Dieser Winter ist (bislang) kein Chaos-Winter für die Deutsche Bahn. Besser als früher, als zuweilen Zigtausende Fahrgäste auf Bahnsteigen froren, weil bei Eis und Schnee Züge ausfielen, hat sie sich und ihre empfindlichen Fahrzeuge vorbereitet. Aber noch immer fehlen Züge als Reserve. Siemens wollte eigentlich längst geliefert haben, bekommt aber technische Probleme nicht in den Griff.
Mehr als ein Sandkorn ins Getriebe streuen die Gutachter des Eisenbahnbundesamtes. Immer komplizierter werden ihre Anforderungen. Die Bahn scheut sich, neue Achsen in alte ICE einzubauen, weil sie nicht jedes einzelne Fahrzeug wieder beim Amt vorbeischicken will.
Die Beamten verrichten ihre Arbeit - aber hier droht die Bürokratie eine ganze Branche zu gefährden. Die Zulassung eines Zuges dauert mehrere Jahre und kostet mehrere Millionen Euro. Das Amt muss reformiert werden, Zulassungsstandards müssen europäisiert werden.
Doch einseitige Schuldzuweisungen gehen fehl. Auch die französische Bahn SNCF klagt über Lieferprobleme beim Zug für den Kanaltunnel - hergestellt von Siemens. Und mit dem Eurostar hat das Eisenbahnbundesamt nun wirklich nichts zu tun.
Liebe Frau Schwenn,
Roland Müller (Nebelkerze)
- 23.02.2013, 08:33 Uhr