Der Versicherungskonzern Swiss Life könnte in absehbarer Zukunft die Marke AWD aufgeben. Entsprechende Pläne werden derzeit in Zürich durchgespielt, hieß es am Dienstag aus informierten Kreisen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Allerdings wäre die Trennung von der Marke des deutschen Finanzvertriebs mit einer Abschreibung von nahezu 100 Millionen Franken (83 Millionen Euro) verbunden. Ein Swiss-Life-Sprecher wollte auf Anfrage die Gerüchte nicht kommentieren. Ähnlich äußerte sich ein Vertreter von AWD in Hannover.
Die deutsche Tochtergesellschaft steht mit einem Firmenwert von 1,1 Milliarden Franken in den Büchern von Swiss Life, obwohl sie bisher den Schweizern wenig Freude machte. Zuletzt ist der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 111 Millionen Euro gefallen. Darüber hinaus haben zahlreiche Anleger in Deutschland und Österreich Klagen wegen angeblicher Falschberatung in der Geldanlage erhoben. Zum Teil sind Vergleiche geschlossen worden, heißt es in Zürich.
AWD-Gründer Carsten Maschmeyer spielt im Konzern Swiss Life inzwischen keine Rolle mehr, dies würde eine Neuausrichtung erleichtern. Mit der Übernahme des Finanzvertriebs Anfang 2008 wollte der Schweizer Lebensversicherer seine bis dahin schwache Stellung in Deutschland ausbauen. Die Erwartungen haben sich aber nicht erfüllt. Entscheidungen werden bis spätestens im Herbst erwartet. Am 28. November hält Swiss Life in Zürich den nächsten Investorentag ab, auf dem die Ziele für die kommenden drei Jahre vorgestellt werden sollen.
Die Schweizerische Rentenanstalt
Renate Simon (-simon-)
- 03.07.2012, 18:04 Uhr
Hans Dampf Gesellschaft
Jan Ball (janball)
- 03.07.2012, 17:30 Uhr