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Aktualisiert: 05.11.2015, 17:56 Uhr

Auto-Typen Habe ich ein Skandalauto?

Abgas-Manipulationssoftware steckt in vielen Modellen des Volkswagen-Konzerns: von Audi bis Seat und VW. Hier ist der aktuelle Stand.

© Nauck, Daniel Auch im Golf gibt es Abgas-Manipulations-Software. Und zwar in den Dieselmodellen des Golf 6, Baujahr 2009 bis 2014.

Welche Modelle nach bisherigem Wissen betroffen sind, können Sie in der Liste unten nachlesen. Grundsätzlich gilt: Der Motor EA 189 - das Kürzel EA steht für „Entwicklungs-Auftrag“ - wurde in Deutschland in Autos des VW-Konzerns mit den Baujahren 2009 bis 2014  eingebaut. Es geht um die TDI-Dieselmotoren mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum. Möglicherweise sind auch TDI-Dieselmotoren mit 1,2 Litern Hubraum betroffen, aber hier nur in geringer Stückzahl. Es geht dabei um Motoren mit der Abgasnorm Euro 5. Neuwagen mit Motoren der strengeren Abgasnorm Euro 6 sind nach Konzernangaben nicht betroffen.

Die EPA wirft Volkswagen vor, auch bei Dieselmotoren mit 3,0 Litern Hubraum Manipulationssoftware eingesetzt zu haben (Modelle siehe unten). Volkswagen bestreitet das bislang allerdings.

Die Manipulations-Software ist laut VW-Angaben insgesamt in bis zu 9 Millionen Autos des Gesamtkonzerns weltweit eingebaut. Nur für amerikanische Modelle ist sicher, dass sie ohne die Software wirklich eine Abgasnorm reißen. In welchen Modellen die Manipulationssoftware außerhalb Amerikas aktiviert worden ist, ist noch nicht ganz klar.

Audi

Insgesamt sind rund 2,1 Millionen Audis betroffen. Und zwar die Dieselmodelle der Baujahre 2009 bis 2014 von

  • A1
  • A3
  • A4
  • A5
  • A6
  • Q3
  • Q5
  • TT

Außerdem von den Modelljahren 2015 und 2016 mit 3,0-Liter-Motor und sechs Zylindern:

  • Q5
  • Q7
  • A7
  • A8

Audi-Fahrer können Ihr Auto auf dieser Webseite prüfen.

Porsche             

  • Cayenne (Jahrgänge 2014 bis 2016, 6 Zylinder, 3,0 Liter Hubraum)

Der manipulierte 4-Zylinder-Motor sei bei Porsche nicht verwendet worden, heißt es beim Sportwagenhersteller.

Skoda

Insgesamt sind 1,2 Millionen Sokdas betroffen.

  • Fabia (Baujahre 2009 bis 2013)
  • Roomster  (Baujahre 2009 bis 2013)
  • Octavia (Baujahre 2009 bis 2013)
  • Superb (Baujahre 2009 bis 2013)

Seat

Es gibt betroffene Modelle auch bei Seat. Welche das sind, ist noch nicht öffentlich. Seat spricht von 700.000 Autos.

Volkswagen

Insgesamt sind rund 5 Millionen Volkswagen betroffen. In Deutschland sind laut bisherigen VW-Angaben folgende Dieselmodelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem betroffenen Motor ausgestattet:

  • Golf VI
  • Passat VII
  • Tiguan I

Ein VW-Sprecher hat dem ZDF zudem folgende Modelle bestätigt:

  • Polo
  • Jetta
  • Scirocco

Auch Nutzfahrzeuge sind betroffen, zum Beispiel

  • Caddy
  • Transporter

Außerdem hat VW den Verkauf des neuen VW Touareg mit sechs Zylindern und 3,0 Litern Hubraum gestoppt.

In Amerika sind es die die Modelle Jetta (Baujahr 2009-2015), Jetta Sportwagen (2009-2014), Beetle (2012-2015), Beetle Cabrio (2012-2015), Golf (2010-2015), Golf Sportwagen (2015) und Passat (2012-2015). Nicht betroffen sind nach eigenen Angaben die beiden chinesischen Volkswagen-Joint-Ventures FAW-Volkswagen und Shanghai Volkswagen.

VW-Fahrer finden die Webseite hier.

Unabhängig von der Abgassoftware, die den Ausstoß von Stickoxid manipuliert haben soll, sind Vorwürfe aufgetaucht, dass VW auch beim Kohlenstoffdioxid (CO2) falsche Angaben gemacht haben soll. Das betrifft insgesamt rund 800.000 Autos mit 1,4-, 1,6- und 2,0-Liter-Dieselmotoren sowie einen Benziner mit 1,4-Liter-Motor. Es geht um folgende Modelle:

  • VW Polo
  • VW Golf
  • VW Passat
  • Audi A1
  • Audi A3
  • Skoda Octavia
  • Seat Leon
  • Seat Ibiza

China und die Vereinigten Staaten sind nicht betroffen, heißt es. Dobrindt spricht von 98.000 Benzin-Fahrzeugen, bei denen falschen Angaben zum Kohlenstoffdioxid-Ausstoß gemacht wurden. Von den insgesamt 800.000 Autos entfallen rund 200.000 Fahrzeuge auf Deutschland, sagt Dobrindt.

Außerdem ruft Volkswagen in den Vereinigten Staaten 91.800 Fahrzeuge wegen Problemen an der Nockenwelle zurück. Dieser Defekt kann wohl die Bremsen schwächen und deshalb das Unfallrisiko erhöhen. Davon betroffen sind Benzin-Motoren mit 1,8 und 2,0 Litern Hubraum aus den Jahren 2015 und 2016. Es geht um folgende Modelle:

  • Beetle
  • Beetle Convertible
  • Golf
  • Golf SportWagen
  • Jetta
  • Passat

***

Wir aktualisieren diese Liste, sobald wir weitere Informationen bekommen.

Quelle: bern./tine.

 

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