jäger und Sammler. Das Wachstum des “BIP“ würde durch Naturkatastrophen und Hungersnöte auf Null gehalten. Keine Überbevölkerung, keine Zivilisationskrankheiten, und alles schön Öko! Eine schöne Welt? Bezeichnend ist, wenn der “Happy Planet Index“ Länder wie Kuba auf die vorderen Ränge setzt.
Höhere Systeme, besonders biologische Systeme, besitzen eine Selbstregulierung. Man sollte sich also keine unnötigen Sorgen machen, dass unser BIP ins Unendliche wächst. Jedes natürliche Wachstum kommt irgendwann in die Sättigung. Das können wir schon an der Abnahme der Geburtenrate hochentwickelter Länder sehen.
Das wirkliche Problem ist aber nicht das Streben des Individuums, sondern es ist das von den Regierungen weltweit betriebene Wachstum auf Pump, unendliches Wachstum voraussetzend. Die Bremsen sind aber auch dort bereits angelegt. Die Schuldenkrise zeigt dies ganz deutlich.

Empfehlen
Stefan Uhlig
Stefan Uhlig (printul) - 07.04.2012 19:53 Uhr

Was folgt aus niedrigem Wachstum ?

"In den kommenden Jahrzehnten werden die Wachstumsraten tendenziell geringer. In den fünfziger Jahren waren es durchschnittlich über 8 Prozent, in den neunziger Jahren 1,6 Prozent. Bald werden sie unter ein Prozent sinken. Eine alternde und schrumpfende Bevölkerung schafft nur noch geringes Wachstum. Das ist unvermeidlich."
Schade, dass der interessante Artikel genau hier aufhört. Denn - unabhängig von der Aussagekraft des BIP - haben diese extrem geringen Wachstumsraten erhebliche Auswirkungen auf unseren Lebensstandard. Und insbesondere die Schuldenprobleme werden dann erst richtig gravierend. Die "Schuldenlüge" unserer Politiker bestand ja vor allem darin, dass Schulden nicht so schlimm sind, solange das Wachstum stärker ausfällt als die jeweilige Neuverschuldung. Meine Anregung daher an den Autor: Bitte zweiten Teil des Artikels verfassen. Bin sehr gespannt.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.04.2012 21:21 Uhr
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 07.04.2012 21:21 Uhr

"Eine alternde und schrumpfende Bevölkerung schafft nur noch geringes Wachstum"

Schaft alternde, schrumpfende Bevölkerung nicht eher Schrumpfung?

Empfehlen
Torsten Klier

Das hört und liest man in der letzten Zeit immer öfter

Den Blösinn mit dem Glücksindex muss man nicht analysieren.
Aber wir sollten uns fragen, warum die Propaganda uns damit immer mehr auf die Nerven geht.
Die westlichen Wohlfahrtsstaaten sind hoffnungslos überschuldet. Es geht nicht so weiter wie bisher. Egal ob die Schulden sanft weginflationiert oder per Währungsreform aus der Welt geschafft werden, die Einschnitte werden dramatisch sein. Alle bisherigen Indikatoren werden in Minus zeigen. Deshalb bereitet man uns schon mal auf neue vor, solche die der Überprüfung durch die Menge per se entzogen sind.
In den nächsten Jahren werden wir zwar nicht reicher - aber glücklicher.

Empfehlen
Closed via SSO
Sebastian Kramper (Krakz) - 07.04.2012 17:45 Uhr

Wenn die Regierung Glück schaffen kann - geht real nichts mehr

Ein kluger Beitrag, der so enpassant erwähnt, welche Manipulationsmöglichkeiten es gäbe, wenn unsere ehrenwerte Regierung die Mölichkeit hätte, weiche Indices einfließen zu lassen. Jede Wette dass es dann immer zu einem fetten "Glückswachstum".

Wie schon von anderen gesagt: Materielle Dinge machen nicht glücklich, aber ohne materielle Dinge gibt es kein Glück, denn dann herscht Not.

Nebenbei bemerkt: ohne Wachstum im harten Sinne verliert eine Gesellschaft die Fähigkeit echter, materieller Veränderungen - also nicht von Bewusstseinzuständen. Wie schwer das fällt, kann man derzeit an der sog. Energiewende ablesen. Die Regierung mag sich kaum damit abfinden, wie wenig Masse für schnelle Veränderungen zur Verfügung steht. Ohne reales Wachstum wären Ideen, alle Gebäude in 50 Jahren umzubauen, volkommen verrückt

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.04.2012 22:36 Uhr
Hans Edelmann

Das Glück wird wohl kaum von der Regierung erzeugt.

