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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vor dem Börsengang Der Wert von Facebook

 ·  Die Börse wird Facebook nicht verändern. Aber vielleicht die Welt. Denn was sind 80 Millionen Deutsche gegen die bald eine Milliarde Facebook-Nutzer, die dem Unternehmen allesamt namentlich bekannt sind?

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Michael Jöhren

glaube ich nicht

Anders als Google, dass Suchergebnisse u.A. entsprechend der dafür gezahlten Gebühren positioniert, gibt es bei Facebook bisher nur platte Werbung - wer liest die schon wirklich?
Sollte es ca. 1 Mrd. Facebooknutzer geben, von denen 500M genügend Geld haben um entsprechende Produkte zu erwerben und 20% dies auch tatsächlich umsetzen, entspricht dass nur 100M Kunden - Weltweit (vielleicht und auch nur bei optimistischer Betrachtung)
Sollte also der Wert des Unternehmens dem zukünftigen Umsatz, also mindestens (50 Mrd EUR) entsprechen, kostet jeder Kunde also 500 EUR.
Da klingelt nur eine Kasse.
Selbst wenn 1Mrd Kunden zugreifen sind die aus dieser Werbung resultierenden Erlöse lächerlich - für die werbenden Unternehmen....
Mal sehen wann die das merken....
Aber um als Aktionär am Boom zu partizipieren eine tolle Geschichte!

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Peter Reisse
Peter Reisse (Buchfink) - 04.02.2012 15:06 Uhr

Big Brother is watching you !

Facebook, angeblich in einem Studentenwohnheim der USA gegründet, halte ich eher für eine
Art Unterabteilung eines auswärtigen Geheimdienstes. Und ich denke, das ich mit meiner Vermutung nicht falsch liege, das Facebook genutzt wird. Alles, fast alles von sich preisgebend und andere ausforschend, lassen sich 500 Millionen Menschen tagtäglich, 24 Stunden täglich über den Tisch ziehen, machen sich für Politik, Wirtschaft berechenbar, für Geheimdienste durchschaubar und liefern sich aus. Die Macher aber verdienen sich dumm und dämlich an der Mitteilungswut der halben Milliarde Menschen und ich finde es gut, das es
noch Staaten gibt, die derartigen Unternehmen ab und zu den Strom abstellen. Denn keine weiß genau, was mit seinen Daten geschieht und wer diese nutzt, um den Gläubigen Facebook - Nutzer ans Messer zu liefern.
Ist es da ein Trost, das vielleicht keiner mehr in der Lage sein wird, um die Datenflut in den Griff zu bekommen. Aber das ist ein schlechter Trost.

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Michael Jansen

Fakebook

Facebook ist im Wesentlichen nur ein Online-Spielseite. Die Online-Spiele sind so ausgerichtet, dass man möglichst viele Mitspieler einlädt, die sich bei Facebook anmelden müssen, das gibt Bonuspunkte, Energie oder whatever. Reicht die Zahl Freunde nicht aus, motiviert dies dazu, unter anderem Namen weitere Accounts selbst anzulegen. Ein Bekannter von mir hat selbst 30 Facebook-Accounts. Dies erleichtert das Online-Spiel enorm. Belohnt wird auch, wer sich beim Online-Spiel täglich einloggt, dies gibt wieder einen Bonus. Warum? Um die Nutzungszeit hochzutreiben. Mittlerweile kann man sich bei vielen Internetseiten auch über ein Facebook-Account einloggen. Dann betritt man die Facebook-Seiten gar nicht mehr, ist dort aber trotzdem eingeloggt und zählt als fleißiger Nutzer. Warum wohl wird es dem Nutzer so überaus schwer gemacht, den Facebook-Account zu löschen? Ein normaler Löschauftrag führt nur zur Deaktivierung. Die Nutzerzahlen stimmen nicht. 10 % davon ist wohl realistisch.

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Franz Nagel
Franz Nagel (FN57) - 04.02.2012 13:45 Uhr

Träumt noch jemand, daß Facebook nur seine Mitglieder beobachtet?

