20.11.2007 · Von Stefan Ruhkamp
Von Stefan RuhkampGäbe es in der Finanzkrise doch nur eine wirksame Impfung. Nun ist auch der erste Versicherer von der Krise angesteckt. Die Swiss Re muss eine Abschreibung über 1,2 Milliarden Franken verkraften, weil sie ein amerikanisches Investmentvehikel (SIV) abgesichert hat.
Es ist weniger die Summe, die beunruhigt. Schwerer wiegt das Versagen der Risikosteuerung. Der Vorstand der Swiss Re sagt zwar, dass die Herabstufung des SIV um sage und schreibe 18 Bonitätsnoten nicht vorhersehbar gewesen war. Aber warum hat dann die das SIV arrangierende Bank noch im Jahr 2007, also unmittelbar vor oder sogar nach Beginn der Hypothekenkrise Versicherungsschutz eingekauft?
„Völlig unerwartet“ - das darf nicht zu oft passieren
Sie kannte die Gründe und ist nun für das 5 Milliarden Franken schwere Portfolio aus dem Schneider. Besonders die großen Versicherer halten sich ihren professionellen Umgang mit Risiken zugute. Wegen ihrer ausgefeilten Risikomodelle fordern sie vom Staat einen Nachlass bei der Absicherung mit Eigenkapital.
„Völlig unerwartete“ Bewertungsverluste nach Ereignissen, die es nach eigenem Bekunden nur alle 30 Jahre geben dürfte, sollten deshalb nicht zu oft vorkommen. Sonst müsste die staatliche Versicherungsaufsicht die Zügel anziehen.
Glasnost ist gefordert !
Lutz Grellmann (Lumi1)
- 21.11.2007, 02:17 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2481 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,36 $ | −0,46% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?