Das Bruttoinlandsprodukt hängt primär von der wirtschaftlichen Entwicklung, also vom nationalen und internationalen Erfolg der Unternehmen ab. Der Staat und damit auch die
Regierung beanspruchen einen Großteil der erwirtschafteten Leistungen für sich, ihre politischen Zwecke sowie für Umverteilungen, Subventionen und Verzinsung reichlich
aufgenommener Staatskredite. Die Politik meint, auf diese Weise für die Bürger, ihre Unternehmen, und für Auswärtige Gutes zu tun und ihnen zu ihrem Glück zu verhelfen. Allerdings sind die Empfänger solcher staatlichen Leistungen darüber oft gar nicht besonders glücklich - und diejenigen, von denen der Staat die Finanzmittel abgezweigt hat, natürlich meistens noch viel weniger. Man könnte meinen, Glück sieht völlig anders aus. Immerhin
werden viele ganz glücklich sein, die in der Wirtschaft auskömmliche und zufriedenstellende
Arbeit finden, und das ist prinzipiell leichter, wenn das Bruttoinlandsprodukt wächst, als wenn es stagniert oder abnimmt.

Empfehlen
Juri Simons

Sanfter Paternalismus

Mit dem zerhaltensökonomischen Ansatz ist ist sicherlich Liberaler Paternalismus gemeint. Diesem steht jedoch ein Verbot oder ein anderer Zwang wie ein staatlich diktiertes Fernsehprogramm entgegen.

Empfehlen
Edda Kuhlmann

Mit dem Glueck ist es wie mit der Freiheit

Jeder hat seine eigene Definition. Der eine sieht Freiheit im Individualismus (jeder ist frei, sein Leben selbst zu gestalten), der andere im Kollektivismus (eingeschraenkte persoenliche Freiheit, dafuer aber Freiheit von wirtschaftlichen Noeten). Glueck fuer den einen mag die Freude am eigenen Schaffen sein (Individualismus), fuer den anderen notfalls mit "paternalistischem" Druck erreichte Gleichheit aller (Kollektivismus). Europa ist derzeit am Scheideweg- Kollektivismus oder Individualismus, noch mehr Staat oder zur Abwechslung mal weniger? Die Mehr-Staatler setzen sich bereits in Position, die Bedeutung von "Glueck" wird einfach neu bestimmt, damit werden die Fehler der Vergangenheit uebertuencht und der alte Schlachtruf "gerechter Verteilung" am Leben erhalten.

Gerade aber weil "Glueck" fuer jeden eine individuelle Bedeutung hat, laesst es sich nicht staatlich verordnen.

Empfehlen
Wolfgang Richter

Placebo für Versagen

Gut, ein hohes BSP allein macht nicht glücklich.
Mir graust es aber schon vor den politisch korrekten, ökosozialen neuen "Glücklichkeitsindikatoren", mit denen künftige rot-grüne Regierungen ihr wirtschaftliches Versagen und die daraus resultierende Verarmung vertuschen werden.
Wie wäre es mit vielen Punkten für Buntheit, Multikulturalität, ökologische Korrektheit,..., während wir uns im Schneeregen auf alten Fahrrädern zur 12-Stunden-Schicht im Öko-Kombinat schleppen? Und glücklich sind, für einige Stunden den 12° Kälte in unseren engen Gemeinschaftswohnungen zu entkommen.

Empfehlen
Günter Gladis
Günter Gladis (poetnix) - 07.04.2012 16:25 Uhr

Wachstum macht Sinn

Wachstum macht Sinn, wenn knappe Mittel nicht sinnlos verschleudert werden.
Zum Beispiel min. 3 Milliarden für eine Zeitersparnis von ggf. 15 Minuten in einen Bunkerbahnhof in Stuttgart.
Zum Beispiel in völlig übermotorisierte Pkw.-Pestratten, deren Pestschaden wieder durch
Subventionen in die Umwelt behoben werden muss.
Zum Beispiel in Subventionen für die Autoindustrie zur Erforschung der Elektromobilität, wenn diese Unternehmen Milliarden Gewinne machen etc.
Zum Beispiel in eine "Herdprämie", deren Wirkung in den unteren Einkommenschichten für die Kinder ein ein Disaster sein wird und damit später wiederum zu hohe Kosten im Bildungssystem führt.

