Home
http://www.faz.net/-gqe-774x2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Verunsicherung durch Eurokrise Exportschwäche sorgt für Konjunkturdelle

Die Konjunkturschwäche Deutschlands Ende vergangenen Jahres war vor allem eine Exportschwäche. Der Rückgang in diesem Bereich war so stark, wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise nicht mehr.

© dapd Vergrößern Schwache Ausfuhr: Das hat Ende 2012 die Konjunktur verlangsamt.

Die Konjunkturschwäche Ende 2012 war vor allem eine Exportschwäche. Das hat das Statistische Bundesamt am Freitag mitgeteilt. Die Exporte gingen wesentlich stärker zurück als die Importe – wohl als Folge der Euro-Schuldenkrise. Der Rückgang war so stark, wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise nicht mehr. Vor allem aus diesem Grund ist die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2012, wie auch schon zuvor geschätzt, geschrumpft.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Quartalsvergleich um 0,6 Prozent gefallen, berichtete das Statistische Bundesamt. Im Jahresvergleich lag das Wachstum wie zunächst berechnet bei kalenderbereinigt 0,4 Prozent, hieß es weiter.

Positive Impulse vom inländischen Konsum

Der Außenhandel habe die Wirtschaft Ende 2012 belastet, hieß es zu Erklärung in der Mitteilung. Im vierten Quartal sei der Export im Quartalsvergleich um 2,0 Prozent gesunken. Auch bei den Importen habe es einen Rückgang gegeben. Der fiel aber den Statistikern zufolge mit 0,6 Prozent deutlich schwächer aus als bei den Exporten. Dadurch hatte der Außenbeitrag - also die Differenz aus Exporten und Importen - einen negativen Effekt auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts.

Positive Impulse kamen im Schlussquartal laut der Mitteilung nur vom inländischen Konsum. Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben konnten leicht zulegen. Dagegen seien die Investitionen zurückgegangen, hieß es weiter. Insbesondere die Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge seien gesunken. Hier meldete das Bundesamt für das vierte Quartal ein Minus von 2,0 Prozent.

Mehr zum Thema

Bankvolkswirte äußerten, die schwachen Zahlen vom Jahresende seien vor allem der Verusicherung durch die Eurokrise geschuldet, sehen aber positiv in die Zukunft. „Am Jahresende ist einiges zusammengekommen“, sagte der Europa-Chefvolkswirt von Nordea, Holger Sandte, zu den Zahlen. „Zu den seit mehreren Quartalen schwachen Investitionen haben sich  schrumpfende Exporte gesellt.“ Das seien „schlechte Zahlen, wenn man in den Rückspiegel schaut.“ Aber: Wer nach vorne blicke, erkenne einige Hoffnungsschimmer“.

Das glaubt auch Alexander Koch von Unicredit: „Die Stimmungsindikatoren sind zuletzt gestiegen, der Einkaufsmanagerindex spiegelt eine höhere Nachfrage wider.“ Deutschland rutsche nicht in die Rezession. „Die Industrie sollte zum Jahresbeginn wieder einen positiven Beitrag leisten.“

Quelle: DPA, Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Konjunktur Deutscher Export bricht ein

Die Ausfuhren von Deutschland sind im August so stark eingebrochen wie zuletzt vor 5 Jahren. Wir erleben ein geopolitisches Sorgenjahr, kommentiert DIHK-Experte Volker Treier. Auch die Importe sinken etwas. Mehr

09.10.2014, 09:34 Uhr | Wirtschaft
Deutsche Städte nicht fahrradfreundlich

Hunderte Radfahrer kommen laut Statistischem Bundesamt jährlich ums Leben, Tausende werden verletzt. Der ADAC untersuchte nun ein knappes Dutzend größerer deutscher Städte auf ihre Fahrradfreundlichkeit. Ergebnis unterm Strich: Meist sind die Bedingungen nur befriedigend, manchmal sogar noch viel schlechter. Mehr

28.08.2014, 16:04 Uhr | Gesellschaft
Mittelstandsanleihen-Ticker Deutsche Forfait mit hohem Verlust

Das Rating des Hemdenherstellers Seidensticker sinkt auf B+. Stefan Lübbe, Mehrheitsaktionär des Bastei-Lübbe-Verlags ist unerwartet verstorben. Mehr

14.10.2014, 15:20 Uhr | Finanzen
Assad gewinnt umstrittene Wahl in Syrien

Bei der umstrittenen Präsidentschaftswahlen gewann der Amtsinhaber nach offiziellen Angaben über 88 Prozent der Stimmen. Mehr

05.06.2014, 09:33 Uhr | Politik
Im Gespräch: Gertrud Traud Wenn der Dax noch fällt, wird 2015 ein gutes Aktienjahr

Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud hat in den vergangenen Jahren bemerkenswert oft genau vorhergesagt, wie sich der Deutsche Aktien-Index entwickeln wird. Für Ende 2014 bleibt sie bei dieser Prognose: 8900 Punkte. Mehr

09.10.2014, 12:14 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.02.2013, 10:03 Uhr

Tests mit Schlagseite

Von Markus Frühauf

Bestünden alle Banken den Stresstest, hätte die EZB als künftige Bankenaufseherin schon vor dem Beginn versagt. Doch sie kann auch kein Interesse daran haben, die Schwächen der Banken schonungslos aufzudecken. Mehr 2 15


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Das verdienen Einwanderer hierzulande mehr

Viele Menschen ziehen nach Deutschland, weil sie hier mehr Geld verdienen können. Wie groß die Verdienststeigerungen sind und wie sie sich je nach Herkunftsland unterscheiden – unsere Grafik des Tages. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden