28.08.2003 · Der weltgrößte Rückversicherer hat im zweiten Quartal den Gewinn gesteigert. Auf die Rating-Abstufung durch S&P reagierte das Unternehmen mit Unverständnis.
Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat im zweiten Quartal den Gewinn gesteigert. Doch die Vorlage der Geschäftszahlen stand im Schatten einer Bonitätsherabstufung durch die Rating-Agentur Standard & Poor's am Vorabend.
Der Gewinn der Münchener Rück vor Steuern sei auf 737 Millionen Euro von 40 Millionen Euro im Vorquartal gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten für das Quartal bis Juni 2003 im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 655 Millionen Euro prognostiziert.
Vorherige Marktspekulationen, der Konzern werde mit den Zahlen auch eine Kapitalmaßnahme bekannt geben, bewahrheiteten sich bislang nicht. Die Ratingagentur S&P hatte die Kreditwürdigkeit der Münchener Rück am Vorabend überraschend zurückgestuft. S&Pstufte das langfristige Emittenten- und Finanzstärke-Rating des Rückversicherers auf „A+“ von „AA-“ herab. Der Ausblick sei stabil.
Die Herabstufung spiegele in erster Linie die Neubewertung des Risikos der Rückversicherer und die Position der Münchener Rück in der Branche wider, begründete S&P-Analyst Nigel Bond die Entscheidung. Sie sei auch Ausdruck der langsamer als erwarteten Erholung der Unternehmensergebnisse des weltgrößten Rückversicherungskonzerns, erklärte S&P vor Bekanntgabe der Quartalszahlen der Münchener Rück. Der Versicherungskonzern teilte mit, er halte diese Rückstufung für nicht gerechtfertigt.
Zuletzt hatte das Unternehmen wegen hoher Wertpapier-Abschreibungen viermal hintereinander einen Quartals-Fehlbetrag ausgewiesen.
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