Glück hängt sicherlich nicht von hohem Wohlstand ab, aber von materieller Sicherheit innerhalb eines Gesellschaftssystems.

Empfehlen
Karl Hammer

Glückliches Land im Nirgendwo

Solche Probleme können nur satte und reiche Wohlstandskinder haben, die keine Ahnung davon haben, daß ihre Ahnen einst Opfer bringen mußten um ihnen das Nest zu bereiten. Es kommt nicht auf das BID an. Es geht auch nicht um persönliches Glück. Wirtschaftkraft und Geld sind nur Mittel zum Zweck.
Es geht um die Fähigkeit der Selbstbehauptung, um die Fahigkeit, den eigenen Nachkommen einen Raum zum gesunden Aufwachsen und zur Entfaltung bieten zu können. Wir Deutschen leben nicht im Nirgendwo der asiatischen Unendlichkeit, wir leben in einer der fruchtbarsten, bevölkertsten und begehrtesten Regionen der Welt. Um überhaupt die Grundlage für Glück zu haben, brauchen wir einen Freiraum, in dem wir selbstbestimmt leben können. Wir mussten und müssen diesen Freiraum mitten in Europa immer und immer wieder aufs neue erkämpfen.

Empfehlen
Hans Edelmann

Glück hat viele Dimensionen.

Wo das Bruttoinlandsprodukt stetig wächst, ist das für viele ein Glück. Wenn in EU-Staaten
das Bruttoinlandsprodukt stagniert oder absinkt, kann das wohl kaum als Glück empfunden
werden. Für Glück oder Unglück der einzelnen Menschen gibt es allerdings sehr viel Wichtigeres
als das Bruttoinlandsprodukt und dessen Entwicklung.

Empfehlen
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 07.04.2012 14:31 Uhr

Wachstum ist "nötig", weil manche politischen und ökonomischen Entscheidungen ...

... auf Wachstum setzen, oft auf das unmögliche Wachstum. Wenn das erwartete Wachstum nicht da ist, kommt dann eine mehr oder weniger "unerwartete" Katastrophe, die man selbstverständlich anders erklärt als mit dem Handeln unter der Voraussetzung des Unmöglichen, denn das würde den Glauben an das ewige Wachstum in Frage stellen. Ja, es ist ideologisch, und vermutlich nicht zu alt, wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Interessant wäre eine historische Betrachtung, zu wissen, seit wann dieser Glaube an das Wachstum bei der VWL und bei der Politik herrscht.

Empfehlen
Jan Matthias

Wachstum ist nicht alles, aber ohne Wachstum ist alles nichts

Das BIP als rein ökonomische Kennziffer mit diversen Glücksindizes gleichzusetzen ist gewagt. Ohnehin sind auch diese extremst subjektiv und damit nicht zum Ländervergleich geeignet. Das BIP ist eine absolute Größe, Glück hingegen wird zu großen Teilen relativ - im Vergleich zum direkten Umfeld - empfunden.
Wir können das BIP mit einem neuen Glücksindex ersetzen, der genausowenig aussagekräftig ist oder einfach die Fehler des BIP anerkennen und in der Bewertung entsprechend berücksichtigen. Dass ein höheres BIP nicht zwangsläufig zu glücklicheren Bürgern führt, sollte eigentlich nicht mehr zur Diskussion stehen.

Empfehlen
Rodion Kasanzew

:-)

Schöner Artikel

Empfehlen
Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 07.04.2012 13:21 Uhr

Sehen wir es doch mal langfristig und global

Die Menschheit hat sich von Sammlern und Jägern zu Hochzivilisationen hochgearbeitet und dies war immer mit einer Steigerung ihrer Anzahl und auch der Produktivität verbunden. Es ist zu vermuten dass dieser Prozess noch nicht zu Ende ist, denn sonst gäbe es keine Science Fiction Filme, die nur das vorwegnehmen, was wir glauben durch die weitere technologische Entwicklung noch erreichen zu können. Langfristig gesehen wird das BIP also weiter steigen, sofern wir nicht einer Öko-oder sonstigen Religion zum Opfer fallen, was bisher nur Kleinstgruppen widerfahren ist, die dann Opfer der Evolution wurden. Natürlich können wir das Wachstum des BIP ausbremsen, aber wenn wir es stoppen, hieße dies die Zivilisation anhalten zu wollen. Nur diesem Ziel werden sich die Länder des Ostens sicher nicht anschließen. Bleiben wir also stehen, überfahren sie uns von hinten. Das globale BIP Wachstum wird das kaum ausbremsen, nur wir sind dann nicht mehr dabei. Wollen wir das wirklich?

