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Volkswagen Golf-Geländewagen wird in Wolfsburg produziert

27.09.2005 ·  Die Entscheidung ist gefallen. Der Golf-Geländewagen wird in Wolfsburg gebaut. Das Modell soll 2007 auf den Markt kommen und wird innerhalb der Auto 5000 GmbH gefertigt.

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Der neue VW-Geländewagen auf Golf-Basis wird in Wolfsburg gebaut. Das gaben die VW-Spitze und Arbeitnehmervertreter nach ihren Verhandlungen am Dienstag morgen in Wolfsburg bekannt. Der Vorstand hatte gedroht, das Auto in Portugal zu fertigen, wenn die Lohnkosten in Wolfsburg nicht um 850 Euro pro Fahrzeug gesenkt würden.

Der Geländewagen, der 2007 auf den Markt kommen soll, wird in Wolfsburg innerhalb der Auto 5000 GmbH gefertigt. Bei diesem Lohnmodell, zu dessen Bedingungen bereits der Mini-Van Touran gebaut wird, gelten andere Arbeitszeiten und geringere Löhne für die Beschäftigten. Für den Bau des Geländewagens soll die bestehende Belegschaft der Auto 5000 durch rund 1000 Auszubildende der Abschlußjahrgänge 2006 und 2007 verstärkt werden. Sie werden zu den Konditionen der Auto 5000 eingestellt, erhalten aber bei einem Personalbedarf der Volkswagen AG eine Wiedereinstellungszusage der Volkswagen AG, wie es hieß.

Zusage auch für das Emdener Werk

Der VW-Vorstand machte zugleich eine Zusage für die Fertigung eines neuen Modells ab 2008 im Werk Emden. Die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswire will von einer Person aus dem VW-Management erfahren haben, daß es sich bei dem neuen Modell um ein Passat Coupe handele, welches die verschienen Passat-Varianten ergänzen solle. Theoretisch wäre auch eine Produktion im Werk Mosel möglich gewesen, doch hätten sich die Mitarbeiter in Emden „schon sehr flexibel“ gezeigt.

Golf-Geländewagen wird in Wolfsburg produziert

Unternehmensspitze und Betriebsrat hätten nach der offiziellen Erklärung vereinbart, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Wolfsburg weiter zu verbessern, um auf dieser Basis ein zusätzliches Modell in Wolfsburg fertigen zu können.

Ursprünglich sollte bereits am Montag eine Entscheidung über den Produktionsort des VW-Geländewagen Marrakesch fallen. Die Verhandlungen zwischen VW-Management und Arbeitnehmerseite dauerten jedoch bis in die späte Nacht hinein. Der Ausgang der Verhandlungen gilt als wegweisend für die künftige Produktion und Entlohnung bei VW in Deutschland.

Markenchef Wolfgang Bernhard hatte von der Belegschaft deutliche Einsparungen bei den Personalkosten verlangt und ansonsten damit gedroht, den Wagen in Portugal bauen zu lassen, wo die Herstellung 1.000 Euro pro Auto günstiger sei.

IG Metall zuversichtlich

Die IG Metall hatte sich schon am Montag zuversichtlich gegeben, daß ein Einigung gefunden werde und das Fahrzeug in Wolfsburg gebaut werden könne. „Eine Verhandlungslösung ist möglich“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine vor Beginn der Gespräche. „Die IG Metall ist zu einem fairen Kompromiß bereit, wenn am Ende sowohl ein Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze bei Volkswagen als auch Lösungen im Interesse der Beschäftigten erreicht werden.“ Er erinnerte daran, daß sich Tarifverhandlungen durch ein „Geben und Nehmen“ auszeichneten.

Nach der Übereinkunft bezeichnete die IG Metall die Einigung als „verantwortungsvolle Entscheidung für sichere Arbeitsplätze“. Die Lösung unterstreiche die Wettbewerbsfähigkeit des Automobilstandortes Deutschland, sagte IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine. Zudem sicherten weitere, neue Produkte die heute unter dem Dach des Haustarifvertrages bestehenden Arbeitsplätze.

Am Samstag hatten sich die Zeichen verstärkt, daß die Verhandlungen in einem Kompromiß münden, der Volkswagen eine wirtschaftliche Fertigung des Geländewagens in Wolfsburg ermöglicht. Es war darüber spekuliert worden, VW wolle in den Gesprächen durchsetzen, daß die Arbeit am Marrakesch nach dem Vorbild des Modells 5.000 mal 5.000 organisiert wird. Die Lohnkosten liegen dabei rund 20 Prozent unter VW-Haustarif.

Die Lösung für den Marrakesch wird auf jeden Fall Schule machen: „Das Kostengerüst für den Bau des kompakten Geländewagens wird zum Vorbild für alle neuen VW-Modelle“, sagte Markenvorstand Reinhard Jung jüngst der F.A.Z. (siehe: VW stellt alle Modelle auf den Prüfstand). Um die Marke VW aus der Verlustzone zu führen, sollen die Kosten bis 2008 um 7 Milliarden Euro gesenkt werden. Bei der Stammarke liegt also der größte Hebel, um den Vorsteuergewinn des Konzerns wie angekündigt binnen drei Jahren um 4 auf 5,1 Milliarden Euro zu erhöhen.

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