http://www.faz.net/-gqe-78qcb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 27.04.2013, 16:38 Uhr

Schwerpunkt „Vollbeschäftigung“ Arbeit für alle

Die Vollbeschäftigung kommt. Denn viele alte Menschen gehen in Rente. Die jüngeren haben tolle Chancen am Arbeitsmarkt. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles wirft der Bundesregierung vor, Geringqualifizierte zu wenig zu fördern.

© Illustration: André Laame

Deutschland steuert mit großen Schritten auf die Vollbeschäftigung zu. „Arbeit findet sich: Das wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren als Grundgefühl durchsetzen“, sagte Joachim Möller, Arbeitsmarktforscher der Bundesagentur für Arbeit, der F.A.S. Schon heute lebt ein Viertel der Deutschen in Landkreisen mit Vollbeschäftigung.

Künftig werde sich das Phänomen ausbreiten, erwartet Wirtschaftsforscher Karl-Heinz Paqué von der Universität Magdeburg. Denn in den nächsten Jahren gehen die ersten Babyboomer in Rente. Das sind die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1965. Dafür rücken nur wenige junge Leute nach, die die Stellen besetzen könnten. Die Jahrgänge von 1990 an umfassen bis zu 500.000 Menschen weniger als die Babyboomer-Jahrgänge.

Firmen horten schon seit einigen Jahren ihr Fachpersonal

Der Fachkräftemangel macht sich auf breiter Front bemerkbar. Die Firmen „horten“ deshalb schon seit einigen Jahren ihr Fachpersonal, sagt Ökonom Paqué: Selbst bei schlechter Auftragslage behalten sie die Mitarbeiter, statt sie zu entlassen. So habe die tiefe Wirtschaftskrise 2009 auf dem Arbeitsmarkt kaum Spuren hinterlassen.

Ältere werden inzwischen deutlich länger beschäftigt als früher. Die Zahl der Arbeitnehmer, die zwischen 60 und 64 Jahre alt sind, verdoppelte sich binnen zehn Jahren auf 1,5 Millionen. Ein Drittel der Rentner gibt laut Demographie-Forscher Axel Börsch-Supan an, gerne wieder arbeiten zu wollen. Sollte sich die Eurokrise nicht dramatisch zuspitzen, ist der Trend zur Vollbeschäftigung kaum zu brechen. „Wir werden Gelegenheit haben, verstärkt auch Langzeit-Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Arbeitsmarktforscher Möller. Dafür brauchten sie zusätzliche Qualifikationen.

Nahles: Regierung fördert Geringqualifizierte zu wenig

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf der Regierung vor, Geringqualifizierte zu wenig zu fördern. „Wenn hier weiter gekürzt wird, wie es die schwarz-gelbe Bundesregierung tut, dann werden wir statt Vollbeschäftigung in der Zukunft einen tief gespaltenen Arbeitsmarkt haben“, sagte Nahles der F.A.S. „Mit einem großen Facharbeitermangel auf der einen und einem felsenfesten Sockel von unqualifizierten Langzeitarbeitslosen auf der anderen Seite.“

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe bezeichnete das Ende der Arbeitslosigkeit als realistisch. „Wir wollen in der nächsten Legislaturperiode dem Ziel der Vollbeschäftigung einen deutlichen Schritt näherkommen“, sagte er. Dazu müsse die Politik alles verhindern, was Arbeitsplätze aufs Spiel setze - etwa die Steuerpläne von SPD und Grünen.

Wie wahrscheinlich ist Vollbeschäftigung? Wie verändert sie Deutschland? FAZ.NET, F.A.S. und F.A.Z. loten das in einem Themenschwerpunkt aus. Am Sonntag startet unsere FAZ.NET-Themenseite zur Vollbeschäftigung. Die F.A.S. veröffentlicht ein Spezial am Sonntag, die F.A.Z. berichtet von Montag an.

Macht’s nicht wie die kleinen Kinder!

Von Rainer Hank

Die Freihandelsbeziehungen zu den Briten dürfen nicht radikal gekappt werden – auch nicht wegen der Personenfreizügigkeit. Beugen wir uns besser dem britischen Wunsch. Es ist zu unserem Vorteil. Mehr 78 76

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden
Zur Homepage