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Veröffentlicht: 19.02.2016, 07:09 Uhr

Auch Mercedes bekommt Ärger Ein zweiter Fall Volkswagen?

Ein amerikanischer Mercedes-Diesel-Fahrer hat Klage gegen den Autohersteller eingereicht. Er behauptet, Mercedes habe das Auto bewusst so programmiert, dass es weit über das erlaubte Maß hinaus emittiert.

von , Washington
© dpa Nach VW ist nun auch Mercedes wegen angeblichen Abgas-Grenzwertüberschreitungen in Amerika im Fokus.

Hinter der Klage steckt die bekannte Anwaltsfirma Hagens Berman aus Seattle. Sie war die erste Kanzlei, die Volkswagen in den Vereinigten Staaten verklagt hat: VW hatte Software so programmiert, dass die Autos nur im stationären Testbetrieb im Rahmen des gesetzlichen Grenzwerte blieben, im Straßenbetrieb aber deutlich höhere Stickoxid-Abgase produzierten.

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Hagens Berman nimmt eine Führungsposition in der Klage gegen Volkswagen ein. Gegen Toyota, deren Autos überraschend beschleunigten und Unfälle provozierten, haben die Anwälte von der Westküste mit 1,6 Milliarden Dollar die größte Vergleichssumme erreicht, die je ein Autohersteller aufbringen müsste. Die von Hagens Berman verklagte koreanische Autofirma Kia konnte sich mit den Anwälten auf eine Vergleichssumme in Höhe von knapp 255 Millionen Dollar verständigen. Auch Klagen gegen General Motors wegen tödlicher Fehlzündungen vertritt die Anwaltsfirma. 

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Die Kanzlei sucht nun weitere Mercedes Diesel-Fahrer für eine Massenklage. Sie listet 14 Modelle auf, die sie der Grenzwertüberschreitungen verdächtigt. Die Anwälte behaupten, dass Dieselautos von Mercedes bei Tests auf der Straße im Schnitt 19 Mal so viele Stickoxide emittieren, wie erlaubt. In einzelnen Tests wurden den Anwälten zufolge die erlaubten Grenzwerte sogar um das 65-fache überschritten.

Die Anwälte werfen Mercedes vor, die Käufer mit falschen Präsentationen betrogen zu haben. Mercedes habe seine Autos als die saubersten und am weitesten entwickelten Dieselfahrzeuge mit äußerst niedrigen Emissionen, großer Energieeffizienz (30 Prozent weniger Treibhaus-Emissionen als ein vergleichbares Benzin-Auto) und ansprechender Fahrleistung gepriesen. Das Unternehmen haben den falschen Eindruck erweckt, seine Autos seien weniger schädlich für die Umwelt, so Steve Berman, Partner der Kanzlei, die sich auf Massenklagen spezialisiert hat.

Welchen konkreten Schaden Fahrzeugbesitzer erlitten haben, ist nicht so leicht auszumachen - selbst wenn Mercedes-Autos tatsächlich die Stickoxid-Grenzwerte überschritten haben sollten. Mit erhöhten Stickoxid-Konzentrationen sind zwar generelle Gesundheitsgefahren verbunden, sie treffen aber die Autobesitzer nicht mehr als andere. In Frage kommt eher, dass die Leute zu viel für das Auto bezahlt haben wegen des Versprechens, es sei besonders umweltfreundlich. Noch klarer wird der Verlust beim Wiederverkaufswert des Fahrzeuges.

Seit dem VW-Skandal ist der Absatz von Dieselfahrzeugen in den Vereinigten Staaten regelrecht eingebrochen. Ganze 225 Autos mit Dieselantrieb wurden im Januar verkauft. Im Januar 2015 waren es noch mehr als 4000 gewesen, im Mai sogar mehr als 9000. VW hatte im September seine Verkäufe von Dieselautos gestoppt. Deutsche Firmen sind die größten Advokaten der Dieseltechnik. Sie finden aber in den Vereinigen Staaten immer weniger Gehör.            

Quelle: FAZ.NET

 

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