Es ist die Zahl, auf die man an der Wall Street mit Spannung gewartet hatte: 4,4 Milliarden Dollar beträgt die Höhe des Verlustes, den nicht im Zaum gehaltene Händler der Bank JP Morgan im zweiten Quartal mit komplizierten Derivategeschäften beschert haben. Es spricht für die Ertragsstärke, dass die größte amerikanische Bank trotz dieses gigantischen Fehltritts immer noch einen soliden Quartalsgewinn ablieferte.
Aber die Verluste der Londoner Händler wiegen weit schwerer, als der gefallene Aktienkurs und die aktuelle Quartalsbilanz suggerieren. Es war vor allem ein schwerer Schlag für den Ruf von JP Morgan und den Vorstandschef Jamie Dimon, die einstige Lichtgestalt der Branche. Es wird lange dauern, bis diese Scharte wieder ausgewetzt ist.
Bei den jüngsten Anhörungen vor dem Kongress wurde Dimon zwar vergleichsweise sanft behandelt. Seine Stimme im Kampf gegen schärfere Regulierung und eine Beschränkung des Eigenhandels bei Banken hat jedoch dramatisch an Gewicht verloren. Möglicherweise hat JP Morgan der Branche damit ungewollt einen Gefallen getan. Weniger solide Banken wären nach ähnlichen Eskapaden viel stärker ins Schwanken geraten.
Rendite
wolf-dieter hoffmann (sarinsaron)
- 15.07.2012, 08:52 Uhr
Das goldene Kalb 'Freier Finanzmarkt'
Horst Günther (MarkTwain)
- 14.07.2012, 10:14 Uhr
Längst nicht das Ende der Fahnenstange.
eduard kramer (illampu)
- 14.07.2012, 09:31 Uhr
4,4 Mrd. USD in den Sand gesetzt?!
Susanne Haertl (Sirendipity)
- 14.07.2012, 08:57 Uhr
JP Morgan´s Desaster kein Problem für die €-Spitzen-Dilettanten
Gerhard Storm (gerhardstorm)
- 14.07.2012, 04:23 Uhr