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Veröffentlicht: 10.03.2017, 18:56 Uhr

Abgas-Skandal Volkswagen bekennt sich schuldig

Vor einem amerikanischen Gericht hat der VW-Konzern Betrug, Verstöße gegen Umweltgesetze sowie die Behinderung von Ermittlungen eingeräumt. Ob das zu einer Einigung reicht, ist noch unklar.

© Reuters Die amerikanische Flagge neben einem VW-Händler in San Diego, Kalifornien

Der Volkswagen-Konzern hat sich im Skandal um manipulierte Abgaswerte vor einem amerikanischen Gericht in mehreren Punkten schuldig bekannt. Chefjurist Manfred Döss bestätigte am Freitag dem zuständigen Richter Sean Cox in Detroit das vor zwei Monaten im Rahmen eines Vergleichs mit dem amerikanischen Justizministerium abgegebene Geständnis im Namen des Autobauers. VW räumt Betrug, Verstöße gegen Umwelt- und Einfuhrgesetze sowie Behinderung von Ermittlungen ein.

Der Konzern hat in der Auseinandersetzung mit der US-Justiz bereits im Januar Strafzahlungen in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro) wegen krimineller Vergehen akzeptiert. Hinzu kommen 1,5 Milliarden Dollar an zivilrechtlichen Bußgeldern. Insgesamt nimmt der Konzern in den Vereinigten Staaten mehr als 20 Milliarden Euro für Vergleiche mit Kunden, Autohändlern, Behörden und Bundesstaaten in die Hand.

Vom sauberen Auto zum schmutzigen Skandal Volkswagen-Chronik: Vom sauberen Auto zum schmutzigen Skandal © F.A.Z. Interaktiv 

Richter Cox will am 21. April bekanntgeben, ob er der Einigung mit dem Justizministerium zustimmt. In dem strafrechtlichen Verfahren ist auch eine Reihe von VW-Managern angeklagt. Ein Mitarbeiter, der sich bis März 2015 in leitender Funktion um Umweltfragen in den Vereinigten Staaten kümmerte, war den Fahndern im Januar in die Fänge gegangen. Er streitet den Vorwurf ab, am Abgas-Skandal beteiligt gewesen zu sein.

Dem Mann droht eine lange Haftstrafe. Sein Anwalt will bei einer Anhörung am 16. März erneut versuchen, ihn gegen Kaution freizubekommen. Bereits seit September kooperiert ein langjähriger VW-Ingenieur, der sich im Zuge einer Strafanzeige schuldig bekannt hatte, als Kronzeuge mit den amerikanischen Ermittlern. Sein Urteil soll am 3. Mai verkündet werden. Die weiteren Angeklagten vermuten die amerikanischen Behörden in Deutschland, von wo ihnen keine Auslieferung droht.

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