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Vorruhestand "When I am 54"

18.09.2003 ·  Norbert Przystupa verfolgt ein zukunftsträchtiges Geschäft. Der Personalberater hat sich mit seiner Firma Forty-Five auf die Vermittlung von Arbeitsuchenden im Alter über 45 Jahren spezialisiert.

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Norbert Przystupa verfolgt ein zukunftsträchtiges Geschäft. Der Personalberater hat sich mit seiner Firma Forty-Five auf die Vermittlung von Arbeitsuchenden im Alter über 45 Jahren spezialisiert. Wenn sich in 10 bis 15 Jahren der Geburtenrückgang in Deutschland auch in den Belegschaften der Unternehmen niederschlägt und Fachkräfte fehlen, könnte er davon profitieren. Bislang ist davon allerdings wenig zu spüren.

Ganz im Gegensatz zu seinem Firmennamen bringt der Kleinunternehmer in der Mehrzahl Kunden im Alter unter 40 Jahren bei Betrieben unter - und auch das nur mit Mühe. "Wenn der Aufschwung kommt, werden die Leute wach werden", hofft er.

Daß der demographische Wandel weitreichende Folgen haben wird, ist in den Personalabteilungen bekannt. Schätzungen zufolge steigt das Durchschnittsalter der Belegschaften bis 2010 auf 45 Jahre - fünf Jahre mehr als im Jahr 2000. Gleichzeitig dürften nach Schätzungen des Instituts zur Zukunft der Arbeit bis 2015 sieben Millionen Fachkräfte fehlen, wenn der Arbeitskräftebedarf um drei Millionen steigt. Vorsorge treffen noch die wenigsten."Das Problem ist erkannt, aber noch nicht gebannt", sagt Jens Bäumer von der Beratungsgesellschaft Kienbaum Consulting. Die Tendenz gehe in die entgegengesetzte Richtung. Wegen der schwachen Konjunktur und der Misere auf dem Arbeitsmarkt stehen vorzeitiger Ruhestand und Altersteilzeit weiterhin an der Tagesordnung.

Vor allem den Mittelständlern fehlen die Ressourcen, um sich auf die abzusehenden Schwierigkeiten vorzubereiten. Besser stellen sich voraussichtlich die größeren Betriebe. Sie setzen zwar auf Frühverrentungsprogramme, haben aber auch schon ganze Abteilungen eingerichtet, die sich mit der demographischen Entwicklung befassen. Das Rezept lautet: Die Mitarbeiter fit und flexibel zu halten. Bei Daimler-Chrysler in Stuttgart werden etwa regelmäßig 300 bis 500 Arbeitsplätze vor allem in der Montage und Produktion überprüft, ob sie auch noch für ältere Beschäftigte geeignet sind. Die Zahl der Gesundheitsprogramme wie Rückenschule, Wirbelsäulengymnastik oder Raucherentwöhnung wurde in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Daneben verstärkt der Konzern die Qualifizierung der Mitarbeiter. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am Band arbeiten kann, soll künftig leichtere Arbeiten am Schreibtisch verrichten. Mit 54 Jahren in Rente - das soll es bei dem Stuttgarter Autokonzern schon bald nicht mehr geben.

Quelle: clb., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2003, Nr. 218 / Seite 14
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