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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Verunsicherung durch Eurokrise Exportschwäche sorgt für Konjunkturdelle

 ·  Die Konjunkturschwäche Deutschlands Ende vergangenen Jahres war vor allem eine Exportschwäche. Der Rückgang in diesem Bereich war so stark, wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise nicht mehr.

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Die Konjunkturschwäche Ende 2012 war vor allem eine Exportschwäche. Das hat das Statistische Bundesamt am Freitag mitgeteilt. Die Exporte gingen wesentlich stärker zurück als die Importe – wohl als Folge der Euro-Schuldenkrise. Der Rückgang war so stark, wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise nicht mehr. Vor allem aus diesem Grund ist die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2012, wie auch schon zuvor geschätzt, geschrumpft.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Quartalsvergleich um 0,6 Prozent gefallen, berichtete das Statistische Bundesamt. Im Jahresvergleich lag das Wachstum wie zunächst berechnet bei kalenderbereinigt 0,4 Prozent, hieß es weiter.

Positive Impulse vom inländischen Konsum

Der Außenhandel habe die Wirtschaft Ende 2012 belastet, hieß es zu Erklärung in der Mitteilung. Im vierten Quartal sei der Export im Quartalsvergleich um 2,0 Prozent gesunken. Auch bei den Importen habe es einen Rückgang gegeben. Der fiel aber den Statistikern zufolge mit 0,6 Prozent deutlich schwächer aus als bei den Exporten. Dadurch hatte der Außenbeitrag - also die Differenz aus Exporten und Importen - einen negativen Effekt auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts.

Positive Impulse kamen im Schlussquartal laut der Mitteilung nur vom inländischen Konsum. Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben konnten leicht zulegen. Dagegen seien die Investitionen zurückgegangen, hieß es weiter. Insbesondere die Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge seien gesunken. Hier meldete das Bundesamt für das vierte Quartal ein Minus von 2,0 Prozent.

Bankvolkswirte äußerten, die schwachen Zahlen vom Jahresende seien vor allem der Verusicherung durch die Eurokrise geschuldet, sehen aber positiv in die Zukunft. „Am Jahresende ist einiges zusammengekommen“, sagte der Europa-Chefvolkswirt von Nordea, Holger Sandte, zu den Zahlen. „Zu den seit mehreren Quartalen schwachen Investitionen haben sich  schrumpfende Exporte gesellt.“ Das seien „schlechte Zahlen, wenn man in den Rückspiegel schaut.“ Aber: Wer nach vorne blicke, erkenne einige Hoffnungsschimmer“.

Das glaubt auch Alexander Koch von Unicredit: „Die Stimmungsindikatoren sind zuletzt gestiegen, der Einkaufsmanagerindex spiegelt eine höhere Nachfrage wider.“ Deutschland rutsche nicht in die Rezession. „Die Industrie sollte zum Jahresbeginn wieder einen positiven Beitrag leisten.“

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Von Johannes Pennekamp

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