03.02.2012 · Die Börse wird Facebook nicht verändern. Aber vielleicht die Welt. Denn was sind 80 Millionen Deutsche gegen die bald eine Milliarde Facebook-Nutzer, die dem Unternehmen allesamt namentlich bekannt sind?
Von Carsten KnopRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Anders als Google, dass Suchergebnisse u.A. entsprechend der dafür
gezahlten Gebühren positioniert, gibt es bei Facebook bisher nur
platte Werbung - wer liest die schon wirklich?
Sollte es ca. 1 Mrd. Facebooknutzer geben, von denen 500M genügend
Geld haben um entsprechende Produkte zu erwerben und 20% dies auch
tatsächlich umsetzen, entspricht dass nur 100M Kunden - Weltweit
(vielleicht und auch nur bei optimistischer Betrachtung)
Sollte also der Wert des Unternehmens dem zukünftigen Umsatz, also
mindestens (50 Mrd EUR) entsprechen, kostet jeder Kunde also 500 EUR.
Da klingelt nur eine Kasse.
Selbst wenn 1Mrd Kunden zugreifen sind die aus dieser Werbung
resultierenden Erlöse lächerlich - für die werbenden Unternehmen....
Mal sehen wann die das merken....
Aber um als Aktionär am Boom zu partizipieren eine tolle Geschichte!
Facebook, angeblich in einem Studentenwohnheim der USA gegründet,
halte ich eher für eine
Art Unterabteilung eines auswärtigen Geheimdienstes. Und ich denke,
das ich mit meiner Vermutung nicht falsch liege, das Facebook genutzt
wird. Alles, fast alles von sich preisgebend und andere ausforschend,
lassen sich 500 Millionen Menschen tagtäglich, 24 Stunden
täglich über den Tisch ziehen, machen sich für Politik,
Wirtschaft berechenbar, für Geheimdienste durchschaubar und liefern
sich aus. Die Macher aber verdienen sich dumm und dämlich an der
Mitteilungswut der halben Milliarde Menschen und ich finde es gut, das
es
noch Staaten gibt, die derartigen Unternehmen ab und zu den Strom
abstellen. Denn keine weiß genau, was mit seinen Daten geschieht
und wer diese nutzt, um den Gläubigen Facebook - Nutzer ans Messer
zu liefern.
Ist es da ein Trost, das vielleicht keiner mehr in der Lage sein wird,
um die Datenflut in den Griff zu bekommen. Aber das ist ein schlechter
Trost.
Facebook ist im Wesentlichen nur ein Online-Spielseite. Die Online-Spiele sind so ausgerichtet, dass man möglichst viele Mitspieler einlädt, die sich bei Facebook anmelden müssen, das gibt Bonuspunkte, Energie oder whatever. Reicht die Zahl Freunde nicht aus, motiviert dies dazu, unter anderem Namen weitere Accounts selbst anzulegen. Ein Bekannter von mir hat selbst 30 Facebook-Accounts. Dies erleichtert das Online-Spiel enorm. Belohnt wird auch, wer sich beim Online-Spiel täglich einloggt, dies gibt wieder einen Bonus. Warum? Um die Nutzungszeit hochzutreiben. Mittlerweile kann man sich bei vielen Internetseiten auch über ein Facebook-Account einloggen. Dann betritt man die Facebook-Seiten gar nicht mehr, ist dort aber trotzdem eingeloggt und zählt als fleißiger Nutzer. Warum wohl wird es dem Nutzer so überaus schwer gemacht, den Facebook-Account zu löschen? Ein normaler Löschauftrag führt nur zur Deaktivierung. Die Nutzerzahlen stimmen nicht. 10 % davon ist wohl realistisch.
Träumt noch jemand, daß Facebook nur seine Mitglieder beobachtet?
Die Teilnehmer vertrauen Facebook nicht nur "ihre"
persönlichsten Dinge, wie z.B. Adreßbücher und Fotos an,
sondern genau damit auch die anderer Menschen. Und zwar eben nicht nur
die ihrer Facebook-Freunde, sondern auch derer, die nicht bei Facebook
sind.
