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Volkswagen Wolfgang Bernhards forscher Ritt bei VW

12.09.2005 ·  Kaum im Amt, hat Jungstar Bernhard das Ende der Gemütlichkeit ausgerufen: „So gut, wie es uns heute geht, wird es uns die nächsten drei Jahre nicht mehr gehen. Und uns geht es nicht gut.“ Jetzt will er 10.000 Stellen streichen.

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Die Börse liebt ihn, für die IG Metall ist er ein Mann für den „Wilden Westen“: Keine Frage, Wolfgang Bernhard, Jahrgang 1960, ist keiner dieser unauffälligen, grauen Männer in den Chefetagen. Seit der ehemalige McKinsey-Mann und ehemalige Daimler-Hoffnungsträger bei Volkswagen als Markenvorstand angetreten ist, rotieren sie in Wolfsburg. Kaum im Amt, hat Jungstar Bernhard das Ende der Gemütlichkeit ausgerufen.

Der Wind wehe Europas größtem Autobauer „kalt ins Gesicht“, schärft er der Belegschaft ein. „So gut, wie es uns heute geht, wird es uns die nächsten drei Jahre nicht mehr gehen. Und uns geht es nicht gut.“

10.000 Stellen weniger

1,3 Milliarden Euro an Produktionskosten will er bis zum Jahr 2008 in den VW-Werken einsparen. Etwa 10.000 Stellen sollen an den deutschen Standorten wegfallen, ein erheblicher Teil davon wohl am Stammwerk in Wolfsburg, das momentan zu nicht mal 70 Prozent ausgelastet ist. Um so wichtiger wäre es, daß VW den geplanten Geländewagen dort baut - zu den üppigen Bedingungen des Haustarifs werde dies jedoch nicht geschehen, sagt Bernhard und droht mit einer Fertigung in Portugal, sollte der Betriebsrat die nächsten Tage nicht einlenken.

Hat Markenvorstand Bernhard mit seiner Strategie Erfolg, so ist er auf seinem Weg an die Spitze des Konzerns, als Nachfolger für Vorstandschef Pischetsrieder, nicht aufzuhalten, wie Aufsichtsratschef Ferdinand Piech per Interview verkündete. Auf die Frage, warum Bernhard nach Schrempps Rücktritt nicht zu Daimler zurückkehrt, wie spekuliert wurde, antwortete Piech mit dem biographischen Faktor: „Das ist ganz einfach: Herr Bernhard hat sich ausgerechnet, daß Herr Pischetsrieder fünf Jahre älter als Herr Zetsche ist. Wenn er gute Arbeit leistet, weiß er, wo er früher dran ist.“

Quelle: mec., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.09.2005, Nr. 36 / Seite 42
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