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Vorsicht süß und glibberig! Bubble Tea überschwemmt die Innenstädte

 ·  Ein Getränk aus Taiwan erobert die deutschen Innenstädte. Fast wöchentlich macht irgendwo eine neue Bubble-Tea-Bar auf.

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Im Mund fühlt es sich anders an als alles, was man je getrunken hat. Die erbsengroßen Kügelchen saugt man über einen überdimensionalen Strohhalm ein, sie sind glibberig wie aufgeweichte Gummibärchen. Manche platzen, wenn man sie zwischen Zunge und Gaumen presst, dann spritzt quietschsüßer Mango- oder Orangensirup heraus und vermischt sich im Mund mit Tee und Milch. Das Getränk heißt Bubble Tea und ist ein sehr merkwürdiges Phänomen.

Überall in Deutschland eröffnen momentan wöchentlich Bubble-Tea-Bars, die dieses bunte Fruchtgetränk verkaufen, in dem Tapioca-Perlen herumschwimmen. Teenager stehen in langen Schlangen vor den Bars, um sich auch so einen Plastikbecher voll Tee für 3,50 Euro zu kaufen. Bubble Tea ist Starbucks für die Noch-nicht-Kaffeetrinker.

Hai Luong und Trang Nguyen, beide 28, haben vor kurzem in Frankfurt eine Bubble-Tea-Bar eröffnet. „Bekannte haben mir erzählt, dass man damit viel Geld verdienen kann“, sagt Luong. Er und Nguyen leben seit ein paar Jahren in Deutschland, in ihrem Heimatland Vietnam haben sie den Tee früher oft getrunken.

Von innen ist ihre Bar grellgrün, auf dem Tresen liegen die Zutaten für den Tee: eine Maniok-Wurzel, aus deren Stärke die Kügelchen gemacht werden, ein paar Früchte und loser Yasmintee. Man kann sich nicht vorstellen, dass diese Zutaten wirklich in dem bunten Glibbertee sind. In der kleinen Bar kann man zwischen elf verschiedene Geschmackssorten wählen, Mango etwa, Litschi, Guave, Ananas oder Passionsfrucht. Wahlweise werden sie gemischt mit Yoghurt, Milch oder Tee. Dazu kommen die Kügelchen und viel Zucker. Ein Becher Tee hat bis zu 550 Kilokalorien. Die Techniker Krankenkasse bezeichnet das Getränk als Dickmacher. Und Ärzte warnen, dass Kleinkinder sich an den Bubbles verschlucken können.

Jeder, der will, kann in Deutschland Bubble Tea verkaufen, der Name ist nicht geschützt. Etwa zehn Franchise-Ketten teilen sich hierzulande den Markt. Sie heißen Boobuk, Tea One oder Boboq.

Die Besitzer der Bubble-Tea-Bars erzählen immer die gleiche Geschichte: Erfunden wurde der Bubble Tea vor 30 Jahren in Taiwan als Tee für Kinder. Dann soll er sich über Asien, Australien, Amerika nach Europa verbreitet haben. Nach Deutschland haben das Getränk drei Freunde gebracht, die Chinesinnen Zhu und Zhou und der Taiwaner Lai. Als sie nach Deutschland kamen, vermissten ihre Kinder den Tee so sehr, dass sie 2009 die erste Bubble-Tea-Bar in Berlin eröffneten. Heute sind die drei die Chefs von Boboq, einem der größten Bubble-Tea-Anbieter in Deutschland.

Der Sitz von Boboq ist in Berlin Neukölln, von dort aus vertreibt das Unternehmen die Originalzutaten aus Asien und schult neue Mitarbeiter. Boboq hat 70 Bars in Deutschland, bis zum Jahresende sollen es 150 sein. „Alle paar Tage eröffnet eine neue Bar“, sagt Tan Huynh, der Sprecher des Unternehmens. Auch in Österreich, Polen, Slowenien, Israel und in den Niederlanden gibt es Boboq und bald auch auf Mallorca, in Dubai und in der Türkei. Täglich bekommt das Unternehmen sechs Mails mit Anfragen von Interessierten, vor allem Asiaten, die einsteigen wollen, erzählt Sprecher Huynh.

Auch Luong und Nguyen aus Frankfurt haben Boboq eine E-Mail geschrieben. Ein Jahr lang haben sie geplant und vorbereitet, sie mussten ein Geschäft in der richtigen Lage finden, umbauen, renovieren, dekorieren. Dafür haben sie sich Geld von Eltern und Verwandten geliehen. Offiziell will niemand sagen, wie hoch die Lizenzgebühr ist, die Boboq verlangt. Manche sagen, sie liegt zwischen 20 000 und 30 000 Euro. Boboq bekommt nichts vom Umsatz der Bars. Zur Eröffnung liefert Boboq Visitenkarten, Stempel, Flyer und Arbeitskleidung, damit alle Läden gleich aussehen. Ziel von Boboq ist es, so groß wie Starbucks zu werden. Noch zumindest ist Kaffee aber mit 150 Litern pro Kopf das beliebteste Getränk der Deutschen.

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