Die Teilnehmer vertrauen Facebook nicht nur "ihre" persönlichsten Dinge, wie z.B. Adreßbücher und Fotos an, sondern genau damit auch die anderer Menschen. Und zwar eben nicht nur die ihrer Facebook-Freunde, sondern auch derer, die nicht bei Facebook sind.

Facebook wertet ganz ungeniert die privaten Adreßbücher seiner Teilnehmer aus und erhält so ein wer-kennt-wen-Geflecht, das natürlich auch Nichtmitglieder enthält.

In den Einladungs-Mails, die ich im Namen von Facebook-Teilnehmern erhielt, waren stets auch Namen und Fotos anderer mir bekannter Teilnehmer aufgelistet, die aber weder dem "Absender" noch untereinander bekannt sind.

Auch ich kann nun von Facebook anhand meines Bekanntenkreises als Zielperson für Werbebotschaften evaluiert und verkauft werden.

Wer das nicht mag, muss Facebook auch weiterhin nicht nutzen? So weit, so witzig. Ich werde Facebook nicht nur weiterhin nicht nutzen, sondern meine Bekannten auffordern, *meine* Kontaktdaten nicht bei Facebook zu lagern.

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Simon Pein
Simon Pein (shampaign) - 04.02.2012 13:14 Uhr

Was sind 80 Millionen Deutsche ?

Wir sind der Souverän, nebenbei eine der größten Volkswirtschaften der Welt und Herr unserer Entscheidungen und wenn beschlossen wird, dass die Datenkrake Facebook nicht gewünscht wird, dann wird Facebook im Extremfall eben verboten, oder noch einfacher, wir benutzen Facebook einfach auf allen Ebenen nicht mehr, bei den Werbetreibenden und den Endusern.Das dies extrem unwahrscheinlich ist, liegt auf der Hand, aber alles was gedacht werden kann, kann auch passieren. Außerdem empfehle ich jedem Gierhals die Hände von Facebook Aktien zu lassen, das Risiko ist zu hoch.

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Andreas Neubert

Allesamt namentlich bekannt?

"Denn was sind 80 Millionen Deutsche gegen die bald eine Milliarde Facebook-Nutzer, die dem Unternehmen allesamt namentlich bekannt sind?"

Selbstverständlich sind die nicht alle namentlich bekannt. Viele melden sich unter falschem Namen an und eine Menge Dupletten gibt es da auch. Ich kenne da keine Statistik, aber wenn hinter diesen Anmeldungen auch nur 50 Prozent reale Personen bzw. Anmeldungen mit richtigem Namen handelt, ist das sicherlich schon sehr hoch gegriffen.

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gisbert heimes

Facebook ist nur eine Facette

der finalen Globalisierung und diese wiederum nur eine Facette der Evolution. Wir Heutigen würden unsere Nachfahren genauso wenig verstehen wie die Wikinger mit ihren Streitäxten einen Atomschlag verstanden hätten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.02.2012 08:29 Uhr
Uta Vandeloh
Uta Vandeloh (vandel) - 05.02.2012 08:29 Uhr

So ist es

Es ist im Grunde müßig, über das Für und Wider von FB nachzudenken. Unsere evolutionäre Zukunft scheint die virtuelle Welt zu sein, und ich wüsste nicht, wie man den totalen Umzug der Menschheit in diese (Schein-) Welt noch stoppen sollte.
Die reale Welt wird nur noch der Befriedigung von physischen Grundbedürfnissen dienen, wie Essen, Trinken, Schlafen, Wohnen, Vermehren, Krankenpflege, Transport und Energieversorgung. Es erwartet uns ein Leben in grenzenloser Freiheit, reduziert auf den Platz vor dem Bildschirm.
Selbsternannte virtuelle Eliten werden darum wetteifern, die vernetzten Massen zu ihrem Nutzen zu manipulieren. Und sollten einmal alle connections zusammenbrechen, wird sich der einzelne User als Eremit auf einer einsamen Insel wiederfinden ;)

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Andreas Tepe
Andreas Tepe (NetFox) - 03.02.2012 20:09 Uhr

@Erik Staack

Frau Staack, Sie unterschätzen die Problematik. Die zunächst einmal richtige Annahme, der einzelne sei unwichtig ist zwar gerechtfertigt. Dennoch kann es nicht richtig sein, einer Firma unbegründet eine so breite Datenbasis zu verschaffen. Selbst dem deutschen Staat wird eine solche Bündelung von Daten nicht zugestanden.