Facebook wertet ganz ungeniert die privaten Adreßbücher
seiner Teilnehmer aus und erhält so ein wer-kennt-wen-Geflecht, das
natürlich auch Nichtmitglieder enthält.
In den Einladungs-Mails, die ich im Namen von Facebook-Teilnehmern
erhielt, waren stets auch Namen und Fotos anderer mir bekannter
Teilnehmer aufgelistet, die aber weder dem "Absender" noch
untereinander bekannt sind.
Auch ich kann nun von Facebook anhand meines Bekanntenkreises als
Zielperson für Werbebotschaften evaluiert und verkauft werden.
Wer das nicht mag, muss Facebook auch weiterhin nicht nutzen? So weit,
so witzig. Ich werde Facebook nicht nur weiterhin nicht nutzen, sondern
meine Bekannten auffordern, *meine* Kontaktdaten nicht bei Facebook zu lagern.
Was sind 80 Millionen Deutsche ?
Wir sind der Souverän, nebenbei eine der größten Volkswirtschaften der Welt und Herr unserer Entscheidungen und wenn beschlossen wird, dass die Datenkrake Facebook nicht gewünscht wird, dann wird Facebook im Extremfall eben verboten, oder noch einfacher, wir benutzen Facebook einfach auf allen Ebenen nicht mehr, bei den Werbetreibenden und den Endusern.Das dies extrem unwahrscheinlich ist, liegt auf der Hand, aber alles was gedacht werden kann, kann auch passieren. Außerdem empfehle ich jedem Gierhals die Hände von Facebook Aktien zu lassen, das Risiko ist zu hoch.
"Denn was sind 80 Millionen Deutsche gegen die bald eine Milliarde
Facebook-Nutzer, die dem Unternehmen allesamt namentlich bekannt sind?"
Selbstverständlich sind die nicht alle namentlich bekannt. Viele
melden sich unter falschem Namen an und eine Menge Dupletten gibt es da
auch. Ich kenne da keine Statistik, aber wenn hinter diesen Anmeldungen
auch nur 50 Prozent reale Personen bzw. Anmeldungen mit richtigem Namen
handelt, ist das sicherlich schon sehr hoch gegriffen.
der finalen Globalisierung und diese wiederum nur eine Facette der Evolution. Wir Heutigen würden unsere Nachfahren genauso wenig verstehen wie die Wikinger mit ihren Streitäxten einen Atomschlag verstanden hätten.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.02.2012 08:29 UhrSo ist es
Es ist im Grunde müßig, über das Für und Wider von
FB nachzudenken. Unsere evolutionäre Zukunft scheint die
virtuelle Welt zu sein, und ich wüsste nicht, wie man den totalen
Umzug der Menschheit in diese (Schein-) Welt noch stoppen sollte.
Die reale Welt wird nur noch der Befriedigung von physischen
Grundbedürfnissen dienen, wie Essen, Trinken, Schlafen, Wohnen,
Vermehren, Krankenpflege, Transport und Energieversorgung. Es erwartet
uns ein Leben in grenzenloser Freiheit, reduziert auf den Platz vor
dem Bildschirm.
Selbsternannte virtuelle Eliten werden darum wetteifern, die
vernetzten Massen zu ihrem Nutzen zu manipulieren. Und sollten einmal
alle connections zusammenbrechen, wird sich der einzelne User als Eremit
auf einer einsamen Insel wiederfinden ;)
Frau Staack, Sie unterschätzen die Problematik. Die zunächst
einmal richtige Annahme, der einzelne sei unwichtig ist zwar
gerechtfertigt. Dennoch kann es nicht richtig sein, einer Firma
unbegründet eine so breite Datenbasis zu verschaffen. Selbst dem
deutschen Staat wird eine solche Bündelung von Daten nicht zugestanden.
