Home
http://www.faz.net/-gqe-3oyc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Versorger Archiv: Neue Ministererlaubnis für Eon/Ruhrgas

19.09.2002 ·  Die umstrittene Fusion der Energiekonzerne Eon und Ruhrgas wird mit einschneidenden Auflagen erneut genehmigt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der im Bundeswirtschaftsministerium für die Fusion von Eon/Ruhrgas zuständige Staatssekretär, Alfred Tacke, hat den Zusammenschluss mit einer geänderten Ministererlaubnis erneut genehmigt. Die Auflagen seien gegenüber der ursprünglichen Ministererlaubnis vom 5.Juli „deutlich verschärft“ worden, sagte Tacke.

Die Essener Ruhrgas AG muss sich von ihren Anteilen an der Bayerngas und den Bremer Stadtwerken trennen. Nach der im Juli erteilten Ministererlaubnis sollte sich lediglich Eon aus diesen Unternehmen zurückziehen. Ihren Beteiligungsunternehmen müssen Eon und Ruhrgas zudem Sonderkündigungsrechte für die Gaslieferungen einräumen.

Verschärfte Konditionen

Die jetzt erteilte Ministererlaubnis sieht vor, dass Ruhrgas 200 Milliarden Kilowatt Gas an die Wettbewerber versteigern muss. Das ist fast drei Mal so viel wie in der ersten Verfügung vom Juli. Als Preis bei den Auktionen muss Ruhrgas nur noch mindestens 95 Prozent des durchschnittlichen Importpreises akzeptieren, zwischenzeitlich waren 85 Prozent im Gespräch gewesen.

Nach Abwägung aller Argumente bleibe er dabei, dass der Zusammenschluss „wesentliche gesamtwirtschaftliche Vorteile mit sich bringt“, sagte Tacke. Zugleich werde die Position der Ruhrgas auf den internationalen Märkten gestärkt und so die langfristige Versorgungssicherheit gewährleistet. Er verwies zugleich darauf, dass die Auflagen von der ersten Genehmigung Anfang Juli „in einzelnen Elementen deutlich zu Lasten von Eon und Ruhrgas“ ausgeweitet worden seien.

Verbraucherschützer warnen vor höheren Preisen

Die Ministererlaubnis für die Fusion von Eon und Ruhrgas wird den Privatkunden aus Sicht von Verbraucherschützern Nachteile bringen. „Die Entscheidung ist außerordentlich unglücklich aus Verbrauchersicht“, sagte Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher in Rheinbreitbach.

Durch die Fusion mit Ruhrgas bekomme der schon im Strombereich dominierende Eon-Konzern nun auch noch eine marktbeherrschende Stellung bei Gas. „Der Wettbewerb hat damit keine Chance“, sagte Peters. „Die Preise für Strom und Gas werden nicht sinken.“ Bei Strom seien insgesamt sogar Erhöhungen zu erwarten.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 9 8

29.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2481 −0,06%
Rohöl Brent Crude 106,36 $ −0,46%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.