Home
http://www.faz.net/-gqe-nww8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Versicherer Allianz mit schwarzen Zahlen

14.08.2003 ·  Geringere Verlust im Bankgeschäft und zunehmende Profitabilität im Versicherungsgeschäft bringen der Allianz einen Gewinn von 622 Millionen Euro im zweiten Quartal.

Artikel Lesermeinungen (0)

Der weltweit zweitgrößte Versicherer Allianz hat angesichts solider operativer Ergebnisse und deutlich niedrigerer Verluste im Bankgeschäft im zweiten Quartal 622 Millionen Euro netto verdient und damit die Prognosen der Analysten klar übertroffen.

Damit hat die Allianz erstmals seit Anfang 2002 wieder schwarze Zahlen geschrieben und mit einem Ergebnis von 102 Millionen Euro auch für das Halbjahr die Gewinnzone erreicht.

Sachversicherungen mit größtem Ergebnisbeitrag

Im Schnitt rechneten die 18 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Analysten für das zweite Quartal nur mit einem Konzerngewinn nach Steuern von 262 Millionen Euro. Die Allianz zeigte sich sehr zuversichtlich, ohne außergewöhnliche Schäden ihre Schaden-Kostenquote im Gesamtjahr unter 100 Prozent halten zu können.

Die Beitragseinnahmen entwickelten sich erwartungsgemäß stabil. Im ersten Halbjahr sei ein geringer Anstieg der verdienten Nettobeiträge auf 27,5 (Vorjahreszeitraum 26,9) Milliarden Euro zu verzeichnen, was fast exakt den Analysten-Schätzungen entsprach. Den mit Abstand größten Ergebnisbeitrag lieferte das Sachversicherungsgeschäft gefolgt von der Lebensversicherungssparte.

Geringere Verluste im Bankgeschäft

Im Bankgeschäft wurde der Verlust deutlich verringert. Hier soll der Sparkurs nochmal forciert werden. Das Segment Banking im Allianz-Konzern - also hauptsächlich die Dresdner Bank - wies im Halbjahr einen Verlust von 437 Millionen Euro aus. Nach einem Verlust von 424 Millionen im ersten Quartal ist das Segment also fast wieder profitabel.

Vorstellung eines Sparprogramms erwartet

Bankchef Herbert Walter wird am Donnerstag mittag nach Angaben aus Kreisen des Unternehmens ein ambitioniertes Sparprogramm vorstellen, mit dem das Institut seine Gesamtkosten um rund eine Milliarden Euro drücken will. „Beim Stellenabbau wird jetzt mit einer Kürzung um 4.700 bis zum Jahr 2005 kalkuliert", hieß es in den Kreisen. Mit dem Personalabbau, der vorwiegend die Zentrale in Frankfurt betreffe, würden rund 500 Millionen Euro eingespart. Etwa derselbe Betrag an Sachkosten soll durch das Ausgliedern von Geschäftsbereichen und schlankeren Strukturen erreicht werden. Dresdner Bank baut 4700 Stellen ab

Schaden-/Kostenquote bei 97,1 Prozent

Im reinen Versicherungsgeschäft wird die Dresdner-Konzernmutter Allianz zunehmend profitabler. Die Schaden-/Kostenquote (combined ratio) sei auf 97,1 Prozent von 102,2 im ersten Halbjahr 2002 gesunken, teilte die Allianz mit. Ab einer Quote unter 100 Prozent sind die Schadenszahlungen und Verwaltungskosten aus den Prämieneinnahmen gedeckt.
Zuletzt hatte der Allfinanzkonzern im Auftaktquartal 2002 einen Gewinn erzielt, das vergangene Jahr wegen Milliarden-Verlusten bei der Dresdner Bank und hohen Abschreibungen aber mit einem Verlust von 1,167 Milliarden Euro abgeschlossen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 9 8

29.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2481 −0,06%
Rohöl Brent Crude 106,36 $ −0,46%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.