26.09.2005 · Daß sich VW nach dem Zweiten Weltkrieg ins Massengeschäft begab und Porsche immer exklusiver wurde, hat die beiden Marken nicht auseinander treiben lassen. Unter dem Blech eint sie doch mehr, als sie trennt.
Schon der erste VW war eigentlich ein Porsche. Und der erste Porsche war in seinem Kern ein VW: Enger können zwei Automarken über die Bande des Benzins und das Können der Konstrukteure hinweg gar nicht miteinander verwandt sein. Daß sich VW nach dem Zweiten Weltkrieg ins Massengeschäft begab und Porsche immer exklusiver wurde, hat die beiden Marken nicht auseinander treiben lassen. Jetzt sucht Volkswagen in der dünnen Luft der Oberklasse jenen Erfolg, den Porsche dort seit über zehn Jahren reichlich einfährt. VW und Porsche, das waren schon immer zwei Autohersteller, deren Herzen im gemeinsamen Viertaktverfahren ihrer Motoren schlugen.
Auch wenn die beiden Marken mit ihrem Kerngeschäft in unterschiedlichen Segmenten des Marktes antreten, so eint sie unter dem Blech doch mehr, als sie trennt. Die Produkte aus Wolfsburg und aus Stuttgart sind in erster Linie der Funktion verpflichtet. Der Funktion untergeordnete Technik, die Klarheit des Designs und die den Autos innewohnende Konzentriertheit auf das Transportieren und das Fahren sind die ursächlichen Gründe für den Erfolg. VW Golf GTI oder Porsche 911 treiben mitunter zwar die Schickeria unter ihren Kunden um, aber ihr Charakter ist im Grunde noch immer puristisch und die Philosophie dahinter ist technikgetrieben und technologieorientiert.
Luft kocht nicht über, friert nicht ein, läuft nicht aus
Als sich Ferdinand Porsche 1929 mit einem Konstruktionsbüro selbständig machte, entstand bald danach das beste Einfachauto aller Zeiten: der VW Käfer erreichte Millionenauflagen. Nach dem Krieg nahm sich der Sohn von Ferdinand Porsche, genannt "Ferry" einen Käfer und baute auf ihm den ersten Porsche auf. Die Konstruktion unter der Nummer 356 klang wie VW und fuhr sich wie VW. Nur schneller, toller und direkter. Gemeinsam war den Autos beider Marken bis weit in die siebziger Jahre hinein die Kompliziertheit der Triebwerkskonstruktion (aufwendige Boxerbauweise) und die Einfachheit des Kühlens der Motoren: Luft kocht nicht über und friert nicht ein und läuft nicht aus. Nach diesen Prinzipien liefen die VW Käfer und die Karmann Ghia und die Porsche 356 und dann die 911. Erst VW Golf und Passat und die Porsche-Typen 924/944 und 928 kochten dann auch mit Wasserkühlung nicht über.
Von 1969 bis 1975 wurden der VW Porsche 914/4 und von 1969 bis 1972 der potentere VW Porsche 914/6 produziert. Beides puristische Mittelmotorautos mit dem Charakter eines Trimm-Dich-Gerätes. Das Karosseriekleid war schlicht wie ein Trainingsanzug der siebziger Jahre, zwei Menschen konnten transportiert werden, die auch für lange Reisen nur kleines Gepäck mitführen durften. Unmittelbar hinter den Sitzen werkelte im /4 der Boxermotor aus dem VW 411 (der "Nasenbär") und im /6 ging der Sechszylinder aus dem 911 T ans Werk. Insgesamt wurden von den Typen 914 etwa 120 000 Einheiten gefertigt.
Touareg und Cayenne
Wie der VW-Porsche, wurde auch das nächste Ergebnis der Verbindung von den Freunden der Sportwagenmarke nicht wirklich geliebt. Die 924 und 944 waren der Zusammenarbeit mit VW entsprungen und hatten einen von Porsche überarbeiteten Motor des VW-Konzerns (von Audi) unter der Haube.
Die Beziehung mit Modellcharakter zwischen VW und Porsche setzte sich bis in die Gegenwart fort. VW Touareg und Porsche Cayenne (zumTeil mit VW-Motoren) sind eine gemeinsame Entwicklung und eng verwandt (im Porsche sitzt der Zündschlüssel freilich wie gewohnt in den Autos der Marke links vom Volant), und das künftige Porsche-Modell Panamera wird zwar seine Stimme erheben wie ein sportlicher Wagen dieser Marke, aber in seiner Technik werden sich etliche Gene von Volkswagen aufhalten.
| Name | Kurs | Prozent |
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| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
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| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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