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.04.2012 20:12 Uhr
Reinhard Wolf

@ Herbert Sax: Ich kann nur für mich sprechen ...

und nicht für ein diffuses "Wir". Aber von mir kommt auf Ihre Frage: "Wollen wir das wirklich?" ein ganz klares Ja!
Die Länder des Ostens können uns gerne überholen und mit Vollgas in der nächsten Kurve (die wir hoffentlich noch kriegen ...ich glaube es nicht, weil wir leider mit die Schnellsten sind) gegen die Wand fahren.
Nach dem Energieverschwendungszeitalter ist sowieso alles anders; ganz anders! ... und dann diktiert die Natur mit all ihrer Härte. Da wäre es durchaus von Vorteil wenn wir selbst so viel Einsicht hätten zuvor zu einer sanften Landung anzusetzen und uns rechtzeitig auf ein energiearmes Leben umzustellen. Das würde uns auf jeden Fall in naher Zukunft schonmal die Kriege um die finalen Energieressourcen ersparen, die definitiv mit dem Zweiten Golfkrieg 1990/91 begonnen haben und den wir seinerzeit bereits mit 20.000.000.000,- DM mitgesponsert haben.

Empfehlen
Reinhard Wolf

Die Kennziffer des BIP sagt im Wesentlichen nur eins: In einer Welt, in der die umsatzstärksten

Konzerne solche sind, die entweder Energieverbraucher herstellen: Automobilkonzerne, Flugzeugbauer, Elektik- und Elektronikkonzerne, Schiffbau oder jene sind, die Energie herstellen/verkaufen: Stromkonzerne und Ol-/Gasunternehmen sagt ein Index, der im Wesentlichen deren Leistungen bemißt, im Wesentlichen nur aus, wie schnell wir wie arm werden. Arm an den Ressourcen, die für die zukünftigen Generationen eigentlich überlebensnotwendig wären, wenn wir ihnen noch etwas übrig lassen würden. Stattdessen haben die Menschen der Zukunft nicht nur mit zunehmender Energieknappheit, sondern auch mit den zunehmenden Umwelt- und Klimaproblemen zu kämpfen, die erst durch den heuigen BIP-Wachstumswahn (alles was damit beziffert wird) entstanden sind.
Ja, man sollte nicht auf das BIP verzichten: Man muss sich aber bewußt machen, dass diese Größe nicht den Wohlstand indiziert, sondern in Wirklichkeit ein Parameter unserer geistigen Armut ist und uns jede Steigerung schneller in Not und Armut bringt.

Empfehlen
martin trick
martin trick (tiziel) - 07.04.2012 12:58 Uhr

...Ein Kadaver ..

Zitat aus Die Irre von Chaillot: "Es gehört zu den unumstösslichen Grundwahrheiten dieses Gewerbes, dass ein Kadaver in der Nähe von Erdöl nicht riecht."
Damit meine ich, dass die Wirtschaft erst dann aufhört schädlich auf die Umwelt einzuwirken, wenn entweder keine Rohstoffe mehr da sind oder aber die Bildung (und der Wille Fehler zugeben zu können) den Teufelskreis - Wachstum contra Selbstzerstörung - durchbricht.
Da es einige Generationen bedarf um selbiges Umzusetzen, ist die Option "Glücksgouvernante" bei weitem nicht die anmassendste!
Bitte beachten Sie dass eine freiheitliche Gesellschaft die Konsumglocke als mindestens genauso aufgezwängt empfindet.

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

Jüngste Beiträge

Risiko des zu späten Ausstiegs

Von Patrick Welter

Bevor die amerikanische Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel strafft, will sie nun überzeugt sein, dass Wirtschaft und Arbeitsmarkt wirklich die Wende zum dauerhaft robusten Aufschwung geschafft haben. Mehr 3 5

Umfrage

Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Umfrage

Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Umfrage

Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.