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Versorgungslücke Im Interesse der Ärzte

28.08.2009 ·  Sollte wirklich ein Ärztemangel drohen, wäre es konsequent, die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. Doch das lehnt die Bundesärztekammer ab. Sie setzt sich damit dem Vorwurf aus, nicht, die Interessen der Patienten, sondern die der Ärzte im Blick zu haben.

Von Andreas Mihm
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Seit Jahren warnen Deutschlands Ärzteorganisationen vor einer bald aufbrechenden Versorgungslücke. Aber jedes Jahr, wenn sie auf die Lücke hinweisen, ist auch die Zahl der berufstätigen Ärzte gestiegen. Allein 2008 waren es 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Verglichen mit dem Vereinigungsjahr 1990, hat sich die Ärztezahl um ein Drittel auf 320.000 erhöht. Kann das sein, weniger im Mehr?

Es gibt gute Gründe, die das Paradoxon auflösen: Die Arbeitszeiten in Kliniken sind kürzer geworden; Frauen, die heute den größeren Teil der Ärzteschaft ausmachen, arbeiten gerne Teilzeit. Mehr Ärzte heißt deshalb nicht unbedingt höhere Fallzahlen. Andererseits scheinen Vergleiche mit dem Ausland auf eine Übermedizinierung hinzuweisen: Nirgendwo gehen Patienten so oft zum Arzt wie hier, nur in wenigen Ländern gibt es mehr Krankenhausbetten oder niedergelassene Ärzte je 1000 Einwohner. Das spricht nicht für Mangel.

Sollte der doch drohen, wäre es konsequent, die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. Doch das lehnt die Bundesärztekammer ab. Sie setzt sich damit dem Vorwurf aus, nicht, wie sie vorgibt, die Interessen der Patienten, sondern die der Ärzte im Blick zu haben.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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