Das Problem hier ist, daß diese Daten eben nicht nur dieser einen
Firma (die sich übrigens niemals dadurch ausgezeichnet hat, eine
besondere Rechtschaffenheit zu besitzen) zur Verfügung gestellt
werden, sondern eben auch jedem, der entweder gerichtlich oder auf
kriminelle Art und Weise Zugang erhält.
Die meisten Menschen, die mit dem Internet nur oberflächlich
vertraut sind, unterschätzen die möglichen Konsequenzen die
sich daraus ergeben, daß an zentraler und unkontrollierbarer
Stelle über beliebig lange Zeiträume private Daten gespeichert werden.
Sich an dieser Stelle allgemein zu schützen halte ich nicht
für verkehrt.
Barrieren gegen die Datensauger, so gut es geht:
1. Nie ein Konto bei facebook einrichten
2. Unterschiedliche Provider für Such- und Emaildienste verwenden
3. "Trackmenot" installieren. Hier werden Unmengen an
Nonsense-Anfragen verschickt
4. Mit dem Nachbarn ab und an den W-LAN-Rooter tauschen (ich benutze
deinen, du meinen)
5. NOSCRIPT oder Ghostery installieren, damit niemand Ausforsch-Cookies plaziert
6. LINUX-Betriebssysteme benutzen (Ubuntu, Debian, Suse)
7. Browser mit geringer Verbreitung (Opera)
8. Nie mit dem richtigen Namen ins Netz
Sie klingen wie die Marketingabteilung von FB oder Google
Und der Satz "Die wenigsten Menschen sind wichtig genug, dass sich
die Mühe lohnt." ist nun leider ganz falsch: das Geschäft
wird nicht mit prekärem Insiderinfos zu 'wichtigen' Einzelnen
gemacht, sondern mit Basisinformationen zu hunderten Millionen, die dann
anhand des Herausgefundenen mit entsprechender Werbung 'versorgt'
werden.
Und, wie wir immer öfter sehen, dienen können rabiate
Staatsdienste Daten bei FB, Google, Twitter etc. einsehen und verwenden;
insbes. die USA haben ja im Fall Wikileaks zB. Twitter gut im Griff.
Sobald da in einem Chat "USA zertören" auftaucht, gibts
Ärger. Hatten ja kürzlich 2 Briten enormen Ärger bei der
Einreise in die USA deswegen.
Und bei all den Bugs grad bei FB sind gespeicherte Massendaten ein
gefunden Fressen für kriminelle Hacker. Account übernommen,
private Daten ausgespäht, Erpressbarkeit entsteht.
@Erik Staack
"Die wenigsten Menschen sind wichtig genug, dass sich die mühe lohnt."
Aber eben das genau nicht! Das Kapital von Unternehmen wie Facebook sind
gerade die millionenfachen Daten von ganz normalen Leuten. Die sich
vielleicht alle 5 Jahre ein neues Auto, alle zwei Jahre ein neues Handy
und fünf mal im Jahr ins Kino gehen. Also der Durchschnittsmensch,
der als Konsument gar nicht in der Masse auffällt.
Einen guten vertrauenswürdigen Psychater kennen
Wenn man sich auch nur ansatzweise sich damit beschäftigt wie im
Netz jeder jeden ausspionieren kann, ist man von der Paranoia nicht mehr
weit. Dennoch in einer realistische Abwägung zwischen Nutzen und
Risiken sollten die Risiken nicht überbewertet werden. Die
wenigsten Menschen sind wichtig genug, dass sich die mühe lohnt.
Ich bin zumindestens nicht wichtig genug vieleicht sieht das ja bei
ihnen anders aus?
.
Aber für die meisten Menschen sollte der Gute
vertrauenswürdige Psychater an Stelle 9. in ihrer Liste stehen.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Änderung | |
|---|---|---|---|
| F.A.Z.-Index | -- | -- | |
| Dax | -- | -- | |
| Dow Jones | -- | -- | |
| Euro in Dollar | -- | -- | |
| F.A.Z.-Anleih… | -- | -- | |
| Gold | -- | -- | |
| Rohöl Brent | -- | -- | |
| Bund Future | -- | -- | |