Das Problem hier ist, daß diese Daten eben nicht nur dieser einen Firma (die sich übrigens niemals dadurch ausgezeichnet hat, eine besondere Rechtschaffenheit zu besitzen) zur Verfügung gestellt werden, sondern eben auch jedem, der entweder gerichtlich oder auf kriminelle Art und Weise Zugang erhält.

Die meisten Menschen, die mit dem Internet nur oberflächlich vertraut sind, unterschätzen die möglichen Konsequenzen die sich daraus ergeben, daß an zentraler und unkontrollierbarer Stelle über beliebig lange Zeiträume private Daten gespeichert werden.

Sich an dieser Stelle allgemein zu schützen halte ich nicht für verkehrt.

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Closed via SSO

Barrieren gegen die Datensauger, so gut es geht:

1. Nie ein Konto bei facebook einrichten
2. Unterschiedliche Provider für Such- und Emaildienste verwenden
3. "Trackmenot" installieren. Hier werden Unmengen an Nonsense-Anfragen verschickt
4. Mit dem Nachbarn ab und an den W-LAN-Rooter tauschen (ich benutze deinen, du meinen)
5. NOSCRIPT oder Ghostery installieren, damit niemand Ausforsch-Cookies plaziert
6. LINUX-Betriebssysteme benutzen (Ubuntu, Debian, Suse)
7. Browser mit geringer Verbreitung (Opera)
8. Nie mit dem richtigen Namen ins Netz

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.02.2012 10:51 Uhr
Harry Pastorius
Harry Pastorius (ookk) - 04.02.2012 10:51 Uhr

Sie klingen wie die Marketingabteilung von FB oder Google

Und der Satz "Die wenigsten Menschen sind wichtig genug, dass sich die Mühe lohnt." ist nun leider ganz falsch: das Geschäft wird nicht mit prekärem Insiderinfos zu 'wichtigen' Einzelnen gemacht, sondern mit Basisinformationen zu hunderten Millionen, die dann anhand des Herausgefundenen mit entsprechender Werbung 'versorgt' werden.
Und, wie wir immer öfter sehen, dienen können rabiate Staatsdienste Daten bei FB, Google, Twitter etc. einsehen und verwenden; insbes. die USA haben ja im Fall Wikileaks zB. Twitter gut im Griff. Sobald da in einem Chat "USA zertören" auftaucht, gibts Ärger. Hatten ja kürzlich 2 Briten enormen Ärger bei der Einreise in die USA deswegen.
Und bei all den Bugs grad bei FB sind gespeicherte Massendaten ein gefunden Fressen für kriminelle Hacker. Account übernommen, private Daten ausgespäht, Erpressbarkeit entsteht.

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Andreas Neubert

@Erik Staack

"Die wenigsten Menschen sind wichtig genug, dass sich die mühe lohnt."

Aber eben das genau nicht! Das Kapital von Unternehmen wie Facebook sind gerade die millionenfachen Daten von ganz normalen Leuten. Die sich vielleicht alle 5 Jahre ein neues Auto, alle zwei Jahre ein neues Handy und fünf mal im Jahr ins Kino gehen. Also der Durchschnittsmensch, der als Konsument gar nicht in der Masse auffällt.

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Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 03.02.2012 19:17 Uhr

Einen guten vertrauenswürdigen Psychater kennen

Wenn man sich auch nur ansatzweise sich damit beschäftigt wie im Netz jeder jeden ausspionieren kann, ist man von der Paranoia nicht mehr weit. Dennoch in einer realistische Abwägung zwischen Nutzen und Risiken sollten die Risiken nicht überbewertet werden. Die wenigsten Menschen sind wichtig genug, dass sich die mühe lohnt. Ich bin zumindestens nicht wichtig genug vieleicht sieht das ja bei ihnen anders aus?
.
Aber für die meisten Menschen sollte der Gute vertrauenswürdige Psychater an Stelle 9. in ihrer Liste